Ein Bundesland hat seit 9 Tagen KEINE Neuinfektion – R-Zahl steigt über 1….

Die Zahlen zum Corona-Virus in Deutschland sind ausgesprochen verwirrend, so Kritiker. Die R-Zahl (R-Faktor) jedenfalls kletterte wieder über 1. Dennoch scheint die Krise überstanden – schließlich sind in Mecklenburg-Vorpommern sein 9 Tagen keine Neuinfektionen mehr gemeldet worden. Brandenburg hat am Sonntag keinen einzigen neuen Fall gemeldet. Berlin, Bremen, Hamburg, aber auch die Flächenländer Schleswig-Holstein sowie das Saarland meldeten genau einen einzigen Neuinfektionsfall. Insgesamt soll es in Deutschland weniger als 6.000 aktive Infizierte geben. Der R-Faktor ist offenbar die letzte Instanz, um hier noch so etwas wie Unruhe zu erzeugen.

Wir erinnern daran, wie fragwürdig die Messung des “R-Faktors” eigentlich ist.

Offenbar wird der Faktor zugrunde gelegt, um immer wieder neue Ängste zu schüren, wie es auch aktuell messbar ist.

R-Faktor: Was wird gemessen

Vereinfacht gesagt misst das RKI (Robert-Koch-Institut) hier nur die Zahl der Neuinfektionen vor x Tagen und die aktuelle Zahl der Neuinfizierten. Beide Zahlen werden aufeinander bezogen. Warum? Die Statistiker gehen davon aus, dass eine Ansteckung innerhalb von x Tagen geschehe, womit dann die beiden Größen Auskunft darüber geben könnten, wie viele Menschen ein Neuinfizierter vor x Tagen jetzt wohl angesteckt haben muss.

Die Zahl ist vollkommen fehlerbehaftet. Die ursprünglich einzige Spanne von vier Tagen ist nicht willkürlich, aber auch nicht annähernd sicher. Selbst wenn Sie diese kleine Schwäche übersehen, kommt der wunde Punkt der Messungen. Da die Zahl der Neuinfizierten schlicht davon abhängt, wie viele Menschen gemessen wurden, ist sowohl die Eingangsvariable vor vier Tagen wie auch die Ergebnisvariable nach vier Tagen ausgesprochen unsicher.

So wird eine unsichere Zahl durch eine andere unsichere geteilt. Dabei entsteht zwar im Ergebnis ein Wert mit einer Nachkommastelle – dies allerdings kann allenfalls als sehr grober Anhaltspunkt dienen. Wäre der R-Faktor messbar, würde eine Zahl von > 1,0 bedeuten, dass das Infektionsgeschehen sich ausbreitet. Der R-Faktor ist allerdings auf diese Weise nicht messbar.

Die Unsicherheit beginnt schon dort, wo niemand weiß, wie lange ein Neuinfizierter, der entdeckt wurde, schon neuinfiziert ist. Damit sind weder die tagesaktuellen Abweichungen noch die jeweils vier Tage auseinanderliegenden Zahlen in Beziehung zu setzen. Zudem steigt die Zahl der Testkapazitäten. Das bedeutet auch, dass tendenziell ein höherer Anteil Neuinfizierter entdeckt wird. Der R-Faktor eines Tages oder weniger Tage ist daher keine besonders geeignete Zahl, um die Entwicklung zu zeigen. Dies ist reine Panikmache. Klicken Sie dazu hier.

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