Ein kleines Alarmzeichen: Generali verkauft 4 Millionen Lebensversicherungsverträge

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Ein kleines Alarmzeichen: Generali verkauft 4 Millionen Lebensversicherungsverträge

Wer Kunde bei der Generali ist, muss sich auf Veränderungen einstellen. Das Unternehmen möchte nun 4 Millionen Verträge loswerden. Die Verträge gehen dann auf den Übernehmer oder „Abwickler“ Viridium über, so der „Spiegel“ in einem Bericht. Interessant ist, wer dahinter steckt…

Finanzinvestor übernimmt

Der sogenannte Finanzinvestor Cinven sowie die Rückversicherungsgesellschaft Hannover Rück sind die Eigentümer der Viridium. Der Finanzinvestor gehört zu den Figuren am Finanzmarkt, die von vielen Beobachtern skeptisch betrachtet werden. Das, was früher von SPD-Politiker Müntefering mal als „Heuschrecke“ bezeichnet worden war…

Der Verbraucherschutz weist daraufhin, dass das Vertrauen in die Märkte für Versicherungen noch einmal massiv erschüttert würde, wenn es dazu kommt. Formal wird sich zunächst nach Angaben der Generali nichts ändern, die „vertraglichen Verpflichtungen“ würden bestehen bleiben. Die Bafin, das Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen, wird dies prüfen, heißt es. Es dürfe dabei „kein Versicherungskunde schlechter gestellt werden“.

Ob dies wirklich eintritt? Beobachter sind skeptisch. Schließlich müssen sich die Leistungen schon deshalb ändern (können), weil dann eine andere Gesellschaft, hier Viridium, das Geld der Kunden anlegt. Der Garantiezins bleibt unverändert – was aber ist mit den Überschussbeteiligungen? Generali sah sich offenbar außerstande, noch hohe Erträge auf die Verträge zu erzielen. Die Zinsen sind zu niedrig. Es ist ausgesprochen unwahrscheinlich, dass Viridium deutlich mehr verdienen wird. Dementsprechend kann sich selbstverständlich etwas ändern – die Überschussbeteiligungen können sinken. Das wäre vertragskonform.

Angeschmiert aber wären die Kunden der Generali, die in der Hoffnung auf wesentlich höhere Erträge investiert hatten. Formal ist alles korrekt – aber hat damit ein Kunde gerechnet? Vielleicht öffnet dieser Trick auch anderen Versicherungen die Tür, die ihre Verträge abstoßen wollen. Erst vor kurzer Zeit hatte das Finanzministerium festgestellt, dass bereits viele Konzerne dieser Branche Schwierigkeiten haben. Der EU-Niedrigzins ist verantwortlich.

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