Enthüllt: Großer Betrug bei Jobbörse der Arbeitsagenturen

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Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ist einem Bericht des SWR zufolge systematisch von Zeitarbeitsfirmen und anderen Datensammlern missbraucht worden. SWR-Reporter deckten den Datenmissbrauch auf. Die Bundesagentur für Arbeit löschte daher nun Tausende Stellenangebote. Ein Geschäftsmann aus Berlin stellte täglich bis zu 3000 Stellen in die Online-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Die dadurch erhaltenen Daten verkaufte er weiter – auch an Zeitarbeitsfirmen.

SWR-Reporter konnten den Datenhandel aufdeckten, da sie selbst Bewerber-Daten des Berliner Geschäftsmannes kauften. Bei den ausgeschriebenen Stellen handelte es sich zudem um Fake-Stellenangebote.

Die Bundesagentur hat eigenen Angaben zufolge daraufhin elf Unternehmen in ihrer Jobbörse gesperrt. Diese haben insgesamt bis vor kurzem etwa 120.000 Fake-Stellenangebote ausgeschrieben. Die Arbeitsagentur argumentierte, dass bei der Vielzahl von Stellenangeboten nicht vollständig ausgeschlossen werden könne, dass einzelne Stellenangebote gefälscht seien.

Die SWR-Reporter gründeten für ihre Recherchen eine Scheinfirma und kontaktierten einen Datenhändler. Der Berliner Unternehmer hat den verdeckt arbeitenden Reportern vollständige Bewerbungsmappen zum Kauf angeboten – für etwa drei Euro pro Datensatz.

Eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit argumentierte: „Die bisherigen Prüfmechanismen konnten nicht vollständig greifen. Der Schwerpunkt der Prüfungen lag bisher auf inhaltlichen Anforderungen wie z. B. Sittenwidrigkeit oder Mindestlöhne.“ Die Arbeitsagentur hat nun alle Firmen gesperrt, die ein ähnliches „Tatmuster“ erkennen lassen.

In Berlin will sich der Ausschuss für Arbeit und Soziales mit dem Thema Datenhandel auf der Jobbörse der Bundesagentur befassen. Die Opposition fordert von der Bundesregierung Auskunft über eingeleitete Gegenmaßnahmen. Der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Stefan Brink, sieht in dem Datenmissbrauch einen schweren Verstoß gegen das Datenschutzgesetz. Abgeordnete nitpickedes Bundestags forderten die Bundesagentur auf, massiv gegen die Datenhändler vorzugehen. Der Schutz von Arbeitssuchenden dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Unglaublich, wie zahlreiche andere Behördenfälle. Alle hier dokumentiert….

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