Epstein-Fall zieht weite Kreise – Frankreich fordert nun Untersuchung

www.shutterstock.com, Sergey Novikov, 370770440

Die französische Staatssekretärin für die Gleichstellung der Geschlechter, Marlène Schiappa, fordert jetzt eine Untersuchung über die Beziehungen von Epstein-Freunden in die Pariser Modeszene. Anscheinend sind auch französische zwölfjährige Models an Epstein und seine Mittäter vermittelt worden. Die Staatssekretärin hat am Montag die französische Justiz gedrängt, Ermittlungen in der Affäre Epstein zu starten: „Es ist wesentlich, dass eine Untersuchung eröffnet wird, um Licht in die Affäre zu bringen. Der Tod von Herrn Epstein darf die Opfer nicht um die Gerechtigkeit bringen, auf die sie Anspruch haben.“

Die US-Ermittlungen hätten Verbindungen zu Frankreich ans Licht gebracht, so Schiappa. Pariser Medien nennen jetzt auch Namen, etwa den des Modelagenten Jean-Luc Brunel. In der Öffentlichkeit ist er zwar wenig bekannt, doch in der Modebranche spielte er über Jahrzehnte eine wichtige Rolle und promotete Top-Models wie Jerry Hall.

Viele Models haben sich nun gemeldet und behauptet, als minderjährige von Brunel unter Drogen gesetzt und missbraucht worden zu sein. Brunel soll als enger Freund Epsteins diesem viele minderjährige Mädchen „vermittelt“ haben. Pariser Medien zitieren nun zudem aus dem Buch „Der schreckliche Handel mit schönen Frauen“ des Journalisten Michael Gross. Darin gaben Vertreter der Modebranche bereits in den 1990er an, Brunel sei eine „Gefahr“ für die jungen Models, weil er „Drogen und stumme Vergewaltigung“ möge.

Epsteins Hauptanklägerin Virginia Roberts Giuffre hatte bei ihrer Vernehmung 2016 erklärt, Brunel scheine „über ein Arrangement mit der amerikanischen Regierung (damals Obama) verfügt zu haben“, um für die Mädchen Reisedokumente zu erhalten. In Paris fangen nun die ersten Modemagazine an, das „Gesetz des Schweigens“ zu brechen und veröffentlichen Aussagen von Models über sexuellen Missbrauch.

Die französische Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie derzeit prüfe, ob anhand der vorliegenden Elemente eine Untersuchung eingeleitet werde. Brunel hatte schon beim ersten Epstein Prozess kategorisch bestritten, „weder direkt noch indirekt an den Herrn Epstein zur Last gelegten Handlungen teilgenommen zu haben.“

Aufgrund der Ereignisse und Enthüllungen in den USA sowie der über eine Million Seiten vorliegenden Beweisdokumente, dürfte es nicht nur für die Mittäter in den USA und Frankreich eng werden, sondern vermutlich für die Kinderhändler- und Missbrauchsringe auf der ganzen Welt. Die bislang veröffentlichten Namen Prominenter werden nicht die letzten gewesen sein. Wir halten Sie auf dem Laufenden…

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen