Erneutes Großmanöver – Großbritannien leitet „Baltic Protector“

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Man sollte meinen, Großbritannien habe mit dem Polit-Machtpoker um den Brexit genug zu tun. Das scheint das britische Militär aber nicht daran zu hindern, seine militärische Machtdemonstration auszubauen. Großbritannien wird das Großmanöver „Baltic Protector“ anführen. Die Frage, gegen wen sich das Manöver richtet, erübrigt sich.

2000 Militärs aus Großbritannien, Deutschland, Estland, Lettland, Litauen, Finnland, Norwegen, Schweden und den Niederlanden sollen daran teilnehmen. Bemerkenswert ist die Teilnahme der angeblich neutralen Staaten Finnland und Schweden.

Gavin Williamson, leitender Militärstratege der Briten, sagte: „Während sich Großbritannien auf den Austritt aus der EU vorbereitet, ist unser unerschütterliches Engagement für die europäische Sicherheit und Stabilität wichtiger denn je. Der Einsatz unserer Weltklasse-Marines in der Ostsee, zusammen mit unseren Verbündeten, unterstreicht nachdrücklich die führende Rolle Großbritanniens in Europa.“

Das „Baltic Protector“ Militärmanöver soll die „Bedeutung des Schutzes Europas in Zeiten erhöhter Bedrohung unterstreichen“, so Williamson. Diese Bedrohung, von der Williamson spricht, gibt es allerdings nicht – weder für Europa noch für Großbritannien. Russland hat keine Absichten, militärische Operationen gegen die baltischen oder andere Staaten Europas durchzuführen.

Im Gegensatz dazu will die Nato ihre Rüstungs- und Verteidigungsausgaben noch weiter erhöhen. Der Anstieg der US-Rüstungsausgaben im Jahr 2018 war der größte weltweit. Auch die europäischen Nationen haben zu diesem Trend beigetragen. Insgesamt haben sie 264 Milliarden Dollar für Verteidigung ausgegeben. Damit ist Europa, nach den USA, auf Platz zwei der Verteidigungshaushalte der Welt. China gibt ca. 168 Milliarden Dollar für Verteidigung aus und Russland 63 Milliarden.

Eine am 3. April veröffentlichte Umfrage von YouGov zeigte, dass 2017 noch 73% der Briten für die Mitgliedschaft in der Nato stimmten. Inzwischen ist diese Zustimmung auf 59% gesunken. In Frankreich ist die Zustimmung zur Mitgliedschaft in der Nato von 54% auf 39% gesunken. Auch Deutschland ist aufgefordert, seine Rüstungsausgaben auf 2% des BIP zu erhöhen. Bislang hat Deutschland dieses Ziel noch nicht erreicht. Doch Außenminister Heiko Maas versicherte bei einem Nato-Treffen am 3. April, dass „wir zu unseren Verpflichtungen stehen werden“.

 

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