Erziehung zum guten Menschen: Verkleidungsverbot in einer Kita

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Einen spektakulären Fall von Erziehung und Volkserziehung meldet nun die „Welt“ aus Erfurt. In einer Kita sei es Kindern verboten, am Fasching in diesem Jahr Kostüme anzulegen. Der Kindergarten wolle die Kinder „sensibilisieren für Stereotype“.

Erstaunliche Volkserziehung

Die Anweisung lässt keine Fragen offen: „Bitte verkleiden Sie Ihr Kind am Rosenmontag und Faschingsdienstag nicht“, so der Brief des Kita-Teams an die Eltern. Wer dennoch Kleidung mitbringe oder mitgebe, müsse damit rechnen, dass die Kostüme „an beiden Tagen im Fach des Kindes verbleiben“.

Träger des Kitas ist das „Studierendenwerk Thüringen“. Die Einrichtung, für die Belange von Studenten an Unis zuständig, würden sich einer „kultursensiblen Pädagogik“ widmen, heißt es in der Begründung dieses Verbotes.

Das „Anliegen“ der Kinder verstehen die Erzieher oder Träger gleichwohl. „Für Kinder ist Fasching ein Anliegen, sich in jemanden zu verwandeln, den sie als Held sehen, oder in eine Person, die sie selbst gerne sein möchten“. Somit würde anerkannt, die Komplexität der Welt durch Stereotype zu reduzieren. Die Kinder allerdings sollten sensibilisiert werden gegen die Stereotype. Diese könnten für „Betroffene schmerzhaft, zum Teil sogar entwürdigend sein“. Dennoch habe es ein Kostümfest der Kita und des Universitätssportvereins gegeben. Eine spezielle Karnevals- oder Faschingsfeier jedoch ist nicht mehr vorgesehen.

Die Kita hatte im Jahr 2019 demgegenüber ein „Indianerfest“ veranstaltet, das „aufgrund der Verwendung von Stereotypen“ in der Rückschau in die Kritik geriet, heißt es. Die dabei geäußerten Bedenken seien „aufgegriffen“ worden.

Allerdings steht der Kindergarten in Deutschland mit seiner Form der Erziehung und Volkserziehung nicht allein. 2019 hatte sich der Premierminister Justin Trudeau aus Kanada öffentlich für einen „Fehler“ entschuldigt, der ihm „zutiefst leid“ tue. Er räume ein, seine Verkleidung sei „rassistisch“ gewesen. Damals hatte er sich braune Haut schminken lassen und ein orientalisches Kostüm angelegt. Bis dato wurde allerdings noch nicht bekannt, ob die zahlreichen als „Bayern“ verkleideten Besucher adaptierter „Wies’n“-Veranstaltungen weltweit auch als diskriminierend eingestuft werden. Die Bayern haben sich noch nicht gewehrt.

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