EZB-Präsident Draghi: Die Armen werden ärmer, die Reichen reicher

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Die Nullzinspolitik der EZB, der Europäischen Zentralbank, setzt sich fort. Es sieht so aus, als würde die Nullzinspolitik nicht nur bis Ende des Jahres, sondern sogar länger fortgesetzt. Dies teilte Mario Draghi, der Präsident, kürzlich durch die Blume mit. Die zweite Botschaft im selben Atemzug ist nach Meinung von Beobachtern fast noch alarmierender. Denn der Zentralbank-Chef teilte mit, dass die EZB ab September 2019 bis zum Jahr 2021 vierteljährlich neue Kredite an die Geschäftsbanken verteilen würde.

Alarm in der Eurozone

Damit erhöht sich die Alarmstimmung in der Eurozone. Denn die neuen Kredite und die niedrigen Zinsen offenbaren schlicht, dass die EZB die Eurozone in einer Krise sieht. Die Kreditvergabe, das heißt die massive Anhebung der Geldmenge, hat den wirtschaftlichen Ausnahmezustand in der Eurozone offenbar nicht ändern können. Die Therapie – billiges neues Geld – jedenfalls kurbelt die Wirtschaft nicht hinreichend an.

Kritiker betonen nunmehr, dass sich damit vor allem die Schere zwischen Arm und Reich ausweiten würde. Eine Folge seien Unruhen sowie Wahlergebnisse, unter anderem wird im Mai 2019 in der EU gewählt, die niemand wird haben wollen. Überall sind steigende Mieten sichtbar. Andere Folgen der Geldflut sind Investitionen, die sich nicht direkt am Bedarf orientieren, sondern an politischen Wünschen.

Gerade die steigenden Immobilienpreise gehen mit kletternden Mieten einher. Damit profitieren all jene, die sich mit den Krediten weitere Immobilien kaufen können. Die Verknappung des Wohnraums in den Städten hat sich nun auch auf die ländlichen Regionen übertragen, heißt es zudem bei Marktbeobachtern.
Auch Aktionäre haben in den vergangenen Jahren dank des billigen Geldes gewonnen, womit vor allem die Vermögenderen einen weiteren Vorsprung genießen.

Niedrige oder wie aktuell sogar auf 0 % geschrumpfte Zinsen sind vor allem ein Vorteil für jene, die mit dem neu geschaffenen Geld etwas anfangen können, weil sie neue Kredite erhalten. Also Vermögendere. Ärmere erhalten keinen Zugang zu solchen Darlehen – und müssen am Ende draufzahlen. Die Analyse von „Goldman Sachs“ ist tendenziell sogar richtig: Gerade die Ärmeren werden noch einmal angegriffen.

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