Finanzterror: Jetzt ist Slowenien an der Reihe

Kommentar: Ein weiterer Zwergstaat in der Eurozone gerät in Schwierigkeiten. Slowenien ist ein landschaftliches Juwel, in dem es sicher viel für die Bankster zu “privatisieren” gibt.

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MOSKAU, 02. April (RIA Novosti).

Slowenien will seine Finanzkrise ohne äußere Hilfen in den Griff bekommen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

Nach Angaben des slowenischen Finanzministers Uros Cufer will sein Land nicht dem Beispiel Zyperns folgen und die EU und den IWF um Hilfe bitten.

Vor einigen Jahren erlebte Slowenien mit seinen zwei Millionen Einwohnern einen Finanz- und Industrieboom. Doch mit der Euro-Krise ging die Nachfrage nach slowenischen Exportwaren stark zurück.

Sloweniens Führung bestreitet Gerüchte über eine schwere Finanzlage. „Wir setzen die Restrukturierung des Kapitals und die Stabilisierung des Finanzsystems fort“, sagte Regierungschefin Alenka Bratusek in der vergangenen Woche. Slowenien könne diese Probleme selbstständig lösen, betonte sie.

Trotz der Äußerungen des Finanzministers und der Regierungschefin erhöhten die internationalen Finanzmärkte die Zinssätze der zehnjährigen Staatsanleihen. Ende der vergangenen Woche stiegen sie auf 6,15 Prozent, was nur etwas geringer als für Portugal (6,49 Prozent) ist, das bereits Hilfsgelder aus Brüssel erhalten hat.

Die drei staatlichen Banken Nova Ljubljanska banka (NLB), Nova Kreditna banka Maribor (NKBM) und Abanka Vipa, auf die zwei Drittel des slowenischen Bankensektors entfallen, sind von faulen Krediten belastet. Die von slowenischen Banken bereitgestellten sieben Milliarden Euro zur Finanzierung der Baubranche und riskanter Fusionen machen 20 Prozent des slowenischen BIP aus. Experten zufolge sind für die Kapitalrestrukturierung der slowenischen Banken ein bis 1,5 Milliarden Euro erforderlich.

Die Ratingagentur Moody’s stufte in der vergangenen Woche die Kreditwürdigkeit der NKBM und vor zwei Wochen die der NBL herab.

Ministerpräsidentin Bratusek hält die Vergleiche mit Zypern für unangebracht. Die Aktiva der zyprischen Banken sind acht Mal höher als das BIP des Landes, während die der slowenischen Banken nur 1,3-Mal höher sind. Zudem ist Slowenien im Unterschied zu  Zypern keine Offshore-Zone. Andererseits machen die Zahlungsrückstände von mindestens 90 Tagen 19 Prozent des BIP aus.

Bis zum Jahresende will Sloweniens Regierung 1,5 Milliarden Euro auftreiben. Doch diese Summe wird sich verdoppeln, falls Slowenien die Kapitalrestrukturierung der Banken finanzieren muss. Experten zufolge muss Slowenien sich jedoch in zwei bis drei Monaten an die EU wenden.

http://de.rian.ru/zeitungen/20130402/265848965.html

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Informationen zu Slowenien:

EU-Beitritt: 2004

Hauptstadt: Ljubljana

Fläche: 20 273 km²

Bevölkerung: 2 Millionen

Währung: Mitglied des Euroraums seit 2007 (€)

Schengen-Raum: Mitglied des Schengen-Raum seit 2007

Altstadt von Maribor

Slowenien gehörte in der Vergangenheit als eine der sechs konstituierenden Republiken zu Jugoslawien, doch als dieses im Jahr 1991 auseinanderbrach, erlangte das heutige Slowenien seine Unabhängigkeit. Das Land grenzt an Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien.

Vier große europäische geografische Regionen treffen in Slowenien aufeinander: die Alpen, die Dinarischen Alpen, die Pannonische Tiefebene und das Mittelmeer. Das Land ist bergig, und die Slowenen sind begeisterte Skifahrer und Wanderer. Die Landesflagge zeigt den höchsten Berg des Landes – den „dreiköpfigen“ Triglav (2864 m).

Slowenien gehörte einst zur österreichisch-ungarischen Monarchie. Die Hauptstadt Ljubljana (Laibach) wurde zu Zeiten der Römer gegründet. Die Universität zählt über 50 000 Studenten und trägt zum lebhaften kulturellen Leben der Stadt bei. Die wichtigsten Industriezweige sind die Fertigung von Kraftfahrzeugteilen, chemische Erzeugnisse, Elektronik, elektrische Geräte, Metallwaren, Textilien und Möbel.

Zu den Touristenattraktionen zählen die berühmten Höhlen von Postojna (Adelsberger Grotten) mit ihrem Dekor aus Stalaktiten und Stalagmiten. Wandmalereien belegen, dass bereits im Jahr 1213 die ersten Besucher diese Höhlen besichtigten.

Die slowenische Küche ist stark durch die Küche der Nachbarländer geprägt: Aus Österreich kommen Strudel und Wiener Schnitzel, aus Italien stammen Risotto und Ravioli und aus Ungarn das Gulasch. Typisch slowenisch ist potica, ein traditioneller Kuchen mit Walnussfüllung.

Zu den berühmtesten Slowenen zählen der Physiker Jožef Stefan, der Linguist Franc Miklošič und der Architekt Jože Plečnik.

Quelle: http://europa.eu/about-eu/countries/member-countries/slovenia/index_de.htm

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