Fleisch, der heimliche Umweltzerstörer

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Bei der Debatte um die Ursachen der Umweltzerstörung wird leider ein ganz wesentlicher Faktor häufig außer Acht gelassen. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Ernährungsgewohnheiten drastisch verändert. Durch die steigenden Einkommen stehen heute Fleisch- und Wurstwaren bei vielen Menschen in den Industrienationen jeden Tag auf dem Speiseplan. Doch die Viehaufzucht, die Haltung und die Fütterung verbrauchen viel mehr Land, Wasser und Nahrungsmittel, als der Anbau von Pflanzen. Die steigende Nachfrage nach Fleisch erschöpft die natürlichen Ressourcen, schädigt die Ökosysteme, zerstört lebenswichtige Wälder und raubt dem Menschen Anbauflächen, die er für den Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln für sich selbst nutzen könnte.

Bei der Produktion von Fleisch wird zehnmal mehr Wasser verbraucht als bei der Produktion von Pflanzen. Für die Produktion von 1 Kilo Rindfleisch werden über 15.000 Liter Wasser benötigt. Für die Produktion einer Fleischkalorie werden 30 Getreidekalorien benötigt. Global gibt es rund 150 Milliarden Stück Vieh aber „nur“ 7,2 Milliarden Menschen. Das bedeutete: Das Vieh verursacht einen viel größeren und direkten negativen ökologischen Fußabdruck, als der Mensch. Die Viehzucht verbraucht ein Drittel des in der Landwirtschaft verwendeten Wassers und über 40 Prozent des Getreides auf der Erde. Für die Viehproduktion werden 30 Prozent aller natürlichen Flächen genutzt, die ursprünglich wilde Tiere beherbergten. Die Fleischproduktion ist damit außerdem ein großer Verursacher des global weit fortgeschrittenen Artensterbens.

Amerikaner haben nach den Luxemburgern den höchsten Fleisch-Pro-Kopf-Verbrauch. Die Europäer haben ein Jahrhundert gebraucht, um Fleisch zu jeder Mahlzeit zu essen. Auch in Asien ist dieser Trend zu beobachten. Angesichts der steigenden Bevölkerung in den USA ist der dortige Fleischkonsum bereits jetzt ein großes Problem. Dort beträgt der durchschnittliche Fleischverbrauch pro Jahr über 125 Kilo pro Person und Jahr. In Indien beträgt der jährliche Fleischverbrauch pro Person gerade einmal rund 3 Kilo pro Person. Sollte der Fleischkonsum weiter steigen und die Menschheit nicht endlich umdenken, wären die Folgen für die Umwelt katastrophal.
Die Prognosen sind bereits jetzt besorgniserregend. Um der aktuellen Nachfrage nachkommen zu können, wird das Vieh für die Fleischproduktion vermehrt mit Getreide, anstatt mit Gras gefüttert, damit die Tiere schneller wachsen. Die gesteigerte Getreideproduktion wiederum hat negative Folgen auf die natürlichen Ressourcen und auf die Umwelt, da unter anderem häufig genmanipuliertes Getreide, das mit Pestiziden – zumeist Glyphosat – behandelt wurde, angebaut wird. Dem Vieh werden große Menschen an Antibiotika verabreicht, denn die Massentierhaltung verursacht viele Krankheiten.

Durch die Massentierhaltung wird zudem das Grundwasser massiv verschmutzt. Die Milliarden Tonnen Gülle, die dabei entstehen, sind mit Nitraten und Arzneimittelstückständen belastet. Den größten Anteil an der Nitratbelastung des Grundwassers hat die Landwirtschaft. Nitrat kann im menschlichen Körper zu krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt werden. Arzneimittelrückstände wie Antibiotika gelangen ebenfalls ins Grund- und damit ins Trinkwasser und somit in den menschlichen Körper, wo gefährliche Resistenzen gegen Keime erzeugt werden können.

Obwohl die Folgen des Fleischkonsums für die Umwelt und die Gesundheit dokumentiert sind, findet das Thema, vor allem in der Klima- und Umweltdiskussion, kaum Beachtung. Wenn auf der Erde kein Getreide mehr für Viehfutter oder Biokraftstoffe hergestellt würde, könnten jüngsten Studien zufolge 4 Milliarden Menschen zusätzlich – pflanzlich – ernährt werden. Das ist mehr als die Anzahl, bei der sich die Erdbevölkerung voraussichtlich stabilisiert.

Nicht jeder muss deswegen Vegetarier werden. Doch eine teilweise Umstellung der Ernährungsgewohnheiten könnte weitreichende, positive Auswirkungen auf die Umwelt haben. Die Umstellung auf eine überwiegend pflanzliche ausgewogene Ernährung und einen kleinen Anteil fleischlicher Nahrung würde dazu beitragen, die natürlichen Ressourcen und die Umwelt zu schonen. Mehr noch, die Umwelt könnte sich wieder erholen und das Risiko ernährungsbedingter Krankheiten würde erheblich reduziert. Demgegenüber ist die Debatte um den Klimawandel in Deutschland regelrecht hysterisch – mit zahlreichen falschen Argumenten, wie Sie hier lesen.

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