So funktioniert eine Staatspleite – Argentinien als Blaupause für die Euro-Zone

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Argentinien ist annähernd pleite. Der Staat ist nun inmitten einer fulminanten Wirtschaftskrise dazu übergegangen, den Devisenhandel einzuschränken. Dies ist eine Blaupause für andere Staaten, die in ähnliche Schwierigkeiten geraten könnten. Auch für die Euro-Zone, sofern sich hier ähnliche Szenarien entwickeln. Der Fall Argentinien zeigt, wie schnell es zu Problemen für Sie kommen kann.

Privatpersonen dürfen ihr Geld kaum eintauschen

Die Einschränkung greift seit Sonntag und soll bis zum 31. Dezember gelten. Wer als großer Exporteur seine Rechnungen im Ausland etwa im Dollar bezahlen möchte, muss für den Kauf dieser Währungen und/oder die Überweisung von Devisen (also vorhandener Dollar) eine Genehmigung bei der Notenbank einholen.

Private Personen dürfen gleichfalls kaum noch so agieren, wie sie möglicherweise wollten. Die Obergrenze für den Kauf von Dollar liegt bei monatlich 10.000 Dollar. Stellen Sie sich vor, Sie hätten beispielsweise einen Betrag in Höhe von 100.000 Euro (umgerechnet in unsere Währung) zur Verfügung. Vielleicht aus einer Erbschaft, vielleicht selbst gespart oder verdient. Dann müssten Sie in Argentinien, wären Sie Bürger dieses Landes, auf diese Weise zehn Monate lang warten, um Ihr Vermögen in Dollar umzutauschen. Sie dürften also davon ausgehen, dass Sie zehn Monate lang zittern müssen – denn der Wert des argentinischen Peso kann in der Wirtschaftskrise massiv fallen.

Wer also auf den Dollar als Ausweg setzt, kommt in Argentinien schon jetzt zu spät. Das ist eine kalte Enteignung.

Argentinien hat ohnehin bereits eine Inflationsrate in Höhe von offiziell über 55 %. Hintergrund solcher Inflationsraten ist eine schwache Währung, wie sie auch in der Euro-Zone möglich ist: Wir drucken und drucken Geld und erhöhen die Geldmenge schneller, als die Produktivität steigt. Wenn die Inflationsrate einmal in die Höhe schnellt, dann ist sie ohne Gegenmaßnahmen kaum aufzufangen.

Argentinien zeigt: So schnell kann es gehen, dass Sie sich kaum noch bewegen können. Was bei uns passiert, lesen Sie hier.

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