Gegen die EU-Zentralisierung: Diese Stadt in England fördert die lokale Wirtschaft

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EU-Gegner wird in der Regel vorgeworfen, irgendwie „nationalistisch“ zu sein, „rechts“ oder „völkisch“. Dabei ist die Grundhaltung der meisten Kritiker ganz anders geprägt. Die Sorge innerhalb der EU ist vielmehr, dass die Vereinigung immer mehr Entscheidungen an sich zieht und ohne Rücksicht auf Verluste alle Strukturen ändert. Die Währung, die Gesetze, die Arbeitszeiten, die Energiewende, die Verteidigung oder den Angriff, je nachdem, wie man es liest und so fort. Die EU ist ein Zentralorgan. Die Stadt Preston versucht es andersherum.

Staat zog sich zurück, Industrie ging

Grundlage der Re-Organisation war die Finanzkrise 2008. Der Staat insgesamt zog sich zurück, die Zentralregierung strich die Versorgung der Kommunen zusammen. Zudem gingen auch die großen Unternehmen – in etwa zeitgleich. Also diejenigen, die Arbeitsplätze und Einkommen erzeugen und damit wiederum Einkommen erzeugen. Kein Geld, keine Maschinen, keine Arbeit. Die Zukunft von Preston war düster.

Die Stadt sortierte sich neu. Aufträge wurden nicht mehr nach ausschließlich einseitigen ökonomischen Kriterien vergeben. Vielmehr fragte sich die Stadtverwaltung, welche Verfahrensweise einen „sozialen Mehrwert“ verspreche. So sucht die Stadt seit Jahren für diverse Projekte auch lokale Investoren. Die Pensionskasse von Angestellten der Stadt fing an, sich mit dem neuen Rahmen zu identifizieren. Sie investierte in der Region – und hier in den Bau eines neuen Wohnheims für Studierende. Die Angestellten pumpten dabei zunächst etwa 20 Millionen Euro in das Projekt. Weitere 90 Millionen will der Fonds ebenfalls vor Ort anlegen – damit das Geld auch der lokalen Wirtschaft zur Verfügung steht. Die wiederum schafft dann natürlich Arbeitsplätze und somit weitere Investitionen.

Auch die Verwaltungen in der Stadt sowie aus der Grafschaft sowie die Polizei, das Krankenhaus oder eben die Wohnungsgenossenschaften haben Geld und investieren. Das Geld fließt jetzt aber zu mehr als einem Viertel in die Region. Dies seien etwa 220 Millionen Euro bei einem Gesamtbudget in Höhe von 850 Mrd. Euro. Der Betrag hat sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Zusätzlich hat die Regierung die Zuschüsse aus der Londoner Zentrale noch um 30 % gesenkt. Schlechte Vorzeichen offenbar – und dennoch funktioniert das Modell. Die Bürger in Preston haben durch ihr Verhalten deutlich werden lassen, dass das Leitbild der lokalen Wirtschaft funktioniert. Gegen den Zentralstaat EU und dessen Macht.

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