Gender-Kolonialimperialismus und die GIZ

Danke RZ99 für den Link.

Schlimmer als Kolonialherren im 19. Jahrhundert: Gender-Imperialismus von heute

Gender Mainstreaming will die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) nach Benin bringen, in ein Land, das zu den ärmsten Ländern der Erde gehört. Wem dieser Zynismus noch nicht reicht, dem servieren wir mit diesem Post die Ergebnisse einer Recherche, die eine ganze Reihe unverdaulicher Happen zu Tage gefördert hat.

Benin ist kein Einzelfall, so muss man feststellen, denn Gender und Gender Mainstreaming sind so etwas wie die Hauptexport-Artikel der GIZ.

gizDie GIZ ist im Übrigen ein Bundesunternehmen, das man, vermutlich damit seine Bilanz nicht aussagekräftig gehalten werden muss, als GmbH, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, eingesetzt hat. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die für die Bundesregierung internationale Zusammenarbeit betreibt, und zwar mit dem Ziel “einen sichtbaren Mehrwert für die gesamte Bundesregierung zu schaffen” (nicht etwa für die Menschen in den Entwicklungsländern, denen angeblich geholfen werden soll), diese Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die – nach eigener Aussage – “der erhöhten Sichtbarkeit Deutschlands sowie der Unterstützung deutscher außen-, wirtschafts- und sicherheitspolitischer Interessen” dient, diese Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, ist ein Unternehmen mit einem Jahresetat von rund 2 Milliarden Euro, die aus dem Steuersäckel kommen, denn die Auftraggeber der GIZ sind entweder das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und Entwicklung oder so genannte Deutsche öffentliche Auftraggeber (DÖA).

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Antonia Kühn

Damit die Verwendung des Geldes der öffentlichen Auftraggeber auch im Einklang mit den “politische[n] Konzepte[n] der Bundesregierung” steht, ist der Vorstand von Staatssekretären, Vertretern aus Ministerien, Mitgliedern des Bundestages und natürlich von Antonia Kühn, der Gewerkschaftssekretärin des DGB Nordrhein-Westfalen und von Birgit Ladwig, der Büroleiterin bei verdi, bevölkert – eine Ansammlung an Kompetenzen der internationalen Zusammenarbeit also.

Diesen Kompetenzen entsprechend steht Gender und Gender Mainstreaming ganz oben auf der Liste der wichtigen Aufgaben, die es in Entwicklungsländern zu erledigen gilt. Projekte erhalten entsprechend eine Kennung, die von GG0 “Gleichberechtigung der Geschlechter ist kein Ziel der Maßnahme” über GG1 “Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein wichtiges Nebenziel der Maßnahme” zu GG2 “Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein Hauptziel der Entwicklungsmaßnahme” reicht.

Birgit Ladwig
Birgit Ladwig

Wer sich wundert, dass Gender Mainstreaming wieder mit Gleichberechtigung vermengt wird, obwohl es mit Gleichberechtigung gar nichts, dafür aber viel mit Gleichstellung und Bevorzugung zu tun hat, dessen Wundern ist spätestens dann am Ende, wenn ihm Beispiele für Projekte in GG2 oder GG1 gegeben werden:

  • So ist die Förderung des Rechtsbewusstseins von Frauen und Mädchen ein mit GG2 bewertetes Projekt, was deutlich zeigt, dass es hier nicht um Gleichberechtigung, sondern um Besserstellung geht, da die Förderung des Rechtsbewusstseins von Männern und Jungen offensichtlich nicht vorgesehen ist.
  • GG1 ist ein Projekt, dessen Hauptziel darin besteht “einen Stadteil oder eine Gemeinde mit Trinkwassser zu versorgen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Mädchen und Frauen einen sicheren und einfachen Zugang zu diesen Anlagen haben”. Offensichtlich ist nicht vorgesehen, für Jungen und Männer einen sicheren und einfachen Zugang zu Trinkwasser bereitzustellen.

Neben diesen Widerlichkeiten des Gender Mainstreamings, die einmal mehr verbal als Gleichberechtigung getarnt werden, gibt es die obligatorische Durchführung einer so genannten Genderanalyse. Warum? “Gender lohnt sich“, wie es in einer Broschüre der GIZ heißt.

Gender lohnt sich zum Beispiel für die vielen Gender Gutachter, die sich im Gender Gutachterpool des BMZ finden. Sie verdienen nicht schlecht daran, dass die GIZ, also das BMZ als Hauptauftraggeber, keine Entwicklungsprojekte mehr durchführt, ohne dass eine Genderanalyse durchgeführt wurde. Ob es um die Landwirtschaftsförderung, die ländliche Stromversorgung, die African Cashew Initiative, die “Wasserversorgung und integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen” geht, die Genderanalyse ist Pflicht: “Im BMZ-Geschäft ist die Durchführung einer Genderanalyse verpflichtend. Gemäß den Vergabekriterien des BMZ (2001) gibt es eine klare politische Vorgabe für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, zu Beginn eines neuen Vorhabens eine Genderanalyse durchzuführen”.

Ohne Genderanalyse also kein Trinkwasser.

Weiterlesen:

http://sciencefiles.org/2014/12/29/schlimmer-als-kolonialherren-im-19-jahrhundert-gender-imperialismus-von-heute/

 

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