Gladio, NSU und Terror von Rechts

Danke Kint für den Link.
nato_gladio

Ein Artikel von Friedensblick

Diese Recherche zeigt Fakten und geschichtliche Hintergründe rechtsextremistischer Anschläge auf und legt Zusammenhänge offen. Das Ergebnis lässt auf ein militantes Netzwerk schließen, das von Geheimdiensten protegiert und geschützt wird. Diese illegalen Strukturen entziehen sich seit Jahrzehnten erfolgreich der abschließenden Zerschlagung. Es drängt nach den strukturellen Gründen zu fragen – dienen sie u. a. der möglichen Durchsetzung politischer Ziele?

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) bestätigte 2007 im Interview mit der Zeitung “Zeit” die Existenz von Staats-Terrorismus:

ZEIT: Gab es denn eine besondere Form des Terrorismus in Deutschland durch Baader, Meinhof und die anderen?

Schmidt: Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.

ZEIT: Ist das Ihr Ernst? Wen meinen Sie?

Schmidt: Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage. (Zeit)

Der damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer forderte im Jahr 2010, seinem Todesjahr, Aufklärung und warnte:

 ”Der Feind sitzt innen – heute mehr denn je.”

http://www.youtube.com/watch?v=N7yM0WUxfnw

Franz-Josef Strauß (damaliger CSU-Ministerpräsident, CSU-Vorsitzender) am 16.11.70:

“Man muß sich der nationalen Kräfte bedienen, auch wenn sie noch so reaktionär sind. Hinterher ist es immer möglich, sie elegant abzuservieren. Denn mit Hilfstruppen darf man nicht zimperlich sein.” (Der Spiegel 12/1970).

Gliederung:

1. Geschichte der Zusammenarbeit zwischen Rechtsterroristen und Staat

2. Strategie der Spannung heute

3. Vorstellung möglicher Gruppen mit aufgedeckten Waffenverstecken

3.1. Bund Deutscher Jugend (BDJ)

3.2. Deutsche Aktionsgruppen, Wehrsportgruppe Hoffmann

3.3. NSU-Waffenlager?

3.4. Die “SS-Kampfgemeinschaft Prinz Eugen”

1. Geschichte der Zusammenarbeit zwischen Rechtsterroristen und Staat

Aufbau der NATO-Untergrundarmeen

Nach dem 2. Weltkrieg wurden unter US-amerikanischer Führung geheime Untergrund-Armeen in westeuropäischen Ländern aufgebaut, die als „Gladio“ (Schwert)-Einheiten bekannt sind. Sie hätten einen Partisanenkrieg gegen die sowjetische Armee organisieren sollen, falls sowjetische Panzer Europa erfolgreich überrollt hätten. Diese Militär-Strategie wurde “stay behind” genannt.

Doch änderte sich im Laufe der Zeit das Angriffsziel: Auch Kommunisten und Linke in West-Europa wurden durch verschiedene illegale Aktionen bekämpft, um deren demokratisch legitimierte Regierungsübernahme zu verhindern. Dabei kamen nicht ganze Armee-Einheiten sondern militärisch ausgebildete und ausgerüstete Gruppen zu Einsatz, in denen viele Mitglieder eine ausgesprochen rechtsextreme Einstellung aufwiesen.

Hermann Scheer erwähnt in diesem Zusammenhang den Bombenanschlag mit 85 Toten auf den Hauptbahnhof in Bologna (85 Tode) am 02.08.1980. Italienische Neo-Faschisten wurden für diesen Anschlag verurteilt, jedoch sind die Hintermänner bisher unbekannt. Dieser Anschlag würde sich jedoch nahtlos einreihen in eine ganze Serie blutiger Anschläge des italienischen Militärgeheimdienstes SISMI, Neofaschisten und Teile des von NATO und CIA betriebenen Gladio-Netzwerkes (Wiki). Der Historiker Daniele Ganser erläutert:

“Washington, London und der italienische militärische Geheimdienst befürchteten, dass der Einzug der Kommunisten in die [italienische] Regierung die Nato von innen heraus schwächen könnte. Um dies zu verhindern, wurde das Volk manipuliert: Rechtsextreme Terroristen führten Anschläge aus, diese wurden durch gefälschte Spuren dem politischen Gegner angelastet, worauf das Volk selber nach mehr Polizei, weniger Freiheitsrechten und mehr Überwachung durch die Nachrichtendienste verlangte.“ (wiki)

Strategie der Spannung

Staats-terroristische Aktionen dienen der sogenannten “Strategie der Spannung”. Sie umschreibt verdeckte Maßnahmen der Geheimdienste, die Bevölkerung zu verunsichern, Frust und Hasspotential zu erzeugen. Der politische Meinungsbildungs-Prozess der Bevölkerung wird dadurch manipuliert. So etwa bewirkten die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, dass sich große Teile der besorgten Bevölkerung um ihren Präsidenten scharte und ein “Heimatschutz-Ministerium” gegründet wurde. Ein klassisches Beispiel ist das Einschleusen von randalierenden Zivil-Agenten, “Agent Provocateurs”, in friedliche Demonstrationen, die dadurch außer Kontrolle geraten.  Dementsprechend negativ berichten Medien über “Chaoten-Demonstrationen”.

Die “Strategie der Spannung” vollzieht sich stets unter strengster Geheimhaltung und Leugnung der involvierten Behörden (wiki).

Offener Krieg gegen die Demokratie

Scheer spricht aber auch über die Gladio-Beteiligung bei der Beseitigung der damaligen griechischen Demokratie. Um die Nation vor einer “kommunistischen Übernahme” zu retten, ermordeten rechts-gerichtete griechische Obristen allein im ersten Monat 8.000 als “links” verdächtigte Menschen (wiki). Dazu Ganser:

„Die Operationen zielten immer darauf ab, unter der Bevölkerung möglichst viel Angst zu schüren. Das reichte von Bombenmassakern in Eisenbahnen und auf Märkten (Italien) über die Anwendung systematischer Folterung von Regimegegnern (Türkei), die Unterstützung rechtsradikaler Staatsstreiche (Griechenland und Türkei) bis hin zur Zerschlagung oppositioneller Gruppen (Spanien und Portugal)“. (Themen der Zeit)

Politische Stellungsnahme zu Gladio

Im Jahr 1990 veröffentlichte die deutsche Regierung einen “Stay-behind-Bericht”, der vom Staatsminister im Bundeskanzleramt, Lutz Stavenhagen, verfasst wurde. Dort wurde eingeräumt, dass …

“Gegen Ende der 50er-Jahre (…) die Organisation aus etwa 75 hauptamtlichen Mitarbeitern [bestand]. (…) Die Anzahl der Geheimdienstmitarbeiter lag zeitweise bei bis zu 500 Personen. 1983 wurde das Personal auch darin ausgebildet, Sabotageakte in feindlich besetzten Gebieten gegen Angreifer durchzuführen.”

Die Waffenverstecke der deutschen Stay-behind-Einheit wären jedoch 1972 aufgelöst worden. Außerdem hätte Gladio …

“… niemals Verbindungen zu rechtsextremistischen Gruppierungen gehabt.” (Spiegel)

Weiter gab Stavenhagen bekannt, dass infolge der weltpolitischen Veränderungen der BND…

“… bereits im Sommer 1990 vorgesehen [hätte], die Stay-behind-Organisation aufzulösen. Nach Vereinbarungen mit den Verbündeten wird die Auflösung bis zum April 1991 vollzogen.” (Ganser)

Diese Regierungs-Darstellung steht konträr mit der Aussage des ehemaligen BND-Agenten Norbert Juretzko. Juretzko kam im Frühjahr 1987 zu Gladio, welches „eine Mischung aus staatsgefährdenden Geheimdienst-, Militär- und Neonazimauscheleien“ gewesen wäre. Er blieb dort bis April 1991, als Gladio aufgelöst wurde. Danach kam er zu der neu geschaffenen Abteilung 12YA, die gemeinsam mit dem US-Nachrichtendienst DIA betrieben wurde. Juretzkos Vorgesetzter erklärte gleich zu Beginn, „dass die Amerikaner ab sofort für unsere operativen Einsätze verantwortlich seien“.  In den folgenden Jahren wäre das ehemalige Gladio-Netz reaktiviert worden.

“Im Laufe der Zeit wurden dafür auch das alte Gladio-Netz reaktiviert. Anfang 1993 gab Juretzko die Devise aus: „Wir mobilisieren alle unsere Stay Behind-Quellen und machen daraus Beschaffungshelfer …“  (JE)

……………….

Weiterlesen:

http://friedensblick.de/391/gladio-nsu-terror-rechts/

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