Glyphosat: Zwischen Krebsverdacht und einer Milliardenklage….

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In einigen Tagen wird die Weltöffentlichkeit mehr darüber erfahren, wie sich die Milliardenklagen gegen Bayer und Monsanto in den USA entwickeln und entwickelt haben. Das Unternehmen wird seine Zahlen zum dritten Quartal präsentieren und dabei auch Einblick in die Prozessstrategie und die zu erwartenden Risiken geben müssen. In den USA waren einige Gerichtsverfahren geführt worden, die zunächst zu horrenden Strafen führten, die allerdings im Nachgang wiederum reduziert worden sind. Dennoch ist es derzeit vor den Gerichten in den USA offenbar noch immer Usus, dass Glyphosat und dessen Verwendung krebserregend seien.

Die Regierung in Deutschland hat sich bis dato in dieser Angelegenheit noch immer nicht positioniert, sondern vor zwei Jahren angeblich letztmalig die Nutzung des sogenannten Pflanzenschutzmittels in der EU durchwinken lassen. Ohne die Stimme dieser Regierung wäre Glyphosat hier nicht mehr am Markt.

Wir erinnern daran, dass ein Gericht in San Francisco Glyphosat sogar einstimmig als „wesentlich“ für die Entstehung von Lymphdrüsenkrebs bezeichnet hat.

Krebserregend? Nach Meinung dieses Gerichts „ja“

„Ein Bundesgericht in San Francisco hat jetzt geurteilt, dass das Pflanzengift Roundup, das den Wirkstoff Glyphosat enthält, krebserregend ist. Die Entscheidung des Gerichts gilt als wegweisend. Angesichts der inzwischen 11.200 Glyphosat-Klagen in den USA dürfte das Urteil heftige Folgen für den Konzern Bayer haben, der im vergangenen Jahr den Agrochemiekonzern Monsanto übernommen hat. Bayer hat 63 Milliarden US-Dollar für die Übernahme bezahlt. Doch der Mega-Deal droht nun zum Mega-Desaster für Bayer zu werden.

Die Jury des Bundesgerichts in San Francisco befand einstimmig, dass Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung des Klägers Hardeman gewesen ist. Mit dem Urteil geht der Prozess nun in die zweite Phase, in der nun geklärt werden soll, ob Monsanto über die Risiken von Glyphosat Bescheid wusste, diese bewusst vertuscht und die Behörden beeinflusst hat. Abschließend muss die Jury dann entscheiden, wieviel Schadenersatz Bayer zahlen muss. Bayer hat bereits im August 2018 ein Verfahren vor einem Gericht des Staates Kalifornien verloren und war zu einer Schadenersatzzahlung von 78 Millionen Dollar verurteilt worden.

Bei dem Gerichtsurteil handelt es sich um einen sogenannten „Bellwether Case“. Das ist eine Musterklage, die richtungsweisend für derartige Prozesse gilt. Allein bei dem Richter des Bundesgerichts in San Francisco liegen mehr als 760 weitere Klagen von Landwirten, Gärtnern und Bürgern gegen Monsanto/Bayer auf dem Tisch. Zudem liegen weitere, repräsentative Fälle auf den Verhandlungstischen der US-Gerichte. Mit dem Urteil des US-Bundesgerichts steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Bayer eine große Zahl der Glyphosat-Klagen verlieren könnte.

Bayer war angesichts des Gerichtsurteils zwar enttäuscht, zeigte sich aber weiterhin davon überzeugt, dass glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel keinen Krebs verursachen. Die Aktionäre von Bayer sehen das allerdings anders. Die Aktie brach am Mittwoch um zehn Prozent ein. Insgesamt hat die Bayer-Aktie nach der Übernahme von Monsanto rund 30 Prozent an Wert verloren. Dementsprechend harsch dürfte auch die Kritik auf der Bayer-Hauptversammlung der Aktionäre am 26. April ausfallen. Im „Manager Magazin“ wurde der Kauf von Monsanto bereits als „größter und schnellster Wertvernichter der Dax-Geschichte“ bezeichnet.“

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