Gordon Duff: Washington hinter dem Spiegel

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Gordon Duff: Washington hinter dem Spiegel

Von Gordon Duff und New Eastern Outlook, Moskau

Übersetzt von Politaia.org

Russland denkt, es arbeite mit Präsident Trump in Syrien zusammen und mache Fortschritte in dem Unterfangen, die NATO von seinen Grenzen wegzudrücken; so oder so ähnlich hört man in den verfügbaren Nachrichten Ende Juli. Was Russland und auch viele Leute in den USA nicht wissen, ist, dass das Pentagon – inbesondere eine extremistische Kabale – freie Hand bekommen hat.

Und so denken viele in der Öffentlichkeit und auch Außenminister Tillerson selbst, der seine Bemühungen um Abkommen und seine Arbeit kontinuierlich untergraben sieht und deshalb zurückzutreten droht, dass dies etwas mit Präsident Trump, seiner Familie und der Flut von phantasievollen Tweets zu tun habe, die von vielen Leuten als Anzeichen dafür angesehen werden, dass der Präsident an Gedankenflucht und fehlender Konzentration leide.

Die eigentliche Frage sollte lauten, warum Trump dem Pentagon freie Hand gegeben hat oder warum er seinen Generälen vertraut oder wer hinter ihm steckt und ihn kontrolliert. Nichts an Trumps Vorgeschichte lässt darauf schließen, dass er dem Militarismus oder den Drahtziehern und Arschküssern des Pentagons zugeneigt ist. Keine Organisation hat mehr Unheil angerichtet, als das Pentagon, das einen Krieg nach dem anderen verloren hat, Billionen von Dollars verschwendet hat, unter nicht funktionierenden Waffensystemen und unter einer schwindenden Reputation leidet.

Bei jedem Schritt in Richtung verbesserter Beziehungen in einer Welt, wie sie während der Kalten Krieges “West gegen Ost” bestanden hatte, gibt es (nun) zwei Schritte zurück in Richtung Konflikt und Konfrontation.

Während der schicksalreiche Sommer 2017 vorbeigeht, wurde das geopolitische Regelwerk wahrscheinlich für immer verbrannt. Viele verstehen auch nicht die äußerst gefährlichen Dynamiken der Macht. Noch gefährlicher ist, dass einige, die im Hintergrund arbeiten, potentielle Gegner darstellen, nukleare bewaffnete Feinde: und dabei reden wir über Russland und China.

Zu Anfang wollen wir uns mit der salbungsvollen Annäherung – ob sie nun echt ist oder erfunden – zwischen Präsident Trump und Russland bechäftigen. Der Hintergrund für diese Geschichte ist sowohl unter genauerer Betrachtung ermüdend als auch voller Fiktionen und Erfindungen. Werfen wir einen Blick zurück.

Washington, was auch immer das ist, wird allgemein als ein veritabler Gulli von bestochenen und geschmierten politischen Parteisoldaten, Think Tanks (die alles andere als “Denken”) und einer Presse angesehen, welche Trump als “Fälscher” bezeichnet. Die Presse hat aus vielerlei Gründen eine Schlüsselposition.

Schauen Sie, die Welt analysiert US-Politik anhand von “fake news“. Es waren schon immer  “fake news“, zumindest augenscheinlich seit Jahrzehnten. Da es nur wenige Qualitätsjounalisten gibt und der Großteil der Presse von mächtigen Konzerninteressen kontrolliert wird, war die Nadel, die Trump in den “fake news“-Ballon stach, nichts mehr als die Aufdeckung einer Tatsache, die seit vielen Jahren Usus ist, nämlich die Produktion von Lügen und Mist. Und das öffnete eine [weitere] Tür.

Durch diese Tür drangen noch mehr Lügen und Müll, noch verlogener als die vorherigen. Basierend auf der Chaos-Theorie hatten Organisationen der psychologischen Kriegsführung, die im Geld für den erfundenden “Krieg gegen den Terror” schwammen, viel Zeit, ihre nutzlosen Talente für die Desinformation der Öffentlichkeit einzusetzen.

Das Ergebnis ist eine gespaltene USA, in der fabrizierte “alternative Nachrichten” für eine leicht beeinflussbare Bevölkerung nun mit dem “Mainstream” in Konkurrenz liegen, die nun – wie ich mit allem Nachdruck glaube – mit dem Begriff “fake news” belegt werden. Sie [die alternativen Medien] unterstützen verschiedene Versionen einer erfundenen Geschichte, welche nur in den seltensten Fällen und und auf eine verquere Weise der Realität nahe kommt.

In Washington scheint Russland eine amerikanische Wahl manipuliert zu haben und eine neue und beuruhigende Branche der Executive, die vielleicht für Russland oder sonst jemanden arbeitet (es kann keiner Information aus keiner Quelle vertraut werden), wird nun von Gruppen untersucht, die seit langem im Auftrag von Interessenvertretungen handeln, von denen viele ganz klar im Konflikt mit dem Wohlergehen der USA stehen.

Amerika hat sich der Diktatur geöffnet. Es gab vor langem seine Fähigkeit auf, sich selbst zu regieren, vielleicht war das wegen der Zentralbank, der Federal Reserve im Jahre 1913 oder wegen jüngerer Erosionen der individuellen Macht, wie die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 2005 im Falle Citizens United. Was man immer als Meilenstein dazu aussucht, es bleibt festzustellen, dass Überreste der demokratischen Einrichtungen in den USA nun schwer zu finden sind.

Zurück bleiben augenscheinlich Fraktionen, die fälschlicherweise mit “rechts” oder “extrem rechts” definiert werden, und die um die Kontrolle über das amerikanische Militär rangeln und somit um die Kontrolle des Planeten selbst.

Sehen Sie, wer das amerikanische Militär kontrolliert, kontrolliert die Welt, solange kein Machtblock auf die Bühne tritt, der eine Herausforderung darstellt, nun gut, der was herausfordert? Wenn das Pentagon das amerikanische Militär kontrolliert und das Pentagon von einer Kabale von religiösen Extremisten kontrolliert wird, wie viele behaupten oder von Konzernlakaien (was die meisten Leute glauben), wie steht es dann um die Welt?

Dann wiederum muss man sich folgendes fragen: Wenn Trump und sein eigener republikanischer Kongress (als die zwei Seiten derselben Medaille und Handlanger verschiedener Strippenzieher) sich im Krieg um seine Amtsenthebung befinden – und ich versichere Ihnen, es gibt kaum etwas anderes, was in Washington diskutiert wird – ist dann jegliche Aufsicht über den Einfluß der neu gebildeten Militärmacht auf die amerikanische Politik verschwunden?

Das müssen wir widerwillig mit “ja” beantworten.

Während also Zonen der “Konfliktentschärfung” in Syrien besprochen und geplant werden oder die CIA ankündigt, ihr winziges Programm der offenen “Hilfe für den Terrorismus” einzustellen, plant das Pentagon die Besetzung und Aufteilung des Irak und bereitete sich auf den Krieg gegen den Iran, gegen China, gegen Korea und sogar gegen Russland vor.

Wenn schon der Kongress weiterhin Russland verteufelt, was manche für ein sklavisches Festkleben am Dogma des Kalten Kriegs ansehen, wie schaut es dann um die Mentalität im Pentagon aus? Wer weiß das?

William G. "Jerry" Boykin
William G. “Jerry” Boykin

Warum gibt niemand zu, dass die Politik jetzt vom Pentagon bestimmt wird? Weiß jemand, wie dieser Prozess vor sich geht? Nur wenige haben mitbekommen, dass Trump bei der Wahl seines Übergangsteams einen pensionierten General namens Jerry Boykin mit der Vollmacht ins Pentagon berief, jegliche Änderungen durchzusetzen. Uns wurde erzählt, dass Boykin eine zweite Kommandostruktur aufbaute, welche nun die US-Außenpolitik bestimmt. Sie basiert auf der christlichen Prophetie und der Theologie der “Endzeiten”, einer Form des religiösen Extremismus, welcher selbst den ISIS und die Taliban erblassen läßt.

Und so fragt man sich angesichts eines Außenministeriums, das sich links liegengelassen fühlt und das von einem Weißen Haus isoliert wird, welches seinerseits offenkundig jenseits seiner Auffassungsgabe operiert,  wieviel ein gleichfalls außer Kontrolle geratenes Pentagon zum Chaos beigetragen hat?

Gordon Duff is a Marine combat veteran of the Vietnam War that has worked on veterans and POW issues for decades and consulted with governments challenged by security issues. He’s a senior editor and chairman of the board of Veterans Today, especially for the online magazine “New Eastern Outlook.”
https://journal-neo.org/2017/07/26/washington-behind-the-mirror/

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1 Kommentar

  1. Man könnte das auch anders sehen:

    Trump scheint die Gegenseite – den tiefen Staat – zu reizen, damit sie in aller Öffentlichkeit Fehler macht und damit legal angreifbar wird. Das erfordert sehr gute Nerven, die eine Pokerspielers. Und natürlich guter Karten, also eine eigene Stärke und “Hausmacht”, auch im Militär. Für das Erringen der Präsidentschaft ist sowieso MASSIVE Unterstützung im weniger Öffentlichen notwedig, nicht nur ein Steve Bannon mite Team (Beachte: Gegenspieler John BRannon!)

    Was ist, wenn Trump selbst einen Militäputsch vorbereitet hat?

    US Marine, US Airforce und US Army sind sich nicht immer gewogen. Auf welcher Seite steht der Chief of Staff Dunford? Auch Gordon Duff könnte unwissentlich so mit ausgewählten Infos gefüttert worden sein, dass er unbewußt das “Chaos” an Information verstärkt, um anderen Vorgängen weitere Deckung zu geben…

    Das läuft scheinbar tatsächlich auf einen -weltweiten?- Showdown hinaus, zumiderst im US Militär.

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