Größenwahn und Großraum: Wie Globalisten-Stink-Tanks Europas Zukunft planen

Trump sieht EU als gescheitert an: "Merkels Flüchtlingspolitik brachte Fass zum Überlaufen"

Kommentar: Die Stink-Tanks werden meist von den großen Stiftungen finanziert, die keine Steuern zahlen, darum heißen sie Stiftungen: Weil sie vor der Steuer stiften gehen. Und weil sie zu allerhand gefährlichen Unsinn anstiften: Damit es weiterhin Kriege gibt und City of London die Zügel in der Hand behalten kann. [Kommentar Ende]

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Auszug aus einem Artikel von German-Foreign-Policy:

Im “Großraum” der EU

26.07.2012
BERLIN
(Eigener Bericht) – Ein europäischer Think-Tank mit Verbindung nach Deutschland plädiert für den Aufbau eines EU-kontrollierten “Großraums” vom Polarmeer über Zentralasien und Nahost bis Nordafrika. Die “Group on Grand Strategy” (GoGS) will mit dem “Großraum” (“Grand Area”) dem ihrer Auffassung nach zu errichtenden europäischen Föderationsstaat eine Machtbasis schaffen, die europäische Rohstoffinteressen bedienen und weitestgehend gegen die Einflussnahme außereuropäischer Mächte abgeschirmt sein soll. Die Konzeption, die in vielerlei Hinsicht mit deutschen Interessen konform geht, sieht unter anderem vor, den “Großraum” mit einem Netz von Militärbasen zu überziehen, die “europäisch” und damit jeder nationalen Kontrolle enthoben sein sollen. Dem Beirat der Vereinigung gehört eine Vertreterin der Bertelsmann-Stiftung an, eines der einflussreichsten deutschen Think-Tanks; die Politikwissenschaftlerin bearbeitet für die Stiftung den Themenbereich “Europas Zukunft“.

Liberale Ordnung

Den “Großraum”-Plan hat James Rogers, ein Mitbegründer der Group on Grand Strategy, verfasst. In seinem umfassenden Papier “A new Geography of European Power?” plädiert er dafür, einen solchen “Großraum” (“Grand Area”) unter EU-Kontrolle zu bringen. In diesem Gebiet müssten zivile und militärische Kräfte aus Europa regelmäßig intervenieren, um “Unordnung” zu beseitigen und eine “liberale Ordnung” zu gewährleisten. Der “Großraum” soll Rogers zufolge die “geringste Wahrscheinlichkeit” einer Intervention außereuropäischer Mächte aufweisen und möglichst “kosteneffektiv” mit einer angepassten Gemeinsamen EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu verteidigen sein.[1] Er umfasst ganz Europa inklusive Island und Grönland, greift dann weiter bis nach Zentralasien und auf Teile Südostasiens aus und erstreckt sich schließlich bis nach Nahost und Nordafrika. Orientiert sich die Karte größtenteils an den derzeitigen international anerkannten Grenzen, so verläuft sie im Falle Russlands quer durch dessen Staatsgebiet.
……Nur wenig davon entfernt, entlang des 70. östlichen Längengrades, hatte das faschistische Deutschland im Verlauf des Zweiten Weltkrieges seine Interessensphäre von derjenigen des verbündeten japanischen Kaiserreiches abgegrenzt.

Group on Grand Strategy

Die Group on Grand Strategy, die die “Großraum”-Planungen veröffentlicht, hat sich im Sommer 2011 gegründet – laut ihrem Manifest, um den “europäischen Abstieg” im Zuge der weltweiten Kräfteverlagerung vom Atlantik zum Pazifik [2] zu verhindern. Sie will eine “Plattform für europäische strategische Denker” sein und ein selbstdefiniertes “europäisches Interesse” in der öffentlichen Debatte stark machen. Insbesondere will sie die Diskussion über eine “europäische Großstrategie” fördern. Ihre Vorhaben stuft die Group on Grand Strategy laut ihrer eigenen Zielbeschreibung (“Manifesto”) als “abenteuerlich” ein.[3] Im Beirat (“Advisory Board”) der Vereinigung ist mit der Politikwissenschaftlerin Stefani Weiss eine Mitarbeiterin der Bertelsmann-Stiftung vertreten, die dort für den Themenbereich “Europas Zukunft” zuständig ist und zugleich als Assistentin der Geschäftsführung der deutschen Atlantik-Brücke fungiert. Mit Walter Posch hat im April 2012 erstmals ein Mitarbeiter der vom deutschen Bundeskanzleramt finanzierten Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) einen Beitrag für die Group on Grand Strategy publiziert.

Deutschland: “Terrestrische Macht”

Deutschland wird in den Veröffentlichungen der Group on Grand Strategy ausdrücklich als “terrestrische Macht” (“Landmacht”) eingestuft, die bis heute “beharrlich” an der “Bismarck’schen Landstrategie” festhalte.[4] Diese auf kontinentalen Einflussgewinn zielende Strategie berge jedoch auch für die “Seemächte” Großbritannien und Frankreich Gefahren, heißt es: Es könne in Zukunft zur Bildung einer “deutsch-russischen Achse” kommen, warnt der Group on Grand Strategy-Stratege Luis Simón, ein einstiger Fellow der Volkswagen-Stiftung. “Für den Moment” jedoch halte Deutschland an der EU fest. Simón ergänzt aber, die “britisch-amerikanische Macht” in der Ostsee – gemeint ist die teilweise enge Kooperation der baltischen Staaten und Polens mit den USA und Großbritannien – hindere eine weitere deutsch-russische Annäherung. Ihm zufolge wird Großbritannien in den nächsten Jahren seinen Einfluss in Osteuropa noch weiter ausbauen, um eine Annäherung zwischen Berlin und Moskau zu erschweren.[5] Tatsächlich etwa sind seit dem Jahr 2000 britische Soldaten dauerhaft in der Tschechischen Republik stationiert und haben dort im Jahr 2010 das größte Land-Luft-Manöver des Vereinigten Königreichs durchgeführt. James Rogers ergänzt, eine Abkehr Deutschlands von der “atlantischen Allianz” werde die Rivalität zwischen Berlin und London wieder beleben; “die Geschichte zeigt, dass dann wenig Gutes folgt.”[6]………………..
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Friederike Beck

Das Guttenberg-Dossier

Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten

Karl Theodor zu Guttenberg – ein Shootingstar im Polittheater. Doch so rasch, wie er auftauchte, verschwand er auch wieder. Eines aber bleibt gewiss: Er wird wiederkehren – oder ein anderer »Guttenberg« nachrücken. Denn die Karriere des smarten Freiherrn darf als Musterbeispiel US-amerikanischer Einflussnahme auf deutsche Nachwuchskräfte gelesen werden.

In diesem Buch erfahren Sie, was Sie in bisher veröffentlichten Biographien über »KT« vermisst haben: wo seine politischen Wurzeln liegen, wer seine Förderer sind, was sein Handeln motiviert.

Das Buch enthüllt aber auch, dass sich zu Guttenberg in bester Gesellschaft befindet mit vielen anderen transatlantisch geprägten »Größen« aus Politik, Wirtschaft oder Medien und welche Gefahren diese geschlossenen Netzwerke für unsere Demokratie bedeuten.

Aus dem Inhalt:

  • Das Council on Foreign Relations
  • Der Kissinger-Test
  • Der Wahlkreis 240
  • Die Atlantik-Brücke und ihr Young-Leaders-Programm
  • Die Strategie der Spannung und der geheime US-Krieg
  • Privatuniversitäten für transatlantische Nachwuchseliten
  • Die geheimen Depeschen: Westerwelle versus Guttenberg im Transatlantik-Check
  • Das Aspen-Institut zu Berlin: transatlantisches Elitenmanagement
  • Die EU: eine CIA-Erfindung?
  • Netzwerk in Aktion: zwei Beispiele
  • Wie Karl-Theodor zum Doktor gemacht wurde
  • Die basisdemokratische Macht des Internets
Paperback, 220 Seiten, zahlreiche Abbildungen

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