Hat die EZB jetzt Angst? „Schädliche und falsche Erzählungen…

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Der Euro ist in Gefahr, meint die Vizepräsidentin der Europäischen Zentralbank, Isabel Schnabel. Sie richtet ihre Kritik und ihre Sorge nicht an die Spitze und Leitung ihrer Bank, der niedrigen Zinsen wegen, sondern an die „Volkswirte“ insgesamt. Diese sollten es unterlassen, schlecht zu reden über unsere Einheitswährung. Oder vielmehr, um genauer zu sein, sie sollten „die schädlichen und falschen Erzählungen über die Geldpolitik der EZB (….) zerstreuen, die in politischen und medialen Kreisen herumfliegen“. Denn diese Erzählungen, siehe oben, bedrohten den Euro.

Schuld sind die Bösen

Der Euro an sich ist tatsächlich bedroht. Seit vielen Jahren, wie Kritiker monieren. Denn angesichts der Gleichmacherei aller ökonomischen Verhältnisse durch den Euro wird der Zwang zur Verschuldung in einigen Ländern besonders groß – und dies wiederum schwächt den Euro, denn die EZB sorgt dafür, dass diese Staaten Kredite von Anleihegläubigern erhalten. Ein Kreislauf, der keine „Geschichte“ ist, sondern Realität, dokumentiert durch die EZB oder die Bundesbank selbst. Die EZB kauft auch jetzt noch oder wieder Anleihen auf, die an sich nicht aufgekauft werden dürften. Satzungsgemäß kauft sie die Anleihen nicht direkt von Staaten, sondern über einen kleinen Umweg am Markt. Das ist allerdings so wirkungsvoll wie der direkte Kauf es wäre. Denn wer Anleihen kauft, um sie dann der EZB verkaufen zu wollen, hat ja die Gewissheit, verkaufen zu können.

Die EZB aber erklärt alle anderen für schuldig. Zunächst waren die Sparer schuld, wie die EZB immer wieder betonte. Gerade die deutschen Haushalte hatten viel zu viel Geld auf den Bankkonten drapiert, statt das Geld auszugeben. In volkswirtschaftlichen Standardbüchern liest sich diese Erklärung allerdings anders: Investiert wird hier nach den Grundmodellen ziemlich genau das, was gespart wird. Oder: Wer viel spart, ermöglicht anderen viele Investitionen.

Das Sparvolumen war auch ein theoretischer Scherz, wie es wohl auch die EZB inzwischen gemerkt hat. Denn wer spart, stellt das Geld nicht nur Investitionsobjekten zur Verfügung, sondern mittels der Banken als Kredit für alle anderen Wirtschafssubjekte. Das Geld ist nicht weggespart. Es hat nur jemand anders.

Deshalb haben wir jetzt andere Schuldige: Die schlechte Presse, wohl auch die vermeintlichen Rechten (und Linken), die so viel Unsinn erzählen würden und auch Ökonomen, die unsere EZB einfach nicht verstehen wollen. Tatsächlich aber ist die schlichte Wahrheit: Die EZB hat viel zu viel Geld produziert – durch die niedrigen Zinsen und die daraus folgende Kreditschwemme. Wer viel mehr Geld produziert, als die Wirtschaft wertmäßig wächst, schwächt die Währung. Das ist doch relativ logisch, Frau Schnabel? Wie Sie sich gegen die EZB-Politik schützen, lesen Sie hier.

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1 Kommentar

  1. Euro-Statue im Europäischen Parlament in Brüssel, Bel – Redaktionelle Stockfotografie
    https://de.depositphotos.com/172699466/stock-photo-euro-statue-in-the-european.html
    Ich sehe eine durchgeknallte weibliche Wesenheit, welche im missionarischen Wahn auf ihrem Ursprung herumtampelt, um ein Götzensymbol so hoch wie möglich zu heben…
    Für den Einen mag es “Kunst” sein, für den Anderen vielleicht auch eine verborgene Betriebsanweisung (Ideologie)… :-)

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