Heimlich, still und leise: Das Handelsabkommen der EU und von „Mercosur“

www.shutterstock.com, Alexandros Michailidis, 1182560566

Die Politik hat uns in den vergangenen Tagen mit vielerlei Vorgängen beschäftigt. Dabei ging eine entscheidende Wirtschaftsnachricht annähernd unter: Das Handelsabkommen zwischen der EU und „Mercosur“, dem Staatenverbund aus Südamerika, ist unter Dach und Fach verhandelt worden. Jetzt berichtete „Capitol Post“ darüber. Wir zeigen die Konsequenzen daraus auf.

Die Standards für Umweltschutz und sozialen Schutz werden sinken…

„Einer der wesentlichen Konfliktpunkte ist der Agrarbereich. Die EU und namentlich die EU-Kommission erhofft den Zugang zu den südamerikanischen Märkten und zu günstigen Rohstoffen. Da keine Handelsbeschränkungen mehr greifen, möchten die Südamerikaner wiederum deren Agrarprodukte möglichst einfach in der EU verkaufen können. Grundlage solcher Handelsabkommen sind stets „Anti-Diskriminierungsvereinbarungen“, wonach den Partner gegenseitig nicht verboten werden dürfte, was wiederum in den je heimischen Regionen erlaubt ist. In diesem Fall geht es beispielsweise um gentechnisch manipulierte Produkte, die genau mit Verweis darauf aus Südamerika geradezu in die EU geschwemmt werden dürften.

Zudem dürfte, so die Kritiker, gerade in Südamerika die Agrarwirtschaft vor allem großflächig ausgebaut werden. Dies könnte die Lebensbedingungen für die „indigenen Bevölkerungsgruppen“ verschlechtern, so die Kritik – und zudem auch die Umwelt massiv belasten.

Der Freihandelsvertrag könnte nur deshalb möglich werden, weil jetzt in Brasilien mit Jair Bolsonaro ein neuer Präsident im Amt ist, dem unterstellt wird, hier die Interessen der Agrar-Industrie und der Landbesitzer zu vertreten. Der Außenminister Brasiliens jedenfalls Ernesto Araújo meint, der Deal sei „sehr nahe“, auch wenn die Einigung bereits seit einigen Jahren aussteht. Bemerkenswert ist zudem, dass die Berichterstattung in Deutschland ausgesprochen sparsam war.

Die Diskussion mit den Mercosur-Staaten hatten wir an anderer Stelle bereits aufgenommen und beschrieben. Dennoch ist der politische Widerstand anders als beim TTIP-Handelsabkommen geradezu minimal. Auch die „Grünen“ haben sich bisher in der Öffentlichkeit zumindest der allgemeinen Wahrnehmung nach zurückgehalten. Auch Umweltschützer, die nicht der Partei selbst angehören, konnten sich zumindest in der Öffentlichkeit kein Gehör verschaffen.“

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen