Im Merkel-Deutschland finden immer weniger Langzeitarbeitslose einen Job

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Statistisch gesehen soll nur noch jeder Achte Langzeitarbeitslose seine Arbeitslosigkeit durch eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt beenden können. Obwohl permanent von Rekordbeschäftigung gesprochen wird, finden dennoch immer weniger Langzeitarbeitslose wieder einen Job.

2018 haben 15.000 Langzeitarbeitslose weniger als im Vorjahr eine Beschäftigung gefunden und 30.000 weniger als 2016. Das geht laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linken hervor.

Viele Langzeitarbeitslose, die aus der Statistik verschwinden, wurden wegen Arbeitsunfähigkeit (450.000 Betroffene) oder der Teilnahme an Weiterbildungen oder anderen Maßnahmen (270.000 Betroffene) nicht mehr als arbeitslos geführt. Bei 50.000 waren „Sonderregelungen“ der Grund, rund 40.000 sollen ganz aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sein. So schönt die BA die Arbeitslosenzahlen von Langzeitarbeitslosen.

Bei Menschen, die weniger als 12 Monate arbeitslos sind, soll die Bilanz positiver ausfallen. Vergangenes Jahr hat nach Angaben der BA jeder Dritte innerhalb von 12 Monaten wieder zurück in den Arbeitsmarkt gefunden. Allerdings gehen auch diese Zahlen weiter zurück, d. h. immer weniger Arbeitslose finden wieder schnell in ein Arbeitsverhältnis zurück.

Die Bundesregierung hat seit dem 1. Januar ein Programm gestartet, das Langzeitarbeitslosen helfen soll. Der Bund übernimmt für Unternehmen, die schwer vermittelbare Arbeitslose einstellen, in den ersten beiden Jahren den Lohn. Danach werden die Zuschüsse gekürzt.

Die Maßnahmen der Bundesregierung gehen der Partei der Linken aber nicht weit genug. Die Arbeitsmarktexpertin der Linken, Sabine Zimmermann, beklagt, dass Langzeitarbeitslose kaum noch einen neuen Job finden würden. Die Gründe, warum Langzeitarbeitslose nicht mehr als arbeitslos in der Statistik geführt würden, seien nur zu einem sehr verschwindend geringen Teil auf eine Beschäftigung im Arbeitsmarkt zurückzuführen, sondern auf die „Schönrechnung“ der tatsächlichen Situation.

Zimmermann verlangte, dass „die Bundesregierung endlich die Realität zur Kenntnis nehmen müsse und deutlich mehr für die vielen Langzeitarbeitslosen Menschen tun müsse“. Eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik sei notwendig, mit ausreichend Geld zur Unterstützung. Anstatt sich über den vermeintlichen Fachkräftemangel zu beklagen, sollten Langzeitarbeitslose wieder eingestellt werden, so Zimmermann.

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