Imker kippen Glyphosat verseuchten Honig vor Agrarministerium aus

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Aus Protest gegen die Agrarpolitik von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner haben Imker aus Brandenburg mit Glyphosat verseuchten Honig auf den Stufen vor dem Agrarministerium ausgekippt. Insgesamt sind über 100 Eimer mit Honig vor dem Ministerium ausgeschüttet worden. Die Kritik der Imker richtet sich vor allem gegen die Zulassung, Glyphosat auf blühende Pflanzen spritzen zu dürfen. Das teilte das „Bündnis zum Schutz der Bienen“ und die dahinter stehende Aurelia-Stiftung mit.

Die mehr als vier Tonnen Honig eines brandenburgischen Imkerpaares seien wegen zu hoher Glyphosat-Belastung ein Fall für den Müll, hieß es. Es sei eine bis zu 152-fache Überschreitung des Grenzwertes gemessen worden. Deshalb dürfe der Honig nicht verkauft werden. Der Schaden betrage rund 60.000 Euro. Die Imkerei stehe deshalb vor dem Aus, erklärte die Stiftung und die Imker.

Glyphosat ist ein sogenanntes „Total-Herbizid“ – ein Pflanzengift. Es wirkt auf alle grünen Pflanzen Der Wirkstoff blockiert ein Enzym, das Pflanzen zur Herstellung lebenswichtiger Aminosäuren brauchen, das auch in Pilzen und Mikroorganismen vorkommt. Wo Glyphosat gesprüht wird, wächst kein Grashalm mehr. Glyphosat vernichtet aber nicht nur Pflanzen, sondern tötet auch Insekten und Vögel, die das Glyphosat mit der Nahrung aufnehmen. Glyphosat ist auch für den Menschen krebserregend.

In einer Presseerklärung zum Protest unter dem Titel „Imkerpaar übergibt Glyphosat-belastete Honigernte an deutsche Agrarministerin“ heißt es: „Die Adressatin des Protest: Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Die ImkerInnen werfen ihr vor, entgegen ihrer Versprechen („Was der Biene schadet, kommt vom Markt“) zu wenig für den Schutz von Bienen, Imkern und der ökologischen Artenvielfalt zu tun. Sie fordern eine Abkehr von einer intensiven, chemiegestützten Landwirtschaft, in der weiterhin Pestizide auf blühende Pflanzen gespritzt werden dürfen – selbst in nächster Nähe zu Bienenstöcken.“

Über 40 Imker beteiligten sich an der Protestaktion vor dem Landwirtschaftsministerium für besseren Schutz der Bienen und der Imkereiindustrie in Deutschland. Ministerin Klöckner sprach von „Einzelfällen“: „Bei den bislang aus Brandenburg bekannten Höchstgehaltsüberschreitungen von Glyphosat in Honig, die über den geltenden EU-Grenzwert hinausgehen, handelt es sich um Einzelfälle, von denen unter anderem ein Biolandimkerpaar betroffen ist. Der betroffene Honig ist nachweislich nicht verkehrsfähig. Als Ministerium bedauern wir das sehr.“

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