Iran: Angriff unter Falscher Flagge? EU will unabhängige Untersuchung

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Sowohl der amerikanischen Außenminister Mike Pompeo als auch US-Präsident Donald Trump beschuldigen den Iran, hinter den Angriffen auf die beiden Öltanker im Golf vom Oman zu stecken. Um den wahren Tätern und Motiven auf den Grund zu gehen, muss man sich bei solchen Ereignissen jedoch fragen: Cui bono?

Am Donnerstag waren zwei Tanker in Brand geraten. Bereits wenige Stunden später beschuldigte Mike Pompeo den Iran, die Öltanker attackiert zu haben und zauberte ein angebliches „Beweisvideo“ aus dem Hut, mit dem die iranischen Revolutionsgarden belastet werden sollen. Es sei Teil eine Kampagne Teherans, die Spannungen mit den USA eskalieren zu lassen. Der Iran wolle Öltransporte durch die Straße von Hormus unterbinden, so Pompeo.

Die USA hatten zuletzt ihre Militärpräsenz in den Golfregion verstärkt. Watergate.tv berichtete jüngst über die Zuspitzung des Konflikts und die potenzielle Eskalation der Situation.

Zum Zeitpunkt des Angriffes auf die Tanker befand sich gerade der japanische Regierungschef Shinzo Abe auf Besuch im Iran, der dort im Atomkonflikt mit den USA vermitteln wollte.

Auch Saudi-Arabien, neben Israel der Erzfeind des Iran (beide Verbündete der USA), macht den Iran für die Angriffe auf die Öltanker verantwortlich: „Der Iran habe den Vermittlungsversuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Teheran nicht respektiert und während dessen Anwesenheit die Schiffe angegriffen. Kronprinz Mohammed bin Salman forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, eine „entschlossene Haltung“ zu den Angriffen einzunehmen. Zwar wolle Saudi-Arabien keinen Krieg, das Königreich werde aber nicht zögern, seine Bevölkerung, seine Souveränität und seine Interessen vor Bedrohungen zu schützen.

Der Iran wies die „haltlosen Behauptungen“ der USA kategorisch zurück: „Der ökonomische Krieg und Terrorismus der USA gegen das iranische Volk sowie die massive Militärpräsenz in der Region sind weiterhin die Hauptursache für Unsicherheit und Instabilität in der Persischen Golfregion. Die USA und ihre regionalen Verbündeten müssen die Kriegshetze stoppen und die schädlichen Verschwörungen sowie die Operationen unter falscher Flagge in der Region beenden.“

Die UNO, Deutschland und Großbritannien warnten vor einer Eskalation. Die Welt könne sich keine große Konfrontation in der Golfregion leisten, sagte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres.

Die Eskalation, wie festgestellt werden muss, ging in diesem Fall von den USA aus, denn die USA haben das Atomabkommen mit dem Iran schlicht gebrochen, denn einen „einseitigen Ausstieg“ aus einem Vertrag gibt es nicht. Für den Iran wäre es wenig sinnvoll, einen solchen Angriff zu inszenieren und damit möglicherweise einen Krieg zu provozieren. Es ist hingegen ein gängiges bekanntes politisches „Mittel“ der USA, mit False Flag Attacken die internationale Politik zu manipulieren.

Die EU-Außenminister indes fordern eine unabhängige Untersuchung der Vorkommnisse im Golf von Oman. Sie unterstützten die amerikanischen Vorwürfe gegen den Iran bislang nicht. Sie machten bei einem Treffen am Montag in Luxemburg deutlich, dass „sie zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Schlussfolgerungen ziehen wollen. Wir sammeln weiterhin Informationen“, hieß es.

Der luxemburgischen Außenminister Asselborn erinnerte daran, dass die Vereinigten Staaten 2003 auf der Grundlage von falschen (oder gefälschten – Anm. d. Red.) Geheimdienstinformationen über angebliche Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins in den Irak einmarschiert waren. Asselborn forderte wie UN-Generalsekretär Guterres eine unabhängige Untersuchung: „Ich glaube, dass die Hauptaufgabe von Außenministern ist, Krieg zu vermeiden. Das müssen wir heute tun.“ Wir bleiben hier für Sie an diesem wichtigen Fall dran. 

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