Japan hebt Immunität von US-Soldaten auf

Okinawa

Mitglieder der in Japan stationierten US-Streitkräfte, die während des Dienstes eine Straftat begehen, können ab jetzt in Japan vor Gericht gestellt werden. Die bisher geltende Immunität basierte auf dem zwischen Japan und den USA abgeschlossenen SOFA-Vertrag für die Stationierung von US-Truppen in Japan aus dem Jahre 1960.

Mitglieder des US-Militärpersonal, die z. B. Verkehrsunfälle in betrunkenen Zustand oder andere kriminelle Delikte im Dienst verursachen, können nun in Japan vor Gericht gebracht werden. Das Japanisch-Amerikanische Komitee (Japan-U.S. Joint Committee) hatte am Freitag eine entsprechende Übereinkunft für die Änderung der entsprechenden Passagen im SOFA-Abkommen von 1960 erreicht.

Bisher hatte Japan keinerlei Rechtsmittel, gegen US-Straftäter vorzugehen, wenn diese Verbrechen innerhalb ihrer Dienstzeit begingen. Der japanische Außenminister Koichiro Genba informierte Okinawas Gouverneur Hirokazu Nakaima über die neuen Regelungen, da Okinawa besonders von den Übergriffen der Amerikaner betroffen ist.

Auf der südjapanischen Insel Okinawa befinden sich mehrere US-Stützpunkte. Die USA haben 48.000 Soldaten in Japan stationiert, 26.000 davon auf Okinawa. Die Bewohner der Insel hatten immer wieder gegen die US-Präsenz auf der Insel protestiert, da es wiederholt zu Gewalttaten gekommen war. Allein im Jahr 2007 waren 46 Angehörige und zivile Mitarbeiter des US-Militärs auf Okinawa wegen Straftaten verhaftet worden. Im Jahre 1995 war es zu einem berüchtigten Vergewaltigungsvorfall gekommen, als 3 US-Soldaten vom Camp Hensen auf Okinawa einen Van mieteten, eine 12-jährige Schülerin kidnappten, das Mädchen knebelten,  an den Händen fesselten, ihr die Augen verbanden und schlugen. Danach vergewaltigten die Soldaten das Mädchen.

Nachdem der Vorfall bekannt wurde und vor allem die Tatsache, dass die US-Soldaten dafür von lokalen Gerichten nicht belangt werden konnten, kam es zu einem Aufschrei in der Öffentlichkeit.

Zu der Zeit war  Admiral Richard C. Macke Kommandeur des United States Pacific Command. Bei einer Pressekonferenz im November 1995 sagte Macke über das Verhalten seiner Untergebenen: “Ich denke, das war eine absolute Dummheit. Ich habe schon mehrmals gesagt: Für den Betrag, den sie für den Mietwagen bezahlten, hätten sie sich ein Mädchen (Prostituierte) haben können.”

Diese Aussage kostete dem 4-Sterne-Admiral zwei Sterne und er musste als Konteradmiral in den vorzeitigen Ruhestand gehen.

Quellen:

http://www.japantimes.co.jp/text/nn20111218a8.html

http://en.wikipedia.org/wiki/1995_Okinawa_rape_incident

http://www.niraikanai.wwma.net/pages/archive/sofa.html

http://www.welt.de/politik/article1703903/US_Soldaten_sollen_Frauen_missbraucht_haben.html

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen