Kerrys Plan B zur Balkanisierung Syriens

Audio-Beweis: John Kerry bestätigt privat, Daesch zu unterstützen und zu bewaffnen

von Maram Susli – Übersetzung von politaia.org

Letzten Monat verkündete US-Außenminister John Kerry sein “Plan B” für Syrien – die Teilung des Landes- , sollten die Waffenstillstandsverhandlungen scheitern. In Wirklichkeit aber ist Plan B schon immer der Plan A gewesen. Pläne zur Balkanisierung Syriens, des Irak und anderer Staaten im Mittleren Osten wurden von der  ehemaligen US-Außenministerin Condoleezza Rice während ihres Besuchs 2006 in Tel Aviv vorgestellt. Sie waren Teil des sogenannten “Projektes für einen neuen Mittleren Osten” und sind eine Blaupause des Odid-Yinon-Plans, der 1982 von Israel entworfen wurde. Der Plan zeigt den Weg auf, auf welche Weise die Staaten des Mittleren Ostens entlang ethisch-religiöser Grenzen balkanisiert werden können. Im Ergebnis sollten mehrere schwache Mikrostaaten entstehen, die untereinander in einem permanenten Kriegzustand liegen und sich niemals einer israelischen Expansion entgegenstellen können.

“Syrien wird entsprechend seiner ethischen und religiösen Strukturen in mehrere Staaten zerfallen, so wie das im heutigen Libanon der Fall ist; es wird also einen schiitisch-alawitischen Staat entlang der Küste, einen sunnitischen Staat um Aleppo, einen zweiten – mit seinem nördlichen Nachbarn verfeindeten –  sunnitischen Staat in Damaskus geben; und die Drusen werden eine Staat bilden, vielleicht sogar auf unseren Golanhöhen…..”  Oded Yinon, “A strategy for Israel in the Nineteen Eighties”

Die “geleakten” Emails von US-Außenministerin Hillery Clinton decken auf, dass die Verfechter des Oded-Yinon-Plans hinter den Druck der USA standen, das Regime in Syrien zu stürzen. Ein israelischer Geheimdienstberater schreibt in einer Email an Hillery:

“Der Fall des Hauses Assad könnte sehr wohl einen religiösen Krieg zwischen den Schiiten und der Mehrheit der Sunniten in der Region entzünden und den Iran darin verwickeln, was aus Sicht der israelischen Kommandeure für Israel und seine westlichen Alliierten nicht schlecht wäre..”

Kerrys Aussage zu Plan B fand just bevor derjenigen vom UN-Sondergesandten de Mistura statt, als letzterer äußerte, dass aufgrund des Drängens bedeutender Mächte eine Föderalisierungsmodell in Genf diskutiert werde. Beide Seiten in den Genfer Gesprächen, die syrische Regierung und die Syrische Nationale Koalition lehnten eine föderales Modell brüsk ab. Sie hoben hervor, dass die Idee nicht von den Syrern selbst stamme. Bashar Al Jaafari, der syrische Botschafter bei der UN, sagte, dass die Idee einer Föderalisierung nicht zur Diskussion stehe. “Löschen Sie die Idee einer Teilung Syriens aus ihrem Gedächtnis”, meinte er.

Der Yinon-Plan ist ein israelischer Strategieplan zur Garantie der israelischen Überlegenheit und stellt insofern eine Fortsetzung der britischen strategischen Zielplanung dar. Er fordert und drängt darauf, dass Israel seine geopolitische Umgebung über eine Balkanisierung des Nahen und Mittleren Ostens und der arabischen Staaten in kleinere und schwächere staatliche Gebilde umgestalten müsse. Israelische Strategieexperten sahen den Irak als die größte strategische Herausforderung seitens eines arabischen Staates an. Aus diesem Grunde stand der Irak im Zentrum der Balkanisierung des Nahen und Mittleren Ostens und der arabischen Welt. Auf der Grundlage der Konzepte des Yinon-Plans haben israelische Strategen die Aufteilung des Irak in einen kurdischen Staat und zwei arabische – einen schiitischen und einen sunnitischen – Staaten gefordert. Den ersten Schritt zur Umsetzung dieser Pläne bildete der Krieg zwischen dem Irak und dem Iran, der schon im Yinon-Plan [dieses Strategiepapier wurde nach seinem Verfasser Oded Yinon, einem hochrangigen Mitarbeiter des israelischen Außenministeriums, der es 1982 veröffentlichte, benannt] erörtert worden war. Die Zeitschrift The Atlantic und das amerikanische Armed Forces Journal veröffentlichten beide 2006 weitverbreitete Karten, die sich an den Konzepten des Yinon-Plans orientierten. Neben einem dreigeteilten Irak, den auch der sogenannte »Biden-Plan« des heutigen amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden vorsah, setzte sich der Yinon-Plan auch für eine Aufteilung des Libanon, Ägyptens und Syriens ein. Auch die Zersplitterung des Iran, der Türkei, Somalias und Pakistans passt in das Konzept dieser Politik. Darüber hinaus befürwortet der Yinon-Plan eine Auflösung [der existierenden staatlichen Strukturen] Nordafrikas, die, so prognostiziert er, von Ägypten ausgehen und dann auf den Sudan, Libyen und den Rest der Region übergreifen werde.
Der Yinon-Plan ist ein israelischer Strategieplan zur Garantie der israelischen Überlegenheit und stellt insofern eine Fortsetzung der britischen strategischen Zielplanung dar. Er fordert und drängt darauf, dass Israel seine geopolitische Umgebung über eine Balkanisierung des Nahen und Mittleren Ostens und der arabischen Staaten in kleinere und schwächere staatliche Gebilde umgestalten müsse. Israelische Strategieexperten sahen den Irak als die größte strategische Herausforderung seitens eines arabischen Staates an. Aus diesem Grunde stand der Irak im Zentrum der Balkanisierung des Nahen und Mittleren Ostens und der arabischen Welt. Auf der Grundlage der Konzepte des Yinon-Plans haben israelische Strategen die Aufteilung des Irak in einen kurdischen Staat und zwei arabische – einen schiitischen und einen sunnitischen – Staaten gefordert. Den ersten Schritt zur Umsetzung dieser Pläne bildete der Krieg zwischen dem Irak und dem Iran, der schon im Yinon-Plan [dieses Strategiepapier wurde nach seinem Verfasser Oded Yinon, einem hochrangigen Mitarbeiter des israelischen Außenministeriums, der es 1982 veröffentlichte, benannt] erörtert worden war. Die Zeitschrift The Atlantic und das amerikanische Armed Forces Journal veröffentlichten beide 2006 weitverbreitete Karten, die sich an den Konzepten des Yinon-Plans orientierten. Neben einem dreigeteilten Irak, den auch der sogenannte »Biden-Plan« des heutigen amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden vorsah, setzte sich der Yinon-Plan auch für eine Aufteilung des Libanon, Ägyptens und Syriens ein. Auch die Zersplitterung des Iran, der Türkei, Somalias und Pakistans passt in das Konzept dieser Politik. Darüber hinaus befürwortet der Yinon-Plan eine Auflösung [der existierenden staatlichen Strukturen] Nordafrikas, die, so prognostiziert er, von Ägypten ausgehen und dann auf den Sudan, Libyen und den Rest der Region übergreifen werde.
Aber manche Leute verstehen möglicherweise die ganze Tragweite einer Föderalisierung nicht und ihre untrennbare Verbundenheit mit einer Balkanisierung. So führen manche Leute an, Russland und die USA seien erfolgreiche Modelle einer Föderalisierung, also habe man nichts zu fürchten. Aber was diese Aussagen über eine Föderalisierung so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass in Übereinstimmung mit dem Yinon-Plan die Grenzen eines föderalen Syrien entlang der ethnisch-religiösen Grenzen gezogen werden sollen, ohne die Frage zu stellen, ob ein bestimmter [daraus entstehender Staat] seine Bevölkerung versorgen kann. Das heißt, eine kleine Minderheit bekommt alle Ressourcen und die restliche syrische Bevölkerung wird dem Hunger überlassen. Weiterhin zählen Russland und die USA von ihrer Landmasse her gesehen zu den größten Staaten der Welt, so dass eine föderatives Modell Sinn macht. Im Gegensatz dazu ist Syrien ein kleines Land mit begrenzten Ressourcen. Im Gegensatz zu Russland und den USA liegt Syrien im Mittleren Osten und dort ist Wasser im Mangel. Trotz der Tatsache, dass Syrien im fruchtbaren Halbmond liegt, erlebte Syrien massive Trockenperioden, seit die Türkei die Flüsse aufgestaut hat, welche nach Syrien und den Irak fließen. Die syrischen Wasserressourcen müssen für die 23 Millionen Einwohner rationiert werden. Im Mittleren Osten gibt es Krieg um Wasser. Die Gegenden, welche nach dem Yinon-Plan aus Syrien herausgeschnitten werden sollen, sind die Küstengebiete von Latakia und die Region um Al Hasake. In diesen Gegenden befindet sich ein wesentlicher Teil des syrischen Wassers, der syrischen Landwirtschaft und des syrischen Öls. syria-ISIS_Nov_2015_AzazConvoyDie Absicht dahinter ist, die Mehrheit der syrischen Bevölkerung in einem von Land umgebenen Rumpfstaat hungern zu lassen und eine Situation hervorzurufen, in der ein permanenter Krieg zwischen den geteilten Syrern unvermeidlich ist. Ironischerweise preisen die Apologeten des Yinon-Plans den Föderalismus als Straße zum Frieden. Aber der Irak wurde 2005 durch die US-Besatzung in den Föderalismus getrieben und jetzt weit vom Frieden entfernt.

Kurz und einfach: Teile und herrsche ist der Plan. Dies wurde sogar in der Überschrift des Magazins Foreign Policy explizit ausgedrückt: “Teile und herrsche im Irak und in Syrien” und darunter “Warum der Westen für eine Teilung Pläne entwickeln sollte”. Der Chef des Magazins David Rothkopf ist Mitglied des Council of Foreign Relations, eine “Denkfabrik”, auf deren Empfehlungen Hillary Clinton zugegebenermaßen ihre Politik aufbaut. Ein weiterer Artikel aus Foreign Policy, verfasst von einem ehemaligen NATO-Kommandeur namens James Stavridis fordert, “Es ist an der Zeit, über die Teilung Syriens zu sprechen”.

Die USA hofften, das Ziel durch die Stärkung der Muslimbruderschaft und anderer extremistischer Gruppen zu erreichen, indem sie Al Kaida und den ISIS nach Syrien einschleusten. Man baute darauf, dass die syrische Armee kollabieren würde und dass die Soldaten in ihre jeweiligen demographischen Enklaven zurückkehren würden. Beweise dafür liefern die Schlagzeilen der NATO-Medien im Jahre 2012, welche die Falschmeldung verbreiteten, dass Assad nach Latakia geflüchtet sei und seine Stellung in Damaskus aufgegeben habe. Die Terroristen sollten anschließend die Alawiten, Christen und Drusen in ihren Dörfern angreifen. Die USA hofften, dass genügend Alawiten, Christen und Drusen abgeschlachtet würden, um Syriens Minderheiten für die Idee einer Aufteilung des Landes empfänglich zu machen.

Danach plante die NATO, Propaganda vom “bösen Diktator, der gestoppt werden muss” bis zur Forderung “wir müssen die Minderheiten schützen” zu lancieren und gegen eben dieselben Terroristen vorzugehen, die sie selbst aufgestellt hatte sowie sezessionistische Bewegungen zu unterstützen. Diesen Wechsel in der Propaganda kann man schon 2014 feststellen, als man die US-Bevölkerung davon überzeugen wollte, eine US-Intervention in Syrien gegen den ISIS  gutzuheißen. Die Einstufung der al-Nusra als eine terroristische Organisation durch die USA im Dezember 2012 geschah in Vorbereitung auf diesen Propagandawechsel. Allerdings erfolgte dies zu früh, weil scheinbar keiner dieser Pläne nach Zeitplan in Erfüllung gehen wollte. Assad flüchtete nicht aus Damaskus, die syrische Armee hielt zusammen und die syrische Gesellschaft hielt an ihrer nationalen Identität fest.

Man kann einwenden, dass der Yinon-Plan einigen Erfolg mit der Erklärung der kurdischen PYD für eine Föderation gezeitigt hat. Aber die Kurdenfraktion der Syrischen Nationalen Koalition verurteilte diese Erklärung. Ungeachtet dessen hat die Erklärung keine rechtliche Wirkung. Die Region Hasake, in der sich ein bedeutender Teil von Syriens Öl und Syriens Landwirtschaft befindet, hat nur 1,5 Millionen Einwohner oder 6% der syrischen Gesamtbevölkerung. Von dieser Bevölkerung sind nur 40% Kurden, von denen viele keine syrischen Pass haben. Die Forderung der PYD, dass die Öl- und Wasserressourcen von 23 Millionen Syrern einer kleinen Minderheit übergeben werden, hat wahrscheinlich wenig Unterstützung bei der Masse der syrischen Bevölkerung.

Sykes-Picot-Agreement-of-1916Der ehemalige US-Sicherheitsberater Henry Kissinger verstand, dass der Schlüssel zur Zerlegung einer Nation im Angriff auf ihre nationale Identität liegt. Das schließt die Geschichte mit ein, auf welcher diese Identität basiert. Auf einer Veranstaltung der Universität von Michigan sagte Kissinger, dass er Syrien geteilt sehen wolle; er behauptete, dass Syrien kein historischer Staat und nur eine Erfindung des Sykes-Picot-Abkommens von 1920 sei. Kissinger setzt die gleiche Propaganda ein wie der ISIS, der Syrien als ein koloniales Konstrukt bezeichnet. In der Tat war der ISIS für Kissinger und die Verfechter des Neuen Mittleren Ostens ein Schlüsselwerkzeug, da ISIS einen Feldzug der Zerstörung gegen die historischen Denkmäler in Syrien und im Irak führte.

Trotz der Bemühungen, die Welt vom Gegenteil zu überzeugen, wird die Region, die heute das moderne Syrien darstellt, seit 605 v. Ch. Syrien genannt. Das Sykes-Picot-Abkommen zog die Grenzen Syriens nicht zu groß, sondern zu klein. Das historische Syrien umfasste den Libanon und Iskanderon [die türkische Hatay-Provinz]. Bis zum Jahre 2005 bewegten sich Syrien und Libanon auf eine Wiedervereinigung zu, ein Versuch, die durch das französische Mandat verursachte Teilung zu überwinden.

Französische Pläne zur Teilung Syriens
Französische Pläne zur Teilung Syriens

Syrien hat eine lange Geschichte, den Versuchen der  “Teile und Herrsche”-Strategie zu widerstehen. Ursprünglich sollte unter dem französischen Mandat Syrien in 6 Separatstaaten entlang ethnisch-religiöser Grenzen zerteilt werden, doch diese Pläne wurden von syrischen Patrioten verhindert. Die Architekten des Yinon-Plans hätten nur die lange Geschichte Syriens im Widerstand gegen die kolonialen Teilungen lesen müssen, um zu wissen, dass ihre Pläne zum Scheitern verurteilt sind.

Maram Susli also known as “Syrian Girl,” is an activist-journalist and social commentator covering Syria and the wider topic of geopolitics. especially for the online magazineNew Eastern Outlook.”
http://journal-neo.org/2016/03/29/kerry-s-plan-at-balkanising-syria/

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1 Kommentar

  1. Die unterschiedlichen Gebiete könnte man ja an Stelle von Staaten ‘Kantone’ nennen ;) Wie wär’s mit der einzigen ‘Direkte Demokratie’ im Nahen Osten ? Da würden die ICH-freien Faschisten nebenan aber Augen machen ;)

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