Khashoggi-Mord: Indizien weisen auf saudischen Kronprinzen

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Die UN-Menschenrechtsspezialistin Agnès Callamard sieht „glaubhafte Hinweise“ dafür, dass der saudische Kronprinz Bin Salman für den Mord an dem saudischen Journalisten Khashoggi, der im amerikanischen Exil gelebt hat, verantwortlich ist. Um die Schuldfrage zu klären, seien noch weiterführende Untersuchungen notwendig, schrieb Callamard in ihrem Bericht an den UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Nach der Ermordung Khashoggis hatte Callamard eine Untersuchung zu den Geschehnissen eingeleitet. Im Februar 2019 hielt sie in einem Zwischenbericht bereits fest, dass „Khashoggi das Opfer einer vorsätzlichen Tötung, geplant und ausgeführt von Funktionären des saudischen Kronprinzen, gewesen sei“. Bin Salman war mehrfach als Drahtzieher der Ermordung verdächtigt worden. Khashoggi war im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem aus Riad angereisten Mordkommando getötet worden, als er die Papiere für seine Hochzeit abholen wollte.

Callamard fordert zudem Sanktionen gegen Bin Salman. Zwar gelte auch für ihn die Unschuldsvermutung. Aber bei anderen Sanktionen werde auch keine Rücksicht darauf genommen. Internationale Standards seien nicht bekannt. Callamard begründete: „Bis solche Standards veröffentlicht sind und ihre Anwendbarkeit auf Einzelpersonen ausgeführt ist, gibt es keinen Grund, warum Sanktionen nicht gegen den Kronprinzen und seinen persönlichen Besitz verhängt werden sollten“, so Callamard.

Sie kritisierte zudem die „laschen“ internationalen Reaktionen. Zu wenige Staaten hätten Sanktionen, zudem zu geringe verhängt. Die gegen 17 Personen verhängten Sanktionen würden die Tatsache verschleiern, dass das saudische Königshaus für die Tat verantwortlich sei, so Callamard. Es sei nicht glaubhaft, dass das Mordkommando ohne Wissen des Kronprinzen nach Istanbul gereist sei. Denn Bin Salman habe die Verfolgung von Dissidenten zugelassen. Erstaunlich, dass die Medien fast durchgehend angefangen haben zu schweigen. Wir nicht. Klicken Sie bitte hier. 

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