Klima und Medien: Plötzlich kein Thema mehr?

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Die Klimadiskussion in den Medien ist bei uns inzwischen fast schon in den Hintergrund geraten. Die Medien hatten sich vorher wochen- und monatelang teils offiziell selbst in die Debatte eingeschaltet. Ist der Hype beendet? Die aktuelle Empörungswelle, so Beobachter und Kritiker, richte sich gegen die demokratische Wahl eines Ministerpräsidenten im Thüringer Landtag. Der Ministerpräsident ist nach zahlreichen politischen Attacken nach nur knapp drei Tagen bereits wieder zurückgetreten.

Wie sehr die Medien sich allerdings einmischen und eingemischt haben in die Bewertung von „gut“ und „falsch“, zeigt der Fall der Rückversicherungsgesellschaft Munich Re zu den Naturkatastrophen aus dem Jahr 2019. Angesichts des laufenden Orkans in Deutschland erinnern wir an die kruden Behauptungen, die wir bereits dokumentiert hatten. Aufgestellt vom ZDF.

Seltsame Recherche vom ZDF

„Das ZDF hat sich mit Aussagen zu Klimaveränderungen und Extremwetterlagen offenbar reichlich blamiert. Sinngemäß hatte der Sender oftmals betont, dass die Anzahl der sogenannten Extremwetterlagen weltweit durch „den“ Klimawandel steige. Dies gehe aus dem sogenannten „Naturkatastrophen-Report“ der Rückversicherungsgesellschaft Munich 2019 hervor, der wiederum eine solche Behauptung des Weltklimarates bestätige. Den Angaben ging „publicomag.com“ hinterher (https://www.publicomag.com/2020/01/zdf-und-klima-frame-auf-nachfrage-keine-belege/) und verlangte Belege für diese Behauptung. Wohlgemerkt: Es geht um die Behauptung, der Report der Munich Re würde eine Aussage des IPCC bestätigen.

Diese Aussage ist falsch.

Publico fragte bei der Redaktion des ZDF nach und zitiert aus einer Mail des ZDF, das den Beleg angeblich liefert. Die Antwort des ZDF allerdings ist in dem Sinne falsch, als sie weder die behauptete Aussage des IPCC ihrerseits bestätigt noch einen anderweitigen Beleg für den Zusammenhang eines Klimawandels mit Extremwetterereignissen liefert.

Daher zitiert Publico aus dem IPCC-Bericht, wobei wir das Zitat hier auf deutsch abbilden: „Es besteht nur ein geringes Vertrauen (für die These, d. Red.), (es gebe) eine langfristig (d.h. 40 Jahre oder mehr) beobachtete Zunahme der Aktivität tropischer Wirbelstürme (d.h. Intensität, Häufigkeit, Dauer), wenn man frühere Veränderungen in der Beobachtungsfähigkeit berücksichtigt. Es ist wahrscheinlich, dass es eine Polverschiebung in den wichtigsten außertropischen Sturmspuren der nördlichen und südlichen Hemisphäre gegeben hat. Es besteht wenig Vertrauen in beobachtete Trends bei kleinräumigen Ereignissen wie Tornados und Hagel, da die Daten inhomogen und die Überwachungssysteme unzulänglich sind”.

Die also wichtigste Passage aus dem IPCC-Bericht sinngemäß: Es ist unwahrscheinlich, dass es über lange Zeit betrachtet mehr tropische Wirbelstürme gibt, die sich noch dazu auf Klimaveränderungen zurückführen ließen.

Das ZDF, von Publico damit konfrontiert, entgegnet, der „Weltmeteorologie-Verband“ (also eine ganz andere Organisation), würde auf einer Tag-zu-Tag-Beobachtungsbasis einen Einfluss des Klimas auf Wetterextreme beobachtet haben. Das ist wissenschaftlich betrachtet Unsinn. Das „Klima“ selbst und damit dessen Änderungen ist/sind über einen Zeitraum von Jahrzehnten definiert. Das ZDF hat hier eine ersichtlich falsche Behauptung mit einer gänzlich ungefragten Behauptung, die noch dazu ersichtlich falsch ist, „belegen“ wollen. Schade für die Klimadiskussion.“ Wir führen sie hier weiter….

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