Kohleausstieg wird Strompreise in die Höhe treiben

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Die Kohlekommission des Bundes hat ihren Plan zum Braunkohleausstieg bis zum Jahr 2038 vorgelegt. Die Bundesregierung scheint fest entschlossen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte bereits den Medien, dass die Stromversorgung durch den Kohleausstieg nicht in Gefahr sei und dass die Strompreise nicht steigen würden. Für die Abschaltung der Kohlemeiler will die Bundesregierung 40 Milliarden Euro aufwenden. Bürgern und betroffenen Regionen sollen Milliardenhilfen zum Ausgleich gewährt werden.

Mit dieser Meinung scheint die Bundesregierung allerdings alleine dazustehen. Denn die Kohlekommission selbst geht von einer Strompreiserhöhung aus, auch wenn Altmaier „alles dafür tun wolle, um die Bevölkerung vor steigenden Strompreisen zu schützen“. Geht es nach den Vorstellungen der Kohlekommission, sollen die Steuerzahler das Kostenproblem für den Kohleausstieg wuppen. Mindestens zwei Milliarden Euro jährlich sollen aus der Staatskasse fließen, um die Strompreise zu dämpfen. Ob das ausreicht, ist stark zu bezweifeln.

Durch den Kohleausstieg muss faktisch ein Drittel der Stromerzeugung ersetzt werden. Die Bundesregierung ist der Auffassung, dies durch erneuerbare Energien, Windkraft und Solarenergie auszugleichen. Doch was passiert, wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint? Zudem verdienen Energiekonzerne nur Geld, wenn Strom produziert wird. Dies alles erscheint vielmehr wie eine Milchmädchenrechnung, zudem Atomstrom (14%) durch den Atomausstieg bis 2022 auch wegfallen wird. Schwankungen wurden bislang immer durch Kohlekraftwerke ausgeglichen, die ja dann wegfallen.

Das RWI Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen ist ebenfalls der Ansicht, dass der Kohleausstieg für Stromkunden und Steuerzahler teuer wird. RWI glaubt, dass der Kohleausstieg den Strompreis an der Börse um mindestens 20 Prozent steigen lassen wird. Das bedeutet für einen Drei-Personen-Haushalt mindestens 40 Euro jährlich an Mehrkosten. Strom wird ohnehin teurer, denn der Ausbau der erneuerbaren Energien wird über die EEG-Umlage finanziert. Zudem steigen die Netzentgelte und ohne Braunkohlestrom fällt die günstigste Möglichkeit zur Stromerzeugung weg.

Laut Eurostat, dem Statistikamt der EU in Luxemburg, zahlen die Deutschen schon jetzt die höchsten Preise für Strom in Europa. Nun ist Deutschland im Begriff, seinen unrühmlichen Vorsprung vor anderen Ländern noch auszubauen. Auf die Beteuerungen von Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) wird man kaum bauen können. In 19 Jahren wird man weder ihn noch Angela Merkel für irgend etwas noch zur Verantwortung ziehen können.

 

 

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