Kommt nun die Privatisierung von Saatgut?

24.03.2015

Die Bill and Melinda Gates Stiftung plant Saatgut in Afrika zu privatisieren. Im Londoner Sitz der Stiftung fand gestern ein „geheimes“ Meeting mit der United States Agency for International Development (USAID) statt, um die Einzelheiten dazu zu besprechen. Aktivisten, die von diesem Meeting Wind bekommen hatten, starteten eine Protestaktion vor dem Sitz der Stiftung.

Sollte Saatgut in Afrika tatsächlich privatisiert und monopolisiert werden, sind vor allem afrikanische Kleinbauernfamilien die Leidtragenden. Seit jeher haben sie ihr Saatgut selbst hergestellt und regen Austausch und Handel mit Nachbardörfern betrieben, um die genetische Vielfalt aufrecht zu erhalten, aber auch um Kosten zu sparen. Eine Saatgutprivatisierung würde die Existenz von Millionen Bauernfamilien bedrohen.

Getarnt als „grüne Revolution“
Die Bill and Melinda Gates Stiftung unterstützt zudem ein Projekt der AGRA (Alliance for a Green Revolution in Africa), in welchem Kleinbäuerinnen und –bauern in Zukunft von Hochleistungssaatgut profitieren sollen.  Wie die Erfahrung gezeigt hat, brachte die sogenannte „grüne Revolution“ etwa in Asien oder Lateinamerika viele Probleme wie Umweltverschmutzung, Wasserknappheit, Bodenerosion und Minderung der Biodiversität mit sich. Ein weiteres Problem der Hochleistungssorten, die heute oft mit Hilfe von Gentechnik erzeugt werden, sind die enormen Mengen an Dünger und Pflanzenschutz, die eingesetzt werden müssen, um die gewünschten Erträge zu erzielen (siehe auch Biovision-News vom 26.02.2015). Mit diesem Ansatz ist die Bill and Melinda Gates Stiftung auf dem Holzweg und würde den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern großen Schaden zufügen. Profitieren werden wieder einmal Agroriesen wie Syngenta, Monsanto oder Yara – was der Stiftung durch langjährige Zusammenarbeit sehr wohl bewusst ist. Das ist schade, wenn man bedenkt, wie viele positive Projekte von der Bill and Melinda Gates Stiftung in Afrika unterstützt werden.

Im Gegensatz zur Bill and Melinda Gates Stiftung setzt sich Biovision für eine „agrarökologische Revolution“ ein. Durch die Wissensvermittlung von ökologischen Methoden wie etwa die Push-Pull-Technologie konnten zahlreiche ostafrikanische Kleinbauernfamilien ihre Erträge vervielfachen.

Quelle: http://www.biovision.ch/aktuelles/details/article/proteste-gegen-die-privatisierung-von-saatgut/

Push-Pull

Nahrungssicherheit und mehr Ertrag für Kleinbauernfamilien dank ökologischem Anbau

Push-Pull ist eine integrierte, umweltfreundliche Technologie, welche die Erträge steigert, indem sie Schädlinge bekämpft, gegen Trockenheit schützt und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art und Weise verbessert.

Zwischen Mais oder Hirse wird Desmodium gepflanzt, welches durch seinen Geruch die Stängelbohrer-Motten vertreibt – Push – und dazu beiträgt, dass der Boden Feuchtigkeit besser aufnehmen und speichern kann sowie die Fruchtbarkeit durch Stickstofffixierung erhöht. Zudem reduziert Desmodium das ertragsmindernde Unkraut Striga.

Um die Felder wird Napiergras gepflanzt, welches die Motten aus dem Feld herauslockt – Pull. Die Larven der Schädlinge bleiben dann an den klebrigen Blättern des Napiergrases hängen. Das Napiergras ist ausserdem ein willkommenes und gesundes Zusatzfutter für das Vieh.

Das Projekt zur Verbreitung dieser am Internationalen Insektenforschungsinstitut icipe in Nairobi entwickelten Methode läuft in Kenia seit 2006. Die Methode wird aber inzwischen auch in Tansania und Uganda angewandt. Seit 2013 wird seine Wirksamkeit auch in einem Projekt von Biovision in Tolay, Äthiopien, getestet.

Weiterlesen: http://www.biovision.ch/projekte/schweiz-und-international/push-pull/

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