Kostenfreie Gesundheitsversorgung: Bolivien versucht alles

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Bolivien ist ein vergleichsweise kleines und armes Land, das bei uns kaum beachtet wird. Nun soll ein interessantes Sozialexperiment stattfinden. Das Land möchte künftig die Gesundheitsversorgung kostenfrei anbieten (lassen). Medien berichten zwar von kostenloser Gesundheitsversorgung, soviel ökonomische Belehrung darf jedoch sein: Kostenlos wäre die Versorgung, entstünden keine Kosten. Kostenfrei heißt, dass die hier Betroffenen nicht zahlen müssen.

5,8 Millionen Menschen betroffen

In Bolivien gelten 5,8 Millionen Menschen als nicht krankenversichert. Diese Menschen sollen nun Zugang zur „allgenmeinen“ Gesundheitsversorgung bekommen, berichtet der Blog „amerika21“. Die Regierung möchte für diese Hilfe gut 200 Millionen US-Dollar zahlen. Die Ärztekammer Boliviens hält das Projekt in dieser Form für nicht durchführbar.

Die Regierung von Präsident Morales hat bislang nicht erkennen lassen, wie sie etwa dem Mangel an Personal und an „Infrastruktur“ begegnen möchte. Derzeit sprechen die Ärztekammer und die Regierung miteinander, offenbar, um sich die Umsetzbarkeit des Programms anzusehen.

Konkret geht die Hilfe, so sie den funktioniert, an alle Menschen zwischen dem fünften und dem 60.ten Lebensalter, wenn sie nicht krankenversichert sind. Die bisherige Krankenversorgung unterscheidet sich von der in Deutschland in dem Punkt, dass die Versorgung bis dato lediglich privat – über Versicherung oder gegen Rechnung – durchgeführt wird.

Das Programm soll schon am 1. März starten und verweist Kranke an Gesundheitszentren, in denen eine Grundversorgung angeboten wird. Spezialisten-Besuche sind nicht ausgeschlossen. Wer nicht krankenversichert ist, wird derzeit entweder durch Gesundheitsbeamte registriert oder kann sich selbst einschreiben.
Dennoch bleibt ein Rechenfehler, wie diese Redaktion meint: Der Betrag von 200 Millionen Dollar reicht für eine Pro-Kopf-Pauschale in Höhe von 40 Dollar oder sogar etwas weniger. Dies kann selbst in Bolivien nicht hinreichend sein, um eine Grundversorgung zu gewährleisten, da offenbar nicht nur das Personal, sondern tatsächlich auch die weitergehende Infrastruktur davon finanziert werden müsste. Wer es ernst meint, muss wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen.

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