7 Kommentare

  1. Die schier übermenschliche Arbeit, die durch Fomenko und seinen Kollgen geleistet wurde (es sind mittlerweile weitere min. 35 Bücher neben seinen Standardwerken gedruckt und ins Englische übersetzt worden), erfordert ein Menschenleben, um durchgearbeitet zu werden. Ich bin seit einigen Monaten dabei, die Werke zu lesen. Die Akribie und wissenschaftliche Vorgehensweise – bar jeder Voreingenommenheit – ist m. E. vorbildlich.
    Zum absoluten Schwachsinn: Jeder erkenne sich selbst.

  2. Das ist absoluter Schwachsinn: Im 16’ten Jahrhundert gab es bereits die Luther-Bibel, die erstmals 1534 erschien. Sie hatte den Schriftumfang, wie alle protestantische Bibeln nach ihr. Also ist in ihr auch das Buch Nehemia enthalten. Doch selbstverständlich ist sie nicht die erste Vollbibel. Hier wären insbesondere die Vulgata (Latein) und die Septuaginta (Griechisch) zu nennen. Die Vulgata wiederum wurde erstmals von Gutenberg in den Jahren 1452-54, also im 15’ten Jharhuntert, gedruckt, und enthält sebstverständlich auch das Buch Nehemia Die ältesten erhaltenen handschriftlichen Vollbibeln der Septuaginta sind der Codex Sinaiticus und der Codex Vaticanus. Beide wurden im vierten Jahrhundert geschrieben und mindestens der Codex Vaticanus enthält auch das Buch Nehemia (beim Sinaiticus dagegen sind etliche Teile des ATs und davon insbesondere das Meiste der Geschichtsbücher, zu denen auch Nehemia gehört, leider verloren gegangen).

    Kurz und gut: Die erhaltenen alten Bibeln, sind wesentlich äter als der Moskauer-Kreml, weswegen vollkommen ausgeschlossen werden kann, daß das Buch Nehemia irgend etwas mit diesem russischen Herrschaftssitz zu tun hat.

    • zu: “Das ist absoluter Schwachsinn”

      So schaut Formalkritik aus, nicht Inhaltskritik. Wie der Film schon sagte: Gewissen Gläubigen wird der Inhalt nicht gefallen…

      Es ist interessant anzusehen, wie die Produzenten des Films an die Sache herangehen und offensichtlich Vergleiche in der Originalsprache ihrer Vorlagen (Rusisch – die ich nicht beherrsche) mit der Realität anstellen. Ich will auch kein Hebräisch, Latein oder Griechisch lesen und das nachvollziehen. Eine legitime Sichtweise aus deren Sicht!.

      Also für Aufgechlossene: Ein toller Denkanstoß! War es jedenfalls für mich…

      • Nun, für den normalen Historiker gilt: Erst das Ereignis, dann der Bericht! So jedenfalls sieht das Daniele Ganser in Bezug zum BBC-Report über dem Einsturz von WTC-Gebäude Sieben, dessen 16’ter Jahrestag gerade gestern war. Hobby-Historker dagegen haben kein Problem damit, daß ein Text – in unserem Fall das Buch Nehemia – viele Jahrhunderte älter ist, als das Ereignis, über das es angeblich berichtet, nämlich die Errichtung des Kremls im 16’ten JHdt.

        Bei meiner obigen Kritik bin ich nur so weit hinab gegangen bis zur ältesten mir bekannten Handschrift, die definitiv Nehemia enthält. Mit einer kleinen Zusatzannahme kann ich sogar noch ein paar JHdte weiter in die Vergangenheit zurück gehen: Im Judentum ist’s Tradition, Esra und Nehemia in einem Buch (bzw. Schriftrolle) zusammen zu fassen. Mit dieser berechtigten Annahme kann auf Grund der Schriftfunde von Qumran geschlossen werden, daß auch in dieser 69 AD gechlossenen Bibliothek am Toten Meer mindestens eine Abschrift von Nehemia vorgelegen haben muß – womit dieses Buch spätestens im dritten JHdt BC entstanden ist, also 1.900 Jahre vor der Errichtung des Kremls.

        Aber natürlich: Das ist für jemanden, der das Kausalitätsprinzip ohne mit der Wimper zu zucken locker bei Seite schiebt, “nur” eine bloße Formalität. ;-)

        • The Dead Sea Scrolls have RED INK and TITANIUM which means the “crown jewel of biblical scholarship” is probably medieval in origin. (Much thanks to BFN member duane for finding the article “Challenging History: The Dead Sea Scrolls” in Philadelphia’s “The Bulletin” newspaper 10/3/2007 by Neil Altman) .

    • Schön dass jemand “Jahrhunderte alte” Handschriften des Judentums lesen kann und gelesen hat, möglicherweise aus der 69 AD gechlossenen Bibliothek Qumran am Toten Meer Mein Kompliment!

      Zu: Historie (Geschichte), Kausalität, Formalität und Weißheit:

      “Ich weiß, dass ich nicht weiß, und damit weiß ich mehr als….”

      Nach Wikipedia: Das geflügelte Wort ist als Verkürzung der Verteidigungsrede des Sokrates entlehnt, die von Platon überliefert wurde:
      „Denn es mag wohl eben keiner von uns beiden etwas Tüchtiges oder Sonderliches wissen; allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. **Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, daß ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen**. Hierauf ging ich dann zu einem anderen von den für noch weiser als jener Geltenden, und es dünkte mich eben dasselbe, und ich wurde dadurch ihm selbst sowohl als vielen anderen verhaßt. Nach diesem nun ging ich schon nach der Reihe, bemerkend freilich und bedauernd und auch in Furcht darüber, daß ich mich verhaßt machte; doch aber dünkte es mich notwendig, des Gottes Sache über alles andere zu setzen; und so mußte ich denn gehen, immer dem Orakel nachdenkend, was es wohl meine, zu allen, welche dafür galten, etwas zu wissen.“

      – Platon: Apologie des Sokrates[8]

      Und wie oft wurde schon in der Geschichte gelogen: “Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.” Napoléon Bonaparte (1769-1821)

Kommentar hinterlassen