Läuft: Twitter beteiligt sich fleißig am Löschen – 70 Millionen Zugänge weg

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Läuft: Twitter beteiligt sich fleißig am Löschen – 70 Millionen Zugänge weg

Die Zensur im Internet läuft. So jedenfalls sehen es Kritiker, die darauf verweisen, dass jetzt auch Twitter mitmacht. Und zwar in großem Stil. Denn der Dienstleister habe, so „Heise“ mit Bezug auf die „Washington Post“ immerhin binnen zweier Monate gleich 70 Millionen Zugänge gesperrt. Dies gilt nach Darstellungen des Unternehmens allerdings lediglich als „Reaktion“ auf die „Enthüllungen“ um die „russische Internet Research Agency“, heißt es. Es geht um die angebliche Hilfe der Russen im US-Wahlkampf.

„Neugewichtung“ zwischen freier Meinung und „Sicherheit“

Bemerkenswert: Twitter begründet dies damit, es gebe nun eine neue Mischung zwischen den beiden Polen Meinungsfreiheit und „Sicherheit“. Sofern sich die Menschen, hier die Nutzer, nicht sicher fühlten, sei die freie Meinungsäußerung nicht besonders viel wert. Die Kritik am Unternehmen bezieht sich in der Regel auf Hass, auf Beleidigungen und „Belästigungen“, wie es heißt. Insgesamt wolle Twitter jetzt stärker gegen den Missbrauch der Kurznachrichten-Plattform vorgehen.

Es wurden noch weitere Maßnahmen angekündigt, ohne diese bislang zu spezifizieren. Verantwortlich dafür soll nach Meinung von Heise allerdings auch die DSGVO sein. Einige User hatten Ende Mai offenbar mitgeteilt, dass die Zugänge solcher Organisationen gelöscht würden, die als zu jung für diese Plattform gelten würden. Ein bizarrer Vorwurf, der wiederum darauf deutet, wie sehr die sozialen Medien inzwischen unter der Knute der strengen Regulierungen in den USA, vornehmlich aber auch in der EU leiden. Denn solche Argumente dürften dem alltäglichen Verständnis nach keine Rolle bei der Bewertung der Teilnahme an den Diensten sein.

Auch ist hier die Frage, ob gleich 70 Millionen Zugangssperren nicht auch zahlreiche unverschuldete Opfer betreffen. Immerhin besteht keine Klagemöglichkeit gegen solche Vorgänge. Die Politik der Zensur hat große Erfolge feiern dürfen. Und es wird weitergehen – mit der nächsten Urheberrechtsdiskussion in der EU im September.

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