Letzte Kolumne des ermordeten saudischen Journalisten veröffentlicht

Am Mittwoch veröffentlichte die „Washington Post“, bei der der von einem mutmaßlich saudischen Mordkommando getötete regimekritische Journalist Khashoggi zuletzt arbeitete, seine letzte Kolumne. Im amerikanischen Exil schrieb der Journalist gut ein Jahr für die Zeitung. Die Kolumne ist am Tag seines Verschwindens in der zuständigen Redaktion eingetroffen.

Die Überschrift der Kolumne lautet: „Was die arabische Welt am meisten braucht, ist die freie Meinungsäußerung“. Der Journalist beklagte darin die mangelnde Pressefreiheit in den meisten arabischen Staaten. Aus diesem Grund seien Araber entweder falsch oder schlecht informiert. Khashoggi kritisiert darin die Inhaftierung seines saudischen Kollegen al-Shehi, der wegen angeblicher Kommentare gegen die saudischen Eliten verhaftet wurde. Khashoggi klagt die Staatengemeinschaft an, denn solche Handlungen würden keinerlei Reaktionen mehr verursachen. In einem Vorwort schrieb dessen Redakteurin Attiah: „Khashoggi hat für die Pressefreiheit anscheinend sein Leben gegeben.“

Indes kündigte Saudi-Arabien an, eine neue Version des Todes von Khashoggi präsentieren zu wollen, um den politischen Schaden zu begrenzen. Derweil war US-Außenminister Mike Pompeo in Riad zu Gesprächen mit König Salman gereist und am Donnerstag in der Türkei eingetroffen. Denn US-Präsident Trump gerät zunehmend unter Druck. Elf Senatoren der Opposition forderten bereits, dass Trump eine umfassende Aufklärung über jegliche finanzielle Verbindungen mit dem Königreich Saudi-Arabien abgeben müsse. Es gebe Anlass zur Sorge hinsichtlich eines finanziellen Interessenkonflikts. Trump verneinte dies bereits auf Twitter: „Fürs Protokoll, ich habe keinerlei finanzielle Interessen an Saudi-Arabien.“

Washington drohte mit Sanktionen, sollte der Fall Khashoggi von Saudi-Arabien nicht aufgeklärt werden. Riad reagierte erbost auf die Sanktionsdrohung aus Washington. Saudi-Arabien werde jede Maßnahme der USA mit einer größeren beantworten. Das Königreich lasse sich von Androhungen wirtschaftlicher und politischer Sanktionen nicht unter Druck setzen, hieß es aus Riad. Wegen den Sanktionsdrohungen aus Washington brach die saudische Börse am Sonntag heftig ein.

Trump scheut sich noch vor einer Verurteilung des saudischen Königshauses. Der Präsident erklärte in einem Interview, dass jemand so lange als unschuldig gelte, bis die Schuld bewiesen sei. Trump wolle Saudi-Arabien zwar nicht in Schutz nehmen, jedoch sei das Land ein wichtiger Verbündeter der USA. Trump rechne aber damit, bis zum Ende der Woche Antworten zum Verschwinden Khashoggis zu haben.



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