Libyen: Das Chaos ist kein Überraschung – Adrian Salbuchi

von Adrian Salbuchi
am 17. Januar 2012

übersetzt von einartysken

In der ganzen Geschichte haben militärische Angriffe auf souveräne Nationen immer Tod, Zerstörung und Chaos bedeutet, die nicht enden, wenn die Invasion abgeschlossen ist. Schaut euch Irak an, Afghanistan, Palästina, Vietnam, Nord-Irland – oder den 2. Weltkrieg und den Kalten Krieg.
Warum sollte es also anders sein in Libyen? Die westlichen Medien sind heute „entsetzt“ über die anhaltenden Schießereien zwischen verschiedenen Fraktionen. Reuters berichtet, dass „Zusammenstöße zwischen rivalisierenden libyschen Milizen zwei Tote und 16 Verwundete verursachten – durch bewaffnete Gruppen, die sich weigern, die Waffen abzugeben“.
Was erwartete der Westen? Ein souveränes Land – Libyen – wurde angegriffen und von NATO-Armeen überrannt unter falschen Vorwänden und unterstützt von einer heuchlerischen UN-Resolution, was zu zehntausenden toten, verstümmelten Libyern, zerstörten Heimen und zerbombter Infrastruktur führte. Das Land wurde geplündert und in tiefstes Chaos gestürzt, seine Führer, desen Kinder und Enkelkinder live im Fernsehen ermordet, was die US-Außenministerin Hillary Clinton zu röhrendem Gelächter veranlasste …
Das hört sich ganz nach den acht Jahren Invasion im Irak an, wo bis zum heutigen Tag schreckliche Gewalt herrscht … es hört sich wie Afghanistan an … es hört sich wie 60 Jahre tägliches Leben in Palästina an … es hört sich wie Serbien vor zwei Jahrzehnten an … es hört sich wie Vietnam vor vier Jahrzehnten an …

Hat der Westen es wieder vermasselt?!?!?! Ich glaube nicht.

Die boys und girls, von denen die geopolitische Planung im Council on Foreign Relations (CFR = Rat für Auslandsbeziehungen), im American Enterprise Institute (US-Unternehmensinsitut) und bei AIPAC (gigantische Israel-Lobby) gemacht wurde, haben allzu viel Erfahrung, um nicht ständig über denselben Stein zu stolpern.
Bedeutete das, dass sie Libyen mit Absicht zerstörten? Natürlich taten sie das.
Die täglichen Bilder, mit denen wir fast ein Jahr lang über die Hölle, zu der Libyen wurde, gefüttert wurden – und über den sogenannten Arabischen Frühling mit bewaffneten Aufständen, die von der CIA, MI6, Mossad und NATO unterstützt wurden – sind sehr beredt. Die „schmutzigen Tricks Abteilungen“ dieser westlichen Terror-Organisationen haben eine großartige Arbeit geleistet!
Ich meine, schaut euch an, was sie jetzt in Iran tun, wo sie keine Bedenken haben, offen zuzugeben, dass sie durch die Straßen von Teheran rennen und Wissenschaftler und Zivilisten ermorden und Betriebe und Einrichtungen in die Luft jagen.
Kann jemand ein deutlicheres Beispiel für staatlich subventionierten Terror liefern als dies? Offen eingestanden von den Tätern selbst – Israel, der USA und England?
Nein, nein. Die Zerstörung von Libyen und anderen „Schurkenstaaten“ hat gedient und dient als eigentliches Ziel der Globalen Machtelite. Denn sie trägt die Botschaft in die ganze Welt weiter als beredte Warnung und Drohung an jedes Land auf Erden, die heisst: „Was wir mit Libyen tun können, das können wir mit jedem verdammten Land tun, wenn wir wollen!“ – „Entweder seit ihr mit uns oder gegen uns“, so lautet die 9/11 Baby Bush Doktrin …
Habt ihr gehört, Venezuela? Habt ihr gehört, Syrien? Und ihr auch, Ecuador, Nigeria, Pakistan, Bolivien …!!! Sicher, der Zeitraum, der zwischen Drohung und Handlung vergeht, steht im umgekehrten Verhältnis zur Entfernung, die  der betreffente „Schurkenstaat“ von China und Russland liegt …
In meinem Artikel vom 30. Novmeber 2011 für RussiaToday „2012: Das Jahr der Weltregierung“, beschrieb ich zwölf „Auslöser“, die von der in den USA, UK und EU eingebetteten Globalen Machtelite benutzt werden, um uns allen die globale Herrschaft aufzuzwingen.
Auslöser Nr. 10 bezieht sich auf „Angriffe auf Schurkenstaaten“.
Ihr seht, es gibt Muster, wenn man weiss, wo man suchen muss. Zum Beispiel hatten resp. haben Gaddafis Libyen, Iran, Syrien, Venezuela und viele moslemische Länder Zentralbanken, die wirklich unabhängig sind, aber nicht von der eigenen Regierung, wie Harvard– und CFR-Eierköpfe fordern, sondern unabhängig von dem IWF, Goldman Sachs, CitiCorp und der Rothschild-Rockefeller parasitischen zinsbasierten globalen Bankenkabale.
Ein weiteres Muster? Gaddafi wollte den Gold-Dinar (eine Währung aus echtem Gold und nicht dünnem Papier wie der Dollar und Euro) einführen, um mit libyschem Öl zu handeln (Libyen hat die neunt-größten Ölreserven der Welt und die größten Afrikas) und dann – wieso nicht? – auch das afrikanische und Nah-Ost-Öl … Ein direkter Angriff auf die US-Dollar-Hegemonie im Ölhandel!
Saddam Hussein tat etwas Ähnliches, als er beschloss, die eine Milliarde US $ „Öl für Nahrung“, die Irak unter den UN-Sanktionen zugestanden wurden, zu nutzen, um in Euros zu handeln statt mit Dollars. Das war im November 2002; wenn ich mich recht entsinne, bekam Saddam Ärger im März 2003 …
Noch ein Muster? Führer in Ländern wie Libyen, Irak, Afghanistan und Serbien sind in zentralen geopolitischen Fragen kurzsichtig gewesen. Und als es ernst wurde, standen sie regelmäßig allein im Kreuzfeuer; sie hatten keine strategischen Allianzen geschmiedet und wurden im Stich gelassen.
Gaddafi machte es noch schlimmer: Er hat die vergangenen 12 Jahre vor seiner Ermordung damit verbracht, den USA, UK, Italien und EU Genugtuung zu leisten. Deswegen gibt es massenhaft Bilder in den Medien, wie Gaddafi Bush umarmt; Gaddafi umarmt Blair; Gaddafi uumarmt König Juan Carlos, Sarkozy, Rodriguez Zapatero, Cameron, Brown, Obama, Chirac … Und wir haben sogar ein Bild, wie Gaddafis Hand von Silvio Berlusconi geküsst wird!! (Im September 2010 auf Video!).
Also: Neun Lektionen aus Libyen:
  1. Traut nicht den Westmächten, insbesondere nicht den USA, UK, Frankreich, Italien und Israel …
  2. Bleibt nicht zu lange an der Macht hängen. Besonders nicht, wenn man sie an einen intelligenten und redegewandten Erben wie Saif Gaddafi übergeben kann. Das hätte Papa schon vor fünf Jahren tun sollen …
  3. Traut nicht den Westmächten …
  4. Werdet nicht allein gelassen. Schafft euch gute Verbündete: Russland, China zum Beispiel. (Fragt Iran, was das gut versteht.)
  5. Traut nicht den Westmächten …
  6. Gebt Acht auf die westlichen Terror-Organisationen wie CIA, MI6, Mossad und deren private Brüder Blackwater/Xe, Halliburton and Co.
  7. Traut nicht den Westmächten …
  8. Lasst nicht die „westlichen Medien“ die globalen Nachrichten fixen über das, was in eurem Land geschieht: Russische, chinesische, iranische, latein-amerikanische Medien werden stärker und werden von entscheidender Bedeutung.
  9. Und zuletzt: Traut nicht den Westmächten!
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