Märchenstunde bei den öffentlich-rechtlichen Talkshow-Veranstaltungen – eine Betroffene erzählt…

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Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sind relativ beliebt. Zumindest halten sie sich seit Jahren im Programm, auch wenn wohl die Hälfte der Plätze stets aus einem Kreis der immer selben Menschen besteht. Die bekannte frühere SPD-Politikerin Susanne Gaschke hat in einem Beitrag für die „Welt“ beschrieben, wie sie „gecastet“ wurde für eine Rolle. Und wir schließen daraus, wie sich die Märchen in der öffentlich-rechtlichen Plauderstunde organisieren.

Anruf bei der Kandidatin

Sie sei, so Frau Geschke, kürzlich von einer „öffentlich-rechtlichen Fernsehredakteurin“ angerufen worden. Sie möge in einer Talkshow darüber sprechen, was sie von den Grünen halte. Die Redakteurin habe zunächst ihrer Freude Ausdruck verliehen und dann gefragt, ob denn Frau Geschke die Zeit habe, um zur Sendung zu kommen. Die bejahte zwar – geriet dann aber in ein Kreuzverhör. Oder in den „Kreuzverhörmodus“, von dem sie spricht.

„Na gut, was würden Sie denn zum gegenwärtigen Höhenflug der Grünen sagen?“ Frau Geschke arbeitet ihren Angaben zufolge derzeit an einem Artikel über den Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck und dessen Sex-Appeal. Insofern halte sie „eine ganze Menge“ von den Grünen. Eine Antwort, die der Redakteurin offenbar nicht gefiel: „Jaja, sympathische Position, aber die haben wir schon mit der Kollegin XY besetzt. Ich muss dann jetzt auch schnell mal weiter die Sendung organisieren.“

Mit anderen Worten. Kein Interesse an der Position von Frau Geschke. Die schlägt kühn nun eine neue, „revolutionäre“ Idee „für unser geschätztes Gebührenfernsehen“ vor. Die Rollen in den Talkshows sollten einfach nicht mehr „gecastet“ werden „wie im Kasperletheater“. Das Rotkäppchen, der Wolf, das Krokodil und der „YouTuber“ müssten nicht immer wieder neu besetzt werden. Stattdessen solle das öffentlich-rechtliche Fernsehen lieber jemanden einladen, der auf eine andere Art interessant sei. Die Menschen sollten dann miteinander sprechen dürfen. Die Redaktion könnte „abwarten, was passiert“. Mit anderen Worten: Sie will weg vom Märchen der öffentlich-rechtlichen Talkshows. Wir auch – klicken Sie hier.

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