Meldungen über Lieferungen von S-300-Komplexen übertrieben

von Andrei Fedjaschin, Stimme Russlands

Die Meldungen, dass Russland angeblich bereits S-300-Komplexe an Syrien geliefert habe, erwiesen sich als übertrieben. Der Grund hierfür war entweder ein Fehler bei der Übersetzung des Interviews, das Präsident Baschar al-Assad dem libanesischen Fernsehkanal „Al-Manar“ gewährte, oder aber der Wunsch der Regimegegner, die Lieferungen bereits als vollendete Tatsache darzustellen, um damit die Aufhebung aller Einschränkungen für die Versorgung der Opposition mit Waffen zu beschleunigen. Das Interview mit Baschar al-Assad wurde am 30. Mai gesendet.

Der syrische Präsident sagte nichts darüber, dass die russischen S-300-Flugabwehrraketenkomplexe bereits geliefert seien. Er umriss lediglich in allgemeinen Worten die Zusammenarbeit mit Russland zu den bereits abgeschlossenen und rechtmäßigen Verträgen. Moskau halte alle früher abgeschlossenen Verträge ein, sagte Assad.

„Wir führten mit Russland im Laufe vieler Jahre Verhandlungen über die Lieferungen verschiedenster Waffen, und Russland demonstriert ein Festhalten an der Erfüllung dieser Verträge. Alle unsere Vereinbarungen mit Russland werden realisiert, manche von ihnen wurden in der vergangenen Zeit erfüllt, und gemeinsam mit Russland werden wir fortfahren, diese Verträge künftig zu erfüllen.“

Sergej Lawrow rief am 31. Mai in Moskau zu einer sorgfältigen Untersuchung der Angaben über das Vorhandensein von chemischen Massenvernichtungsmitteln in den Händen der Opposition auf.

„Wir erwarten, dass die türkischen Kollegen operativ und in vollem Umfang darüber informieren werden, welche Schlüsse sie aus dieser Situation gezogen haben. Die Lage ist viel zu ernst, als dass jene, die ständig vom Problem der C-Waffen reden, fortfahren, irgendwelche Intrigen darum zu spinnen. Alle Vorfälle, die mit derartigen Dingen verbunden sind, müssen untersucht werden.“

Im März 2013 hatten Kämpfer der regierungsfeindlichen Opposition im Raum der Stadt Aleppo bereits C-Waffen eingesetzt. Damals kamen 16 Menschen ums Leben, vor allem friedliche Bürger. Es wurde festgestellt, dass bei diesem C-Waffen-Angriff gerade Sarin eingesetzt wurde.

Der Sicherheitsrat der UNO beschloss am 31. Mai, die Gruppe „Dschabhat al-Nusra“ in die Liste der terroristischen Organisationen aufzunehmen. Hierfür sprachen sich alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrates aus. Bereits im April erklärte der Chef der irakischen Al-Qaida-Filiale, Abu Bakr al-Bagdadi, die „Dschabhat al-Nusra“ sei eine Zelle dieses internationalen Terrornetzwerkes.

Vor diesem Hintergrund wird die Durchführung einer neuen Genfer Konferenz über die Syrien-Regelung eine immer dringendere Angelegenheit. In Moskau und Washington hieß es, am 5. Juni würden sich hochrangige Vertreter des US-Außenministeriums in Genf mit ihren russischen Amtskollegen und Vertretern der UNO treffen. Es soll um die Vorbereitrung der zweiten Genfer Syrien-Konferenz gehen. Auf diesem Wege häufen sich so viele Probleme auf, dass es wohl kaum gelingen wird, die Konferenz, wie ursprünglich geplant, in der ersten Juni-Hälfte einzuberufen. Man wird sie auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen.

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