Metro-Chef Cordes: Idee zur Eurasischen Union interessant

MOSKAU, 16. November (RIA Novosti).

Deutsche Geschäftsleute finden nach Worten des Vorstandsvorsitzenden der Metro AG, Eckhard Cordes, die von Russlands Regierungschef Wladimir Putin befürwortete Idee zur Gründung der Eurasischen Union von Russland, Kasachstan, Weißrussland und möglichen weiteren Staaten interessant.

„Wir hoffen, dass die geplante Eurasische Union ein Bindeglied zwischen der EU und den asiatischen Märkten sein wird“, sagte Cordes, der auch den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft leitet, am Mittwoch in Moskau bei einem Treffen einer Delegation des Ausschusses mit Putin. „Unmittelbar nach dem russischen WTO-Beitritt sollten Verhandlungen über eine europäisch-russische Freihandelszone beginnen, und zwar unabhängig von den Gesprächen zu einem neuen Partnerschafts- und Kooperationsabkommen“, sagte Cordes zu Beginn des Treffens.

Die Eurasische Union kann künftig nach Worten von Russlands Nato-Botschafter Dmitri Rogosin zu einem Territorium mit stärkster Anziehungskraft werden. “Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert der Spaltung Europas. Jetzt kommt es darauf an, alles zu unternehmen, um es wieder zu einen”, sagte Rogosin am Mittwoch in Moskau bei einer Diskussion zu den Perspektiven der Eurasischen Union. Dabei gehe es nicht sosehr um die Zusammenlegung von Territorien, sondern vielmehr um eine Einigung von Völkern, Bürgern und Menschen.

“Das Problem Russlands wurzelt in einer unzureichenden Selbsteinschätzung: Russland muss immer wieder irgendeiner Struktur beitreten…Wir sind uns selber nicht darüber im Klaren, auf welchem Boden wir leben, was eigentlich der riesige Eurasische Raum bedeutet. Das ist ein einmaliges Territorium, das im 21. Jahrhundert die stärkste Anziehungskraft für die Mächtigsten dieser Welt erlangen wird”, sagte der russische Diplomat.

Das Projekt der Eurasischen Union sieht ein Bündnis unabhängiger Staaten mit einem einheitlichen politischen, ökonomischen, militärischen, humanitären, kulturellen und Zollraum vor. Die Idee zur Gründung der Eurasischen Union war bereits 1994 vom Präsidenten der zentralasiatischen Republik Kasachstan, Nursultan Nasarbajew, unterbreitet worden.

Anfang Oktober schrieb Putin in einem Gastbeitrag für die Moskauer Tageszeitung “Iswestija“, dass der künftigen Eurasischen Union die von Russland, Weißrussland und Kasachstan gebildete Zollunion und der Einheitliche Wirtschaftsraum zugrunde gelegt werden könnten. “Die Eurasische Union wird weder eine neue UdSSR noch ein Ersatz für die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), aber ein effektives Bindeglied zwischen und der asiatisch-pazifischen Region”, betonte der russische Regierungschef.

http://de.rian.ru/politics/20111116/261441183.html

________________________

Großbritannien, Kanada, die Vereinigten Staaten, Südafrika, Australien und Japan bilden nun einen Ring außen vorgelagerter, inselartiger Stellungen der See- und Handelsmächte. Diese sind für die Landmächte Europas unerreichbar.
… Der Raum im russischen Reich und in der Mongolei ist so gewaltig und seine Möglichkeiten hinsichtlich der Bevölkerung, der Weizen-, Baumwoll-,Treibstoff-, und Metallproduktion so unübersehbar groß, dass sich daraus unvermeidlich eine riesige mehr oder weniger eigenständige Wirtschaftswelt bilden dürfte, die für den Seehandel unerreichbar ist … In dem Gesamtgebiet nimmt [Russland] die zentrale strategische Position ein, wie sie Deutschland in Europa innehat. Russland kann nach allen Seiten ausschlagen und ist im Norden geschützt. Die volle Entwicklung seiner modernen Eisenbahnmobilität ist nur noch eine Frage der Zeit … Das Überkommen des Kräftegleichgewichts zugunsten des Achsenstaates führt zu dessen Expansion über die Randzonenländer Eurasiens hinaus und würde die Verwendung der riesigen kontinentalen Mittel für den Flottenbau erlauben. Damit wäre das Weltreich in Sichtweite gerückt. Das könnte geschehen, wenn sich Deutschland mit Russland verbünden sollte.
Die Bedrohung durch eine solche Entwicklung sollte daher Frankreich in ein Bündnis zu den Seemächten bringen, und damit würden Frankreich, Italien, Ägypten, Indien und Korea zu ebenso vielen Brückenköpfen werden, über die die Marine von außen Armeen versorgen könnte, um die verbündeten Achsenstaaten zu zwingen ihre Landstreitkräfte einzusetzen und sie davon abzuhalten, ihre ganze Kraft auf die Flotten zu konzentrieren.“

Andreas Dorpalen, The World of General Haushofer, Geopolitics in Action (New York: Farrar &Rinehart, 1942),  S. 194, 196, 198, 200.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen