Milch ist ein Kalziumräuber und erhöht das Fraktur- und Sterberisiko

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Im Britischen Ärzteblatt wurde eine Studie aus Schweden publiziert, die die günstige Wirkung von Milch auf den Knochen infrage stellt. Demnach könnte ein hoher Milchkonsum bei Frauen das Risiko von osteoporotischen Frakturen erhöhen. Für Männer und Frauen wurde eine höhere Sterblichkeit gefunden, die die schwedischen Autoren der Studie auf eine oxidative Wirkung von Galaktose zurückführen.

Milch gilt als gesund für die Knochen und so wird es im Allgemeinen von Ärzten und Milchindustrie propagiert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betrachtet Milch als „Calciumlieferant Nr. 1“. Bereits ein Viertel Liter Milch würde den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken, heißt es. Nach Berechnung eines „US-Experten“ könnten drei oder vier Gläser Milch am Tag die durch Osteoporose entstehenden Gesundheitskosten um 20 Prozent vermindern.

Diese Einschätzung teilen die Forscher von der Universität Uppsala nicht. Ihrer Ansicht nach hat die im Milchzucker enthaltene Galaktose auch unerwünschte Nebenwirkungen. Das Monosaccharid fördere im Körper Entzündungsreaktionen und steigere den oxidativen Stress, so die Forscher. Sie berufen sich auf tierexperimentelle Studien, in denen bereits die subkutane Gabe von 100mg/kg Galaktose bei Mäusen Alterungsprozesse beschleunigt hat. Die Menge würde bei Menschen ein bis zwei Gläsern Milch entsprechen, die nicht subkutan verabreicht, sondern oral eingenommen würden.

Die Forscher haben ihre These mittels einer Langzeituntersuchung untermauert. Männer (45.339) und Frauen (61.433) im Alter von 39 bis 79 Jahren wurden zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. In beiden Gruppen wurde zwischen Milch und vergärten Milchprodukten unterschieden, was von Bedeutung ist, da Joghurt und Käse nur einen geringen Anteil an Laktose und D-Galaktose enthalten.

Die Studie ergab, dass in durchschnittlich 20 Jahren 15.541 Frauen gestorben sind. 17.252 hatte eine Fraktur erlitten, darunter waren 4.259 Hüftfrakturen, was in der Regel Folgen von Osteoporose sind. Frauen, die drei oder mehr Gläser Milch am Tag tranken, hatten ein um 93 Prozent erhöhtes Sterberisiko. Das Frakturrisiko bei den Frauen war ebenfalls erhöht. Es nahm für jedes tägliche Glas Milch um 2 Prozent zu. Bei den Männern, die üblicherweise seltener an Osteoporose erkranken, war das Frakturrisiko nicht signifikant erhöht. Die Gesamtsterblichkeit wurde jedoch mit 3 Prozent pro Glas Milch errechnet. Der Verzehr von fermentierten Milchprodukten mit einem geringen Laktosegehalt war dagegen bei den Frauen mit einer reduzierten Sterblichkeit und Knochenbrüchen verbunden.

Die Studienergebnisse aus Uppsala stellen die derzeitigen ärztlichen Empfehlungen eines hohen Milchkonsums zur Vorbeugung von osteoporotischen Knochenbrüchen deutlich in Frage. Es ist daher von einem hohen Milchkonsum abzuraten.

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