Mursis Sturz und Washingtons Islamisten-Strategie

Kommentar:

Ist Ihnen aufgefallen, dass die Muslimbrüder in letzter Zeit in der gleichgeschalteten Globalisten-Presse gar nicht so gut wegkamen? Der Putsch in Ägypten lief wie am Schnürchen, wie ein gut eingeübtes Schauspiel, bei dem die ägyptische Muslimbruderschaft mitzuspielen schien oder zumindestens ruhig hält.

Entscheidenden Anteil am Umsturz hatte die Mobilisierungskraft der Unterschriftenkampagne „Tamarrod“ (Rebellion), die aus dem “Nichts” auftauchte und von Alexandria im Norden bis Assuan im Süden den Ruf nach Mursis Sturz wie ein Lauffeuer entfachte.

Die Drahtzieher der Bewegung sollen drei junge Männer und zwei junge Frauen sein. Ihre Namen sind Mahmud Badr, Hassan Shahin, Muhammad Abdalaziz, Mai Wahba und Iman al Haghi. “Hassan Shahin soll die Idee zur Unterschriftenkampagne gehabt haben. Sie nannten das Projekt „Tamarrod“ (Rebellion), stellten es über Twitter und Facebook vor……(http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/aegyptens-tamarrod-partei-rebellen-der-schweigenden-mehrheit-12268808.html)

Ja freilich hatte Hassan Shahin die Idee zur Unterschriftenkampagne. Da ist er eben mal hingegangen und hat eine gemacht, ein paar Hunderttausend Flugblätter und T-Shirts und Plakate auf seinem alten Drucker ausgedruckt und ist aus dem Nichts in ganz Ägypten aufgetaucht.

»Tamarrod« sammelt 15 Millionen Unterschriften gegen Mursi

Die Erfahrung lehrt, dass die Mächte, welche die Welt im Griff haben, bei solch bedeutenden Ereignissen nichts dem Zufall überlassen. Wieder einmal werden die ägyptischen Massen manipuliert, es taucht eine Bewegung auf und “enftacht den Ruf nach Mursis Sturz wie ein Lauffeuer”. Die Kampagne ist in Kairo allgegenwärtig – in der ganzen Stadt hängen Plakate, überall verteilen Aktivisten Flugblätter und sammeln Unterschriften. Sie haben einen Slogan, und zugehörige T-Shirts.

Es handelt sich um ein generalstabsmäßig geführte Aktion, die mit viel Geld ausgestattet sein muss.

Der “Arabische Frühling” ist längst als Destabilisierungskampagne der Globalisten durchschaut worden; hat der berufsmäßige Weltunruhestifter und Kriminelle  George Soros die Maske gewechselt?

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Nach einem Artikel von F. William Engdahl
4. Juli 2013, übersetzt von politaia.org

Die schnelle Verhaftung von Mohammed Morsi und weiterer Schlüsselpersonen der Muslimbruderschaft durch das ägyptische Militär am 03. Juli 2013 markiert einen bedeutenden Dämpfer für Washingtons Strategie des “Arabischen Frühlings”, eines Konzeptes, welches den politischen Islam dazu einsetzt, Chaos von China über Russland bis in den energiereichen Mittleren Osten zu verbreiten.

Morsi wies die Forderung des Verteidigungsministers zurück, zurückzutreten, um ein Blutbad zu verhindern. Er sagte, er beharre auf seine verfassungsmäßige Würde und forderte die Rücknahme des Ultimatums der Armee.

Dies könnte zum großen Wendepunkt in Amerikas Geschichte und Abstieg als die einzige Weltmacht werden, wenn zukünftige Generationen von Historiker an die Aufarbeitung der Ereignisse gehen.

Ein Jahr, nachdem die ominöse Muslimbruderschaft die Macht errang und mit ihrem Mann Mohammed Morsi als Präsidenten das Parlament beherrschte, griff das ägyptische Militär ein; der Hintergrund waren Millionen von Demonstranten auf den Straßen, die gegen Morsis Verhängung des strikten Scharia-Rechts und gegen seine Unfähigkeit protestierten, den wirtschaftlichen Kollaps in den Griff zu kriegen. Der Coup wurde von Verteidigungsminister und Armeechef General Abdel Fattah el-Sissi angeführt. Bezeichnenderweise wurde el-Sissi als devoter Muslim und jüngerer General letztes Jahr von Morsi in sein Amt gebracht. Er wurde auch in Washington ausgebildet und steht bei der Pentagon-Führung in gutem Ansehen. Die Tatsache, dass er den Staatsstreich anführt, deutet auf die tiefe Ablehnung der Bruderschaft in Ägypten hin. Al-Sissi verkündete in der Nacht zum Mittwoch (am 03. Juli 2013), dass der Vorsitzende der Verfassungsgerichtes als provisorischer Präsident agieren und eine Interimsregierung von Technokraten aufstellen werde, welche das Land bis zu vorgezogenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen regeiren werde. Er wurde dabei von Christen, der sekulären Opposition und muslimischen Führern flankiert.

Al-Sissi führte aus, dass die gesamten Anstrengungen der Armee, einen nationalen Dialog und eine Wiederversöhnung zu erreichen, von allen Fraktionen willkommen geheißen und (nur) durch Präsident Morsi und seiner Muslimbruderschaft blockiert werde.

Die Wut richtet sich gegen die USA

Der vielleicht bedeutendste Aspekt der Massenmobilisierung von Demonstranten in den letzten Wochen war der deutlich anti-amerikanische Charakter der Straßenproteste, der in der Entscheidung des Militärs mündete, die Kontrolle zu übernehmen. Demonstranten führten selbstgemachte Poster mit sich, die Obama und seine Botschafterin in Kairo, Anne Patterson, anprangerten.

Anne Patterson geriet zur speziellen Zielscheibe der Proteste. Sie hatte am 18. Juni Bemerkungen fallenlassen, welche die Anti-Morsi-Protestierenden entmutigen sollten. Sie erzählte den Ägyptern: “Manche meinen, das Strassenaktionen besser wären, als Wahlen. Ehrlich gesagt, ich und meine Regierung sind zutiefst skeptisch darüber.” In einem sogar ausführlicheren Interview im Mai mit der ägyptischen Ahram Online weigerte sich die Diplomatin, einen kritischen Standpunkt gegenüber Morsi einzunehmen und sagte: “Tatsache ist, dass sie eine legitime Wahl abhielten und gewonnen haben. Natürlich ist es eine Herausforderung, mit einer neuen Regierung zurechtzukommen. Aber auf Staatsebene sind wir beispielsweise immer noch mit dem gleichen Militär und  Zivilpersonal verbunden und erhalten damit dieselben und lange etablierten Beziehungen aufrecht.” [1]

Die Aktionen der Militärs wurden auch gegen die explizite Intervention von US-Präsident Obama und dem Chef der Vereinigten Stabschefs, General Martin Dempsey, durchgeführt. Obama rief den ägyptischen Präsidenten an und Dempsey telefonierte mit dem Generalsstabschef Sedki Sobhi. Sie hofften, die dreifache Krise zwischen dem Regime, der Armee und der Protestbewegung zerstreuen zu können. Nun steht Obama mehr als dumm da. [2]

Bezeichnenderweise haben der saudische König Abdullah und die Führer der Vereinigten Arabischen Emirate – mit der bemerkenswerten Ausnahme des Emirs von Katar, einem Pro-Muslimbruderschaft-Anhänger – die Militäraktion in Ägypten begrüßt. [3]

DebkaFile, ein Nachrichten-Blog mit Nähe zu israelischen Militär- und Geheimdienstkreisen, sagt, das ägyptische Militär hätte mit stillschweigender Unterstützung von Saudi-Arabien und anderen konservativen Golfstaaten gehandelt. Sollte Obama die jährliche US-Militärhilfe in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar an Ägypten streichen, würden Saudi-Arabien und die VAR dafür einspringen. Außerdem – so DebkaFile – würden die Saudis, die VAR und andere Golfstaaten, wie Bahrain und Kuwait, “sofort substantielle Geldmittel bereitstellen, um Ägyptens Wirtschaft zu unterstützen. Den ägyptischen Massen soll so vor Augen geführt werden, dass in einer ordentlich geführen Wirtschaft ein minimaler Lebensstandart  garantiert wäre und niemand hungrig bleiben müsse, wie unter der Herrschaft der Muslimbrüder. Laut unseren (DebkaFiles) Quellen sagten die Saudis und die VAR zu, mit den Geldern Katars gleichzuziehen, die im letzten Jahr in die Schatullen der Muslimbruderschaft in Kairo flossen; es handelt sich dabei um die riesige Summe von 13 Milliarden Dollar.” [4]

Ob sich nun der Bericht über die versprochenen Hilfen als richtig erweist oder nicht, die militärische Intervention in Ägypten sendet auf jeden Falle tektonische Erschütterungen durch die islamische Welt. Vor einer Woche, als die Massenproteste in Ägypten anschwollen, übergab der Muslimbruderschaft-Sponsor Scheich Hamad al-Thani von Katar überraschenderweise die Herrschaft an seinen 33-Jahre alten Sohn, der gemäßigt sein soll. Der Sohn feuerte unverzüglich Premierminister Scheich Hamad bin Jassim, ebenfalls ein Anhänger der Muslimbuderschaft.

Katar hat der ägyptischen Muslimbruderschaft etwa 8 Milliarden Dollar überwiesen und der spirituelle Führer der Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi, lebte seit Jahrzehnten in Doha. Er hat Doha als Basis seiner oft kontroversen Reden benutzt. Al Jazeera, das katarische Nachrichtennetzwerk, wurde in den letzten Jahren dafür kritisiert, dass es von einem inabhängigem arabischen Nachrichtenkanal zu einer parteiischen Stimme für die Muslimbruderschaft mutierte.[5]

Bezeichnenderweise war eine der ersten Aktionen der ägyptischen Militärs, das Al Jazeera-Studio in der Nähe von Kairo zu schließen.

Die große Niederlage der Muslimbruderschaft in Ägypten sandte auch Schockwellen in die Türkei, wo die Muslimbruderpartei AKP des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan regiert. Die Massenproteste in der Türkei wurden von Erdogan mithilfe der Polizei unter dem Einsatz von Tränengas und Wasserkanonen niedergeschlagen.

Erdogan hatte es zugelassen, dass die Türkei als großes Basislager für die Entsendung von Söldnern nach Syrien diente, um die Regierung Assad zugunsten der Muslimbruderschaft zu stürzen. Die Gelder dafür kamen größtenteils aus Katar. Vor seinem Sturz in Ägypten forderte Mursi den Heiligen Krieg, um Assad zu stürzen.

Die spannende Frage lautet nun: Wie wird Obama auf den Kollaps des Washingtoner “Arabischen Frühlings” reagieren. Der Arabische Frühling von gestern hat sich gerade in einem sibirischen Alptraum verwandelt.

Endnotes:


[1] John Hudson, Knives Come Out for US Ambassador to Egypt Anne Patterson, Foreign Policy, July 3, 2013, accessed in

http://thecable.foreignpolicy.com/posts/2013/07/03/knives_come_out_for_us_ambassador_to_egypt_anne_patterson

[2] DebkaFile, Army deposes Morsi. In TV statement, army chief names judge provisional president. Tahrir Sq. jubilant, DEBKAfile Special Report July 3, 2013. Accessed in http://www.debka.com/article/23088/Army-deposes-Morsi-In-TV-statement-army-chief-names-judge-provisional-president-Tahrir-Sq-jubilant

[3] Reuters, Saudi king congratulates new Egyptian head of state, July 4, 2013, accessed in http://ca.news.yahoo.com/saudi-king-congratulates-egyptian-head-state-221341784.html

[4] DebkaFile, Saudis, Gulf emirates actively aided Egypt’s military coup settling score for Mubarak ouster, DEBKAfile Exclusive Report July 4, 2013   http://www.debka.com/article/23090/Saudis-Gulf-emirates-actively-aided-Egypt%E2%80%99s-military-coup-settling-score-for-Mubarak-ouster.

[5] Simeon Kerr, Fall of Egypt’s Mohamed Morsi is blow to Qatari leadership, Financial Times, July 3, 2013, accessed in

http://www.ft.com/intl/cms/s/0/af5d068a-e3ef-11e2-b35b-00144feabdc0.html#axzz2Y4bYmKsb

Quelle:

http://www.veteranstoday.com/2013/07/04/washington-islamist-strategy-in-crisis-as-morsi-toppled/

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