Nachgehakt: Vernichten die USA mit Bayer den nächsten Großkonzern?

www.shutterstock.com, Tobias Arhelger, 1240220572

Vor wenigen Tagen wurde das jüngste Urteil im Glyphosat-Prozess gegen „Bayer“ und der Tochter „Monsanto“ gesprochen. Die Schadenersatzstrafe beläuft sich auf 2 Milliarden Dollar. Da es noch mehr als 10.000 Fälle gibt, die in den USA verhandelt werden, könnte sich bei einem ähnlichen Verlauf der kommenden Prozesse für Bayer ein existenzielles Problem ergeben. Beobachter sprechen von einem unkalkulierbaren Risiko. Wie im Falle des VW-Diesel-Skandals sind die Verhandlungen in den USA besonders hart. Wird hier ein unliebsamer Konkurrent vernichtet? Oder wäre dies die nächste Dolchstoß-Legende, so Beobachter fragend?

Die Antwort ist noch offen. Wir erinnern auszugsweise an die Informationen, die wir zum Prozess selbst bereits beschrieben hatten.

Bayer verlor „in den USA zum dritten Mal innerhalb von neun Monaten einen Prozess gegen sein Glyphosat-haltiges Pestizid „Roundup“ verloren (…). Ein Rentnerehepaar hatte geklagt, das das Pflanzengift jahrelang verwendet hatte und jetzt an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist.

Mit der Übernahme des umstrittenen Gentech-Saatgutherstellers Monsanto hat sich Bayer riesige Rechtsrisiken eingehandelt. Auch dieser verlorene Prozess fand in Kalifornien statt. Die Studie der WHO, gemäß welcher Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft worden ist, war ebenfalls wieder Gegenstand dieses Gerichtsprozesses. Monsanto wurde erneut vorgeworfen, mit manipulierten Studien die Krebsrisiken seines Produktes bewusst verschleiert zu haben. Die Jury befand schließlich am Montag, dass Monsanto in allen Anklagepunkten schuldig sei: Roundup sei krebserregend, Monsanto hätte die Konsumenten auf der Verpackung vor den Krebsrisiken warnen müssen und habe daher fahrlässig gehandelt.

2 Milliarden Dollar….

Die Höhe der verhängten Strafe beträgt laut amerikanischen Journalisten 2 Milliarden US-Dollar, wobei 1 Milliarde Dollar für jeden Kläger des Ehepaars vorgesehen sind. Die Geschworenen folgten mit dieser Geldstrafe dem Vorschlag eines Klägeranwalts. Damit verhängte die Jury des US-Gerichts eine deutlich höhere Geldstrafe als in den beiden vorherigen Urteilen gegen Monsanto. In einem ersten Urteil wurde Bayer zu einer Zahlung von 78 Millionen US-Dollar verurteilt, im März dieses Jahres wurde einem Mann 80 Millionen Dollar zugesprochen. Bayer ging gegen beide Urteile in Berufung.

Angesichts der inzwischen 13.000 eingegangenen Klagen in den USA ist die Zukunft von Bayer ungewiss. Die neuerliche Fusion eines deutschen und amerikanischen Konzerns könnte sich wieder als „Fluch“ herausstellen, genau wie die Fusion von Daimler und Chrysler, die nach dem Desaster wieder aufgelöst wurde – oder der Dieselskandal von VW, der in den USA seinen Anfang nahm und den deutschen Autobauer mehr als 30 Milliarden Euro gekostet hat. Fast könnte man meinen, dass die USA es auf die deutsche Wirtschaft abgesehen haben. Darauf deuten auch andere Umstände, die wir hier für Sie aufbereiten.“

Weitere interessante Hinweise dazu finden Sie hier:

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