Nestlé pumpt nicht nur in Dürreländern Afrikas Wasser ab

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Der Lebensmittelkonzern Nestlé kommt nicht aus den Schlagzeilen. Immer wieder liest man von Wasserausbeutung in armen und oftmals trockenen Ländern und von Regenwaldzerstörung zugunsten von Palmölplantagen. Nicht nur in Afrika gräbt der Konzern mit Hauptsitz in der Schweiz den Ärmsten das Grundwasser ab. Auch die Wassermarke „Vittel“ gehört Nestlé und in dem kleinen, beschaulichen Ort Vittel im Osten Frankreichs wird bereits das Grundwasser knapp – weil Nestlé dort das Wasser für die Produktion des Mineralwassers „Vittel“ abpumpt.

Nestlé verkauft mehr als 2.000 Lebensmittelmarken und ist in rund 190 Ländern vertreten. In fast jedem Supermarkt finden sich Produkte von Nestlé. Die Unternehmenspolitik des Konzerns steht immer wieder in der Kritik. Denn weltweit kauft Nestlé Wasserrechte von staatlichen Wasserbehörden. Damit erkauft sich der Konzern die Rechte, Grundwasser, das direkt unterhalb der Erdoberfläche lagert, abzupumpen. Nestlé reinigt das Wasser und verkauft es dann, zumeist in Plastikflaschen abgefüllt, gewinnbringend als „Tafelwasser“.

Bekanntestes Wasser ist die Marke „Pure Life“. Nestlé hat Produktionsstandorte in Nigeria, Äthiopien und Pakistan. Gerade dort, wo Wasser ohnehin schon knapp ist, pumpt Nestlé es noch ab und verdient sich eine goldene Nase damit. Auch in Südafrika produziert Nestlé Trinkwasser. Dort hat der Konzern allein elf Standorte. Durch schwere Dürren gibt es dort immer wieder Wasserkrisen. Deshalb hat Kapstadt bereits eine offizielle Wassersparstufe eingeführt: Einwohner dürfen täglich nur noch maximal 50 Liter Wasser verbrauchen. Zum Vergleich: Ein Deutscher verbraucht täglich im Durchschnitt ca. 123 Liter Trinkwasser.

Der Konzern Nestlé ist sich jedoch keiner Schuld bewusst und beharrt darauf, die Wasservorkommen in den dürregeplagten Ländern nicht zu beeinträchtigen. Nach eigenen Angaben machte der Konzern im Jahr 2018 allein mit seinen Wasserprodukten einen Umsatz von rund 8 Milliarden Schweizer Franken. Nestlé konnte damit seine Einnahmen noch steigern, denn der Konzern erhöhte die Preise 2018 um 2,7 Prozent. Der Film „Bottled Life“ hat sich mit den Machenschaften des Lebensmittelkonzerns beschäftigt. Darin wird Nestlé u. a. vorgeworfen, für die Dürren in einigen Regionen Pakistans verantwortlich zu sein.

Durch den Anbau von Palmölplantagen geht immer mehr Regenwald verloren. In vielen Produkten von Nestlé wird Palmöl von der Ölpalme verwendet. Es steckt in Backwaren, Margarine und Süßwaren, wie etwa Nutella oder Kitkat. Laut Greenpeace werden alleine in Indonesien jeden Tag rund 20 Quadratkilometer Regenwald zerstört, um Palmöl anzupflanzen. Greenpeace kritisierte Nestlé bereits 2010 für die Nutzung von Palmöl in dem Schokoriegel Kitkat. Nestlé kündigte „Besserung“ an und versprach, bis 2015 nur noch nachhaltig angebautes Palmöl für seine Produkte zu verwenden.

Allerdings berichtete die britische Zeitung „The Guardian“, dass Nestlé weiterhin Palmöl aus Indonesien verwendet. In diesem Gebiet, in dem die Regenwälder abgeholzt werden, lebten ursprünglich Tiger, Orang-Utans, Elefanten und Nashörner. Durch den weiteren Bezug aus den illegalen Plantagen unterstützen diese Konzerne die Vernichtung des Regenwaldes und des Lebensraums für diese Tiere.

Wir bleiben an diesem Thema – weil es für uns alle entscheidend sein wird. Weitere Hintergründe dazu hier.

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