NEU: Wohlverhalten in der Schule durch „Engagement“ soll belohnt werden….

www.shutterstock.com, maxuser, 651441421

In China bekommen Menschen bereits Sozialpunkte. Entweder als Bonus oder als Malus. Diese Form staatlicher Belobigung steht in Deutschland bald wieder ins Haus, wenn es nach den Vorstellungen der Kultusminister geht. Die Tagung der Konferenz der Kultusminister (KMK) befasst sich jetzt nach einer Vorlage zur „Demokratieerziehung“ mit einem aktiven Belobigungssystem. Wer sich engagiert, soll dafür im Zeugnis eine Note erhalten – oder einen Eintrag. Das heißt umgekehrt auch: Derjenige, bei dem schlicht nichts steht, ist nicht sozial engagiert.

Demokratie lebe vom Mitmachen

Der Vorsitzende der KMK, Helmut Holter von der Partei „Die Linke“, geht davon aus, dass die Demokratie vom Mitmachen lebe. Die übliche Definition einer Demokratie unterstellt dabei das Mitentscheiden und -diskutieren. Insofern liegt hier eine Neuinterpretation vor, meint die hiesige Redaktion.

Anknüpfend an diese Überlegung jedenfalls sollten die Engagements in Jugendzentren oder bei der Freiwilligen Feuerwehr bzw. im Naturschutz belobigt werden. Weitere Vorschläge beziehen sich auf das Engagement in „Schülerparlamenten“ oder aber auch an sogenannten außerschulischen Lernorten.

Der Präsident des „Deutschen Lehrerverbandes“, Heinz-Peter Meidinger, wünscht sich darüberhinaus möglichst einen „Beauftragten für Demokratieerziehung“ an jeder Schule. Allerdings will die KMK offenbar auch verhindern, hier eine gleichgeschaltete Meinung zu verbreiten. Immerhin müsste das, was in der Wissenschaft oder auch in der Politik „kontrovers“ diskutiert würde, dann auch in den Unterrichtsstunden „kontrovers“ erscheinen, so die Auffassung der KMK. Die entsprechende Vorlage wird in einer Agenturvorlage als „Demokratie-Papier“ bezeichnet.

Kritiker warnen davor, die „Demokratieerziehung“ selbst zu einer Ideologie auswachsen zu lassen. Demokratische Institutionen wie das Schülerparlament auf Schulebene oder nachgelagerten Stellen sind vorhanden. Die Fächerauswahl ist breit genug, um soziale Themen zu diskutieren. Möglicherweise müsse zunächst grundsätzlich die Bildungsfrage wieder auf die Agenda, um durch ein höheres Bildungsniveau auch und gerade in wichtigen Fächern wie „Geschichte“ oder der Spracherziehung mit Blick auf den internationalen Austausch die freie Meinungsbildung zu fördern.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen