Neue Raumfahrt-Panne: Russischer Nachrichtensatellit abgestürzt

Russland verliert erneut Satelliten: Trümmerteile bei Nowosibirsk gefunden

Wrackteile  des am Freitag abgestürzten russischen Nachrichtensatelliten „Meridian“ sind nach vorläufigen Angaben in vier Ortschaften des Gebietes Nowosibirsk (Westsibirien) entdeckt worden. Das erfuhr RIA Novosti inoffiziell aus der örtlichen Innenbehörde.

Wie das russische Innenministerium zuvor mitgeteilt hatte, sei der Satellit im Raum der Stadt Tobolsk im Gebiet Tjumen (Westsibirien) abgestürzt.

Der für militärische und zivile Zwecke bestimmte Satellit war um 13:08 Uhr MEZ vom Kosmodrom Plessezk mit einer Trägerrakete vom Typ Sojus-2.1b ins All geschossen worden.

Die heutige Panne mit einem   russischen Nachrichtensatelliten der Meridian-Serie wirkt sich auf die Startvorbereitung einer Proton-M-Trägerrakete nicht aus, die den niederländischen Nachrichtensatelliten SES-4 (NSS-14) am 26. Dezember vom Kosmodrom Baikonur ins All bringen soll. Das erfuhr RIA Novosti von einem Sprecher des russischen Raketenbauzentrums „Chrunitschew“. Die Vorbereitung läuft plangemäß und die Rakete soll auf Beschluss der zuständigen Staatskommission zur Startrampe transportiert werden.

Wie der Sprecher erläuterte, unterscheiden sich die schwere Proton-M-Rakete und die mittelschwere Rakete vom Typ Sojus-12.b grundlegend voneinander. Sie haben Triebwerke unterschiedlichen Typs und werden von verschiedenartigen Startrampen aus in den Weltraum befördert.
„Deshalb wird der Proton-Start nicht verschoben“, so der Sprecher.

Es ist bereits der zweite Fall einer Sojus-Fehlzündung in diesem Jahr. Zuletzt war im August der unbemannte Raumfrachter Progress auf dem Weg zur ISS abgestürzt. Die Trümmer des nun abgestürzten Satelliten seien südlich der Stadt Nowosibirsk aufgeschlagen, hieß es. Der Schaden wurde auf umgerechnet rund 50 Millionen Euro geschätzt.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Panne und kündigte eine Prüfung des Zwischenfalls an.

Zuletzt hatte Russland nach einer Reihe von Rückschlägen die Marsmond-Raumsonde „Phobos-Grunt“ verloren. Die rund 13,5 Tonnen schwere, fehlgeleitete Raumsonde wird nach Berechnungen aus Moskau bald zerbrechen und im Januar 2012 abstürzen. Die hochgiftigen Stoffe im Tank der 120 Millionen Euro teuren Marsmond-Sonde würden beim Eintritt in die Erdatmosphäre vermutlich verglühen, teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Auch das radioaktive Kobalt an Bord sei laut Roskosmos nicht gefährlich.

Nach der Pannenserie in diesem Jahr hatte Kremlchef Dmitri Medwedew den Schuldigen mit drastischen Worten eine Bestrafung angedroht. Die Misserfolge beeinträchtigten Russlands Konkurrenzfähigkeit im Wettrennen etwa mit den USA und China, sagte er.

http://de.rian.ru/science/20111223/262332291.html

http://de.rian.ru/science/20111223/262333166.html

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