Neuer Besitzer der „Berliner Zeitung“ war Stasi-Spitzel

www.shutterstock.com, hanohiki, 1288362868

Wie die „Welt am Sonntag“ berichtet, hat der IT-Unternehmer und Multimillionär Holger Friedrich jüngst den Berliner Verlag (Berliner Zeitung) erworben. Wie nun bekannt wurde, arbeitete Friedrich in der DDR als Stasi-Spitzel unter dem Decknamen „Peter Bernstein“ als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) für die Stasi. Friedrich rechtfertigt seine Stasi-Tätigkeit damit, dass er damals in einer „Notsituation“ gewesen sei.

Friedrich war bei der Nationalen Volksarmee Unteroffizier und berichtete über Kameraden, welche er „teilweise schwer belastete“, so die „Welt am Sonntag“. Der „Welt am Sonntag“ liegen entsprechende Dokumente aus der Stasi-Unterlagenbehörde vor und berichtete darüber umfassend in ihrer Ausgabe vom 17. November 2019.

Die Stasi-Unterlagenbehörde hatte auf Antrag aus Friedrichs IM-Akte, die im Original rund 125 Seiten umfasst, 80 Seiten zur Verfügung gestellt. Aus den Unterlagen ergibt sich, dass der Ost-Berliner von Dezember 1987 bis Februar 1989 mit Stasi-Offizieren zu konspirativen Treffen zusammenkam. Nachdem die „Welt am Sonntag“ Friedrich damit konfrontiert hatte, bestätigte Friedrich die Vorwürfe in einem Beitrag der „Berliner Zeitung“.

Friedrich behauptet, nicht „aktiv für das „Ministerium für Staatssicherheit“ (MfS) tätig gewesen zu sein. Dem widerspricht allerdings der Inhalt der Akten. Zudem hat die Stasi-Unterlagenbehörde die Akten herausgegeben, weil Friedrich als Stasi-Mitarbeiter eingestuft wurde. In den Akten sind größtenteils handschriftliche Spitzelberichte enthalten. In den Berichten werden mehr als 20 Personen in identifizierbarer Weise genannt. Laut Unterlagen wurde gegen einige der Betroffenen entsprechende „Maßnahmen“ eingeleitet. Ein Soldat beispielsweise sollte „gemaßregelt und strafrechtlich belehrt“ werden.

Über die Wende sagte der Unternehmer: „Ein Systemwechsel ist nicht weiter schlimm, wenn man sich darauf einlässt.“ In einem Editorial zum 30. Jahrestag des Mauerfalls fand Friedrich lobende Worte für Egon Krenz, der im vereinten Deutschland wegen der Toten an der innerdeutschen Grenze wegen Totschlags in vier Fällen zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt wurde.

In den Stasi-Unterlagen, sofern sie nicht „verschwunden“ sind, dürften noch so einige weitere Skandale darauf warten, enthüllt zu werden. Daher verwundert es wenig, dass man die Stasi-Unterlagen-Behörde jetzt auflösen und die Akten verschwinden lassen will. Watergate.tv berichtete.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen