Nur noch wenige Tage bis zur EU-Wahl – und (fast) niemand kennt die Kandidaten….

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Wenn wir qualifiziert wählen wollen, sollten wir die Alternativen kennen. Ansonsten dürfte die Wahl wenig repräsentativ sein. Einen solchen Fall erleben wir jetzt in der EU. Wir haben kürzlich in unserem Newsletter zu „Capitol Post“ darüber berichtet.

„Die Wahl zum EU-Parlament findet in Deutschland am 26. Mai statt. Auch wenn zahlreiche Medien die Wahl als „Europawahl“ titulieren und diese als „besonders wichtig“ kennzeichnen, scheinen sich viele Befragte in Deutschland kaum dafür zu interessieren. Jedenfalls sind die Spitzenkandidaten der Parteien einer Mehrheit der Befragten nach einer Umfrage für „RTL“, durchgeführt durch das Meinungsforschungsinstitut „Forsa“, unbekannt.

Manfred Weber: Nicht einmal jeder Dritte kennt den Favoriten

Spitzenkandidat der „EVP“, der konservativen Fraktion im EU-Parlament, ist der CSU-Politiker Manfred Weber. Dieser ist den meisten Menschen in Deutschland unbekannt, auch wenn er damit der nächste EU-Kommissionspräsident werden könnte. 28 % der Befragten konnten ihn als Spitzenkandidaten benennen. Die sozialdemokratische Spitzenkandidaten Katarina Barley konnten lediglich 25 % der Befragten als solche identifizieren.

Noch tiefer sind die Umfragewerte der grünen Kandidatin „Ska Keller“, die auf 11 % Bekanntheitsgrad kommt. Nicola Beer von der FDP kennen gleichfalls lediglich 11 % in dieser Funktion. Der Spitzenkandidat der AfD heißt Jörg Meuthen und ist nur 10 % der Befragten als solcher gegenwärtig.

Auch die Anhänger der Union sind nur zu 41 % darüber informiert, dass Manfred Weber der Spitzenkandidat der EVP bzw. der Union für die EVP ist. Lediglich 43 % der sozialdemokratischen Anhänger konnten Katarina Barley benennen und nur 16 % der „Grünen“ Ska Keller. Insofern ist die EU-Wahl nach freier Interpretation zumindest nicht allzu bedeutend.

Diese These wird durch eine weitere Zahl untermauert: Lediglich 25 % der Befragten sind der Auffassung, die EU-Wahl sei wichtig. Drei Wochen vor der jüngsten Bundestagswahl im Jahr 2017 waren noch 56 % der Befragten der Meinung, die Wahl sei wichtig.

Die EU-Wahl könnte Manfred Weber als EU-Kommissionspräsidenten hervorbringen, sofern die „GroKo“ von EVP und Sozialdemokraten im EU-Parlament die Mehrheit erringt und ihn vorschlägt. Selbst diese Mehrheit wackelt inzwischen allerdings.

Wir werden uns die Alternativen im EU-Parlament genau ansehen und den Hintergrund dazu beleuchten, was die EU für den Fall eines ungünstigen Wahlausgangs plant.

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