Psychisch krank? Klima“leugner“ auf der Anklagebank

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Wer sich derzeit in die Debatte um die Klimapolitik einmischt und den Ansichten der Klimaschützer bezüglich des menschlichen Anteils am Klimawandel nicht vollumfänglich folgt, muss aufpassen. Zählen Sie zu jener Gruppe, sind Sie möglicherweise psychisch nicht so gesund. Dies jedenfalls legt der Beitrag eines „Psychotherapeutenjournals“ nahe, in dem die bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten ihre Erkenntnisse mitteilt.

„Interventionen“

Der Beitrag intendiert, dass es „psychotherapeutischer Interventionen“ bedürfe, wenn Patienten die Aussagen von „Klimawissenschaftlern“ nicht ernst nehmen würden, also verleugneten oder herunterspielten. Psychotherapeuten insgesamt sollten sich sogar Kampagnen zur „Gesundung“ dieser Krankheit anschließen: „Gegen diese weitverbreitete existenzielle Neurose“.

Die Indikation: Wenn Sie beispielsweise nicht mit der Klimadeutung einverstanden wären, dann sei dies eine „Angst vor dem Tod“. Denn Sie könnten eben diese Angst nicht ertragen. Eine klassische Verdrängung also der vermeintlichen Realität. Daher würde auch die Verantwortung auf Dritte geschoben. Zudem attestiert der Autor den vermeintlichen Gegnern, sie würden zu „Überkompensation“ neigen heißt es. Sie befänden sich auf dem Weg zu einem „Kreuzzug gegen den Klimaschutz“ und würden „die existenzielle Bedrohung aggressiv leugnen“. Die Gruppe würde die eigene Todesangst verdrängen, indem eine „symbolische Unsterblichkeit“ inszeniert würde. Sie vertrauten auf Wissenschaftler, die „irgendeine Lösung“ herbeizaubern können.

Diese Form der Psychologisierung ist für Psychologen nicht untypisch. Die Hysterie, die hier behauptet wird, könnte sich auch für die „Gegenseite“ nachweisen lassen. Tatsächlich ist dieser Beitrag erstaunlich, so Kritiker. Banale Psychologisierungen, wie sie hier auf vorgeblich wissenschaftlicher Basis inszeniert werden, sind nicht harmlos, sondern a) für die Debatte zur Klimahysterie fast alarmierend und b) gehören sie teils zum Programm klassischer Psychotherapie. Kontrafaktisch, da in keiner Weise mit den Argumenten einer ganzen Gruppierung korreliert, ist dies hoffentlich noch Minderheitsmeinung. Setzt jetzt auch schon eine psychologisierende Jagd auf eine Gruppierung ein, sind wir von einer erheblichen gesellschaftlichen Einschränkung nicht weit entfernt. Vorsichtig formuliert. Sehen Sie sich hier weitere Beispiele an.

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