R-Faktor gestiegen! Der nächste Corona-Fehlalarm?

Der R-Faktor in Deutschland ist am Wochenende auf den Wert von 1,13 gestiegen. Damit soll statistisch betrachtet ein Infizierter jeweils 1,13 Menschen anstecken. Tatsächlich ist schon dieser oberflächlich verbreitete Information falsch. Statistisch betrachtet – sofern kein Fehler vorliegt – hat 1 Mensch 1,13 Menschen angesteckt. Die Vorstellung, weitere Menschen würden angesteckt, ist lediglich damit verbunden. Die Zahl galt aber am Wochenende in den Medien teils bereits wieder als alarmierend. Deshalb lohnt es sich, den R-Faktor als statistisch ausgesprochen wackelige Größe in Erinnerung zu rufen. Hier wird offensichtlich ein weiterer Fehlalarm erzeugt, meinen Beobachter und Kritiker.

“R-Faktor: Was wird gemessen

Vereinfacht gesagt misst das RKI (Robert-Koch-Institut) hier nur die Zahl der Neuinfektionen vor vier Tagen und die aktuelle Zahl der Neuinfizierten. Beide Zahlen werden aufeinander bezogen. Warum? Die Statistiker gehen davon aus, dass eine Ansteckung innerhalb von vier Tagen geschehe, womit dann die beiden Größen Auskunft darüber geben könnten, wie viele Menschen ein Neuinfizierter vor vier Tagen jetzt wohl angesteckt haben muss.

Die Zahl ist vollkommen fehlerbehaftet. Die Spanne von vier Tagen ist nicht willkürlich, aber auch nicht annähernd sicher. Selbst wenn Sie diese kleine Schwäche übersehen, kommt der wunde Punkt der Messungen. Da die Zahl der Neuinfizierten schlicht davon abhängt, wie viele Menschen gemessen wurden, ist sowohl die Eingangsvariable “vor vier Tagen” wie auch die Ergebnisvariable “nach vier Tagen” ausgesprochen unsicher.

So wird eine unsichere Zahl durch eine andere unsichere geteilt. Dabei entsteht zwar im Ergebnis ein Wert mit einer Nachkommastelle – dies allerdings kann allenfalls als sehr grober Anhaltspunkt dienen. Wäre der R-Faktor messbar, würde eine Zahl von > 1,0 bedeuten, dass das Infektionsgeschehen sich ausbreitet. Der R-Faktor ist allerdings auf diese Weise nicht messbar.

Die Unsicherheit beginnt schon dort, wo niemand weiß, wie lange ein Neuinfizierter, der entdeckt wurde, schon neuinfiziert ist. Damit sind weder die tagesaktuellen Abweichungen noch die jeweils vier Tage auseinander liegenden Zahlen in Beziehung zu setzen. Zudem steigt die Zahl der Testkapazitäten. Das bedeutet auch, dass tendenziell ein höherer Anteil Neuinfizierter entdeckt wird. Der R-Faktor eines Tages oder weniger Tage ist daher keine geeignete Zahl, um die Entwicklung zu zeigen. Dies ist reine Panikmache.”

Ähnliches räumt in Teilen auch das Robert-Koch-Institut (RKI) ein. Denn das Institut verweist auf die geringe Basis der Neuinfizierten (weniger Erkrankungen insgesamt). Damit wird die Zahl deutlich stärker schwanken. Die Einschätzung bleibt in etwa dieselbe wie durch diese Redaktion: Der R-Faktor ist aktuell unbrauchbar in dem Sinn, dass er eine Genauigkeit und Tendenz widerspiegelt, die keinesfalls vorhanden ist.

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