R-Zahl – nun gibt es zwei Werte: Die Merkel-Drohung lebt

Der R-Faktor gilt bei der Ausbreitung des Corona-Virus als ein wichtiger Indikator. Bundeskanzlerin Merkel hatte damit gedroht, die Lockerungen wieder aufheben zu lassen, wenn beispielsweise dieser Faktor wieder ansteigt und eine zunehmende Verbreitung anzeigt. Ein Faktor von mehr als 1 deutet darauf, dass eine Person mehr als eine andere Person ansteckt. Nun ist allerdings seit Freitag ein zweiter R-Faktor ins Spiel gekommen., Das RKI möchte nun einen “Langzeit-R-Wert” mit einer Maßzeit von 7 Tagen einführen. Zudem sollen nun auch Menschen mit leichteren Symptomen getestet werden.

Beide Umstände verdeutlichen, dass es hier vor allem um statistische Befindlichkeiten geht. Der Tag ist nicht fern, an dem die Lockerungen wieder aufgehoben werden.

Wir hatten den R-Faktor kritisch beleuchtet.

Schwankungen stark

Der R-Faktor ist ohnehin auf dem aktuellen Niveau unbrauchbar. Die Fallzahlen sind so gering, dass schon besondere Hot-Spots wie Schlachthöfe ausreichen, um die Zahlen nach oben schnellen zu lassen. Dabei ist die Praxis des Zählens ohnehin fragwürdig. Denn der R-Faktor des RKI wertet die Neuinfektionen gegenüber dem Stand vor vier Tagen aus. Insofern aber keine 5 Tage oder 3 Tage gewertet werden und/oder auch die Dunkelziffer mitgemessen wird, sind kleine Ausschläge statistisch nicht signifikant.

Dennoch: Steigt der R-Faktor, könnte Angela Merkel wieder die Macht an sich reißen. Sie hatte vor einer Woche gedroht, die Maßnahmen wieder zurückzunehmen. Dies scheint aber ein Großteil der Medien vergessen zu haben – Berichte dazu finden sich in den jüngst zurückliegenden Tagen nicht.

Als Vorbereitung auf genau dieses Szenario veröffentlichen wir einen Hinweis dazu:

R-Faktor: Was wird gemessen

Vereinfacht gesagt misst das RKI (Robert-Koch-Institut) hier nur die Zahl der Neuinfektionen vor vier Tagen und die aktuelle Zahl der Neuinfizierten. Beide Zahlen werden aufeinander bezogen. Warum? Die Statistiker gehen davon aus, dass eine Ansteckung innerhalb von vier Tagen geschehe, womit dann die beiden Größen Auskunft darüber geben könnten, wie viele Menschen ein Neuinfizierter vor vier Tagen jetzt wohl angesteckt haben muss.

Die Zahl ist vollkommen fehlerbehaftet. Die Spanne von vier Tagen ist nicht willkürlich, aber auch nicht annähernd sicher. Selbst wenn Sie diese kleine Schwäche übersehen, kommt der wunde Punkt der Messungen. Da die Zahl der Neuinfizierten schlicht davon abhängt, wie viele Menschen gemessen wurden, ist sowohl die Eingangsvariable vor vier Tagen wie auch die Ergebnisvariable nach vier Tagen ausgesprochen unsicher.

So wird eine unsichere Zahl durch eine andere unsichere geteilt. Dabei entsteht zwar im Ergebnis ein Wert mit einer Nachkommastelle – dies allerdings kann allenfalls als sehr grober Anhaltspunkt dienen. Wäre der R-Faktor messbar, würde eine Zahl von > 1,0 bedeuten, dass das Infektionsgeschehen sich ausbreitet. Der R-Faktor ist allerdings auf diese Weise nicht messbar.

Die Unsicherheit beginnt schon dort, wo niemand weiß, wie lange ein Neuinfizierter, der entdeckt wurde, schon neuinfiziert ist. Damit sind weder die tagesaktuellen Abweichungen noch die jeweils vier Tage auseinanderliegenden Zahlen in Beziehung zu setzen. Zudem steigt die Zahl der Testkapazitäten. Das bedeutet auch, dass tendenziell ein höherer Anteil Neuinfizierter entdeckt wird. Der R-Faktor eines Tages oder weniger Tage ist daher keine geeignete Zahl, um die Entwicklung zu zeigen. Dies ist reine Panikmache.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen