Riad und Moskau: Waffendeals gegen Beendigung der Hilfe für Assad?

YPG und syrische Armee bremsen Ankara und protürkische Rebellen aus

Saudi-Arabien soll sich bereit erklärt haben, russische Waffen zu kaufen und von jeder Rivalität am europäischen Gasmarkt abzusehen, wenn Moskau die Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad einstellt, berichtet RIA Nowosti.

Dieses Angebot habe der saudische Sicherheitsrats- und Aufklärungschef, Prinz Bandar bin Sultan, Ende Juli bei seinem Moskau-Besuch formuliert, meldet die Agentur Reuters unter Verweis auf nicht näher bezeichnete Quellen im Nahen Osten und westliche Diplomaten. Laut Angaben aus der syrischen Opposition sprach der Prinz von möglichen Waffeneinkäufen im Wert von 15 Milliarden US-Dollar, wenn Moskau auf weitere Unterstützung Assads verzichte und neue Syrien-Resolutionen im UN-Sicherheitsrat durchgehen lasse.[1]

Wenn auch Bandar bin Sultan ein solches Angebot an die Russen durchaus gemacht haben mag, so ist der Sinn dieser Meldung der rothschildischen Agentur Reuters als ein Querschuss der Internationalen Finanzmafia zu verstehen, um das Übereinkommen zwischen den USA und Russland zu unterminieren und Russland als möglichen Verräter an Assad zu brandmarken. Wie üblich benennt man in solchen Fällen keine Quellen.

Washington hat seine Idee aufgegeben, Assad zu stürzen und bewegt sich in Richtung Genf II-Konferenz.

In einem am 26. Januar in Russland veröffentlichten Artikel schreibt Thierry Meyssan über den neuen Teilungsplan im Nahen Osten, an dem das Weiße Haus und der Kreml arbeiten. Der Autor enthüllt die wichtigsten Daten der laufenden Verhandlungen ohne Vorgriff auf eine endgültige Einigung oder seine Anwendung. Das Interessante an dem Artikel besteht darin, dass er erlaubt, die mehrdeutigen Positionen von Washington zu verstehen, die seine Verbündeten in eine Sackgasse schieben, um ihnen bald eine neue Abmachung aufzuerlegen, von der sie ausgeschlossen sein werden.[2]

CIA-Vizechef Michael Morell

So ist auch die Erkenntnis des CIA-Vizechef Michael Morell vom Mittwoch zu verstehen, dass ein möglicher Sturz der Regierung von Präsident Baschar al-Assad die nationale Sicherheit der USA ernsthaft bedrohe.

Das erklärte in einem Interview für das “Wall Street Journal“. “In diesem Fall wird Syrien in einen Unterschlupf für Terroristen aller Art ausarten… Das Risiko besteht darin, dass die syrische Regierung, die Kampfstoffe und sonstige fortgeschrittene Arten von Rüstungen besitzt, zum Sturz gebracht wird und sich das Land in ein Brutkasten für Terroristen verwandelt”, schrieb das Blatt.

Zuvor hatte sich Morell bereits skeptisch über die Absicht der Regierung in Washington geäußert, Oppositionelle in Syrien mit Waffen zu versorgen.[3]

Scheich Adnan al-Arur

Waffen treffen dort zwar in großen Mengen ein, aber nicht für den Sturz von  Bashar al-Assad, sondern damit sich die “Rebellen” gegenseitig umbringen, bis keiner mehr von ihnen übrig bleibt.

Auch die Kehrtwende der saudischen Marionette Scheich Adnan al-Arur sollte mit größter Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen werden. In einer TV-Sendung vom 31. Juli sagte das geistliche Oberhaupt der Freien Syrischen Armee (FSA), gezwungen worden zu sein (von wem?), die Waffen gegen Baschar Al-Assad zu ergreifen, obwohl der militärische Weg nirgendwo hinführe. Er bedauerte, dass die edle Revolution ein “Gemetzel” geworden sei und kam zu dem Schluss, dass er sich  in ihr nicht mehr wiedererkenne.

Prinz Bandar Ben Sultan

Wenige Stunden später wurde sein Chef, Prinz Bandar Ben Sultan, in Moskau nicht nur von seinem Amtskollegen, sondern auch von Präsident Wladimir Putin empfangen. Eine knappe Pressemitteilung wurde kurz danach veröffentlicht, die darauf hinweist, dass die Diskussionen “über eine Vielzahl von bilateralen Themen und über die Lage in Nahost und Nordafrika liefen“. [4] Auf dieses Gespräch bezog sich Reuters mit seiner Meldung über das Angebot Riads an Russland.

Fazit: Assad bleibt

Es sieht so aus, dass Saudi-Arabien nach der Absetzung des Emirs von Katar durch die USA einsichtiger ist als Katar und die Genf-2- Konferenz akzeptiert. Riads Ansprüche würden sich mit der Beibehaltung von Baschar Al-Assad begnügen, als Ausgleich für einen symbolischen Sieg im Libanon, der mit der Rückkehr von Saad el-Hariri an die Macht symbolisiert würde. Er soll eine Regierung der nationalen Einheit aufbauen, einschließlich des “politischen Flügels” der Hisbollah, was die jüngste Entscheidung der Europäischen Union erklären könnte, zwei Strömungen innerhalb der „Partei Gottes“ zu unterscheiden.[4]

[1] http://de.rian.ru/politics/20130807/266625868.html

[2] http://www.politaia.org/israel/teilen-sich-obama-und-putin-den-nahen-osten-von-thierry-meyssan/

[3] http://de.rian.ru/security_and_military/20130807/266626771.html

[4] http://www.politaia.org/politik/naher-osten/saudis-zu-verhandlungen-bereit-thierry-meyssan/

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