Saudis locken Putin mit Rüstungsdeals

Saudi-Arabien will Russland davon abbringen, weiterhin den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu unterstützen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

Nach „Reuters“-Angaben hatte der saudische Prinz Bandar bin Sultan Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen in Moskau angeboten, russische Waffen im Wert von 15 Milliarden Dollar zu kaufen. Zudem versprach er, dass die arabischen Ölstaaten den russischen Konzernen auf dem europäischen Gasmarkt keine Konkurrenz machen werden. Im Gegenzug soll Moskau auf sein Veto gegen UN-Sanktionen gegen das Assad-Regime verzichten und keine Waffen mehr nach Syrien liefern.

Experten sind jedoch der Auffassung, dass Putin seinen Ruf in der Weltgemeinschaft nicht wegen Geld riskieren wird.

Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte zum Treffen mit dem Prinzen, dass dabei die bilateralen Beziehungen und die Situation im Nahen Osten und in Nordafrika erörtert worden seien.

Experten sind sich einig, dass der saudische Prinz in Moskau eine Botschaft der USA zum Syrien-Konflikt übergeben hat. Unter anderem könnte er den Kreml gebeten haben, die neue Regierung in Ägypten finanziell und politisch zu unterstützen. Vermutlich wurde der Aufbau von neuen Energie- und politischen Kraftzentren innerhalb und außerhalb des Nahen Ostens besprochen. Wenn aber Moskau und Washington trotz der gescheiterten Neustart-Politik ihre Anstrengungen im Nahen Osten bündeln und von Saudi-Arabien unterstützt werden, dann könnten sie die Beilegung des Syrien-Konflikts voranbringen.

Ruslan Puchow vom Moskauer Zentrum für Strategien- und Technologienanalyse schloss nicht aus, dass die Saudis tatsächlich einen „Syrien-Deal“ angeboten haben. „Das ist die Strategie, die Saudi-Arabien seit Jahrzehnten verfolgt: Es kauft bei einem Land etwas, und dieses Land muss im Gegenzug auf etwas verzichten. So etwas haben wir aber schon einmal erlebt. Niemand kann garantieren, dass Russland nicht wieder reingelegt wird“, so der Experte.

Im Juli 2008 hatten sich Moskau und Riad auf einen großen Rüstungsdeal geeinigt. Zuerst war die Rede von Waffenlieferungen im Wert von vier Milliarden Dollar. Im Raum standen  150 T-90S-Panzer, knapp 150 Hubschrauber der Typen Mi-35 und Mi-17,  250 Schützenpanzerwagen und Dutzende Buk-M2-Raketensysteme. Am Ende wurden nur leichte Schusswaffen geliefert.

„Damals wollte Riad, dass Moskau seine Position zum militärtechnischen Zusammenwirken mit dem Iran ändert“, erinnert Puchow. „Wir haben unsere Kontakte mit dem Iran unterbrochen, aber nicht wegen des Waffendeals mit Saudi-Arabien, sondern wegen der Neustart-Politik mit den USA.“

Der russische Orientalist Vitali Naumow äußerte sich noch schärfer. Nach seinen Worten waren es „Desinformationen über mögliche große russische Waffenlieferungen, wofür Moskau seine Haltung zum Iran ändern sollte. Das hatte aber nichts mit der Realität zu tun.“ Denn Saudi-Arabien sei der größte Partner der USA im Nahen Osten, insbesondere im Rüstungsbereich. 2010  kauften die Saudis US-Waffen im Wert von 67 Milliarden Dollar.

Der Rüstungsexperte und Chefredakteur des Fachmagazins „Moscow Defence Brief“, Michail Barabanow, sagte: „Saudi-Arabien braucht diese Waffen nicht, um Kriege zu führen. Es bezahlt auf diese Weise lediglich die USA als Schutzherr. Russland kann unmöglich die USA ersetzen. Weshalb sollte also Riad russische Waffen kaufen?“

Für Russland sei dieses Angebot nicht besonders attraktiv, fuhr Experte Puchow fort. „Russische Rüstungen sind im Ausland sehr gefragt. Auch auf dem Binnenmarkt gibt es große Aufträge. 15 Milliarden Dollar sind natürlich nicht schlecht, aber auch ohne dieses Geld kommen wir zurecht.“

http://de.ria.ru/zeitungen/20130809/266638014.html

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen