Schmerzpatienten in Deutschland: Kaum versorgt

Chronische Schmerzen werden in Deutschland weitgehend stiefmütterlich behandelt. die Versorgungslage ist analog zu vielen anderen Behandlungsanforderungen schlecht. Bis dato weiß niemand genau, wie viele Menschen unter chronischen Schmerzen leiden – Schätzungen gehen von mindestens 3,5 Millionen Menschen aus. Für diese Anzahl an Patienten stehen deutschlandweit wenige tausend Therapeuten zur Verfügung.

Behandlungen unmöglich

Wer hier den Taschenrechner zur Hand nimmt, wird schnell feststellen, dass die Versorgung damit unzureichend ist und sich auch nicht schönrechnen lässt. Wenn ein Therapeut oder eine Therapeutin rechnerisch vielleicht 1.500 Patienten betreuen sollte, wären dies pro Arbeitstag etwa 30 Patienten. Selbst bei einer idealen Logistik also würden alle Therapeuten zusammen jeweils ungefähr 3 Patienten pro Stunde beraten können. Immer auch vorausgesetzt, die Patienten würden nur einmal jährlich die Praxis aufsuchen, was bei chronischen Schmerzen der Ausnahmefall sein dürfte.

Selbst die angenommenen drei Patienten pro Stunde jedoch reichen nicht, um eine angemessene Versorgung auch nur annähernd schön zu rechnen: Schmerzpatienten werden nicht innerhalb von 20 Minuten „behandelt“ werden können. Hier geht es um psychische Beeinträchtigungen, um eine deutlich differenziertere Anamnese, da verschiedene Therapien oftmals nicht angeschlagen haben und eine Wirksamkeitsprüfung.

Zudem sind Patienten mit chronischen Schmerzen oft schlicht langsamer in ihren Bewegungen. Selbst der Gang vom Wartezimmer bis in die Behandlungsräume dürfte signifikant aufwendiger sein als im Normalfall. Wir sind in Deutschland diesbezüglich nicht nur leicht, sondern schwer unterversorgt. Zum Wohle der Industrie – denn Medikamente lassen sich schnell, oft nebenwirkungsreich und teuer verschreiben. Auch dies ein Grund, alternative Medizinformen zu berücksichtigen – wobei es keine Wunderheilung gibt, sondern viele verschiedene Erfahrungen, die nach und nach zusammengetragen werden müssen. Traurig, das die medizinische Versorgung in Deutschland noch „effizienter“ werden soll. Auf Kosten derjenigen, die nicht so behend unterwegs sind wie andere.

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