WHO: Schwedens Umgang mit der Corona-Krise war richtig

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), eine Abteilung der Vereinten Nationen (UN), hat Schweden auf eine Liste von elf Corona-gefährdeten Ländern gesetzt. Dafür hat die Organisation heftige Kritik aus Schweden geerntet. Der schwedische Staats-Epidemiologe Anders Tegnell hat die Einstufung Schwedens als Risikoland durch die WHO kritisiert: „Das ist eine totale Fehldeutung der Daten“, sagte Tegnelll im schwedischen Fernsehen.

Zwar habe Schweden steigende Corona-Fallzahlen – das liege aber daran, dass in Schweden nun deutlich mehr Tests durchgeführt würden, als zuvor. Es sei „unglücklich“, Schweden mit Ländern zu vermischen, die zuvor überhaupt keine Probleme gehabt hätten und offenbar erst am Anfang der Epidemie stünden, so Tegnell. Die WHO hätte sich vermutlich einfach in Schweden ein Bild machen sollen, dann hätte sie ein korrektes Bild der schwedischen Situation gehabt.

Schwedens „Sonderweg“ in der Corona-Krise gilt noch immer als „umstritten“, weil das Land angeblich höhere Todeszahlen als vergleichbar andere Länder aufweise. Tegnell bezichtigte die WHO des „Irrtums“ und betonte, dass der Anteil der positiven Tests insgesamt stabil bei zwölf bis dreizehn Prozent geblieben sei.

Trotz des Widerspruchs aus Schweden hat die WHO das Land nicht von der Liste der kritischen Länder genommen. Sie machte aber auf der Webseite mittels einer Fußnote darauf aufmerksam, dass die Fallzahlen in Schweden deutlich gesunken seien und dass auch die Zahl der schweren Fälle und der Todesfälle zurückgehe.

In einer „Korrektur-Mail“ attestiert die WHO Schweden nun laut einem Bericht von „Bloomberg“, dass es Schweden durch die Einbindung der Gesellschaft gelungen sei, die Verbreitung des Virus auf einem Level zu halten, das das örtliche Gesundheitssystem bewältigen könne. Tegnell sagte, es sei noch zu früh, um zu beurteilen, ob der schwedische Weg richtig oder falsch sei.

Tegnell hat allerdings Rückenwind von einem US-Experten, einem Epidemiologen von der „Harvard’s School of Public Health“ in Boston erhalten. William Hanagh ist der Ansicht, dass Tegnell richtig liegen könnte. Schweden habe seine zurückhaltenden Maßnahmen bereits sehr früh in der Pandemie umgesetzt, noch bevor das Virus in der Bevölkerung weit verbreitet gewesen sei. Dieser Ansatz könne sich laut Hanagh als „nachhaltiger“ herausstellen, als die Strategie anderer Länder mit einem strengen Lockdown. Erstaunlich? Nein, hier lesen Sie mehr dazu.

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